Hurra, der Aufschwung ist da! Überall kriegt man das gerade um die Ohren gehauen, so dass einem schon ganz schwindlig wird. Die deutsche Wirtschaft boomt und brummt also wie verrückt und die Medien überschlagen sich vor Begeisterung. Aber nicht alles ist so toll: Mal abgesehen davon, dass es bei etwas zurückhaltender Betrachtung gar nicht so wunderlich erscheint, dass die wirtschaftliche Leistung jetzt gerade stärker als üblich steigt, schließlich ist sie wegen der globalen Wirtschaftskrise vorher auch stärker als sonst gesunken („Jo-Jo“-Effekt„).  Und scheinbar kommt dieser „XL-Aufschwung„, wenn überhaupt, vor allem bei älteren Arbeitnehmern an. An jüngeren gehe er glatt vorbei, so die IG Metall. Dies sei das Ergebnis einer Studie von TNS Infratest, die von der Gewerkschaft in Auftrag gegeben wurde. Das Institut sollte erforschen, welche Entwicklungen die berufliche Situation jüngerer Menschen aktuell bestimmen. Die Umfrage fand vor wenigen Wochen im September statt. Das Ergebnis ist ziemlich ernüchternd: Je jünger, desto
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Bahnbrechende Erkenntnisse liefert dieser Tage das IZA Institut zur Zukunft der Arbeit, ein privates Wirtschaftsforschungsinstitut, das von der Deutschen Post AG finanziert wird. Forscher untersuchten, ob der Freundeskreises eines Arbeitslosen Einfluss auf den Erfolg bei seiner Jobsuche hat. Grundlage waren Daten einer Haushaltsbefragung in Großbritannien, bei der 3.000 Erwerbslose interviewt wurden. Das Ergebnis: Grundsätzlich habe jeder Fünfte, also 20%, innerhalb eines Jahres wieder einen neuen Job gefunden. Wenn jedoch die drei besten Freunde eines Arbeitslosen ebenfalls arbeitslos waren, lag die Erfolgsquote nur noch bei 10%. Und jetzt kommt’s: Verfügten die drei besten Freunde über einen Job, stieg die persönliche Erfolgsquote auf fast 30%!

Das Institut berechnet, dass sich die „Jobfindungsrate“ eines Arbeitslosen mit jedem zusätzlichen erwerbstätigen Freund um 3,7 Prozent verbessern würde! Wie aber kann man so etwas Haarsträubendes begründen? Ganz einfach, etwa so: Arbeitslose, deren beste Kumpel
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von Ines am 13.10.2010, 13:18 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Nach dem Fernsehfilm über Betriebsräte zwischen Schmiergeldaffären und Ideologie („Im Dschungel“) verarbeitet die ARD auch diese Woche wieder ein brandaktuelles Thema. Stichwort: Prekärer Arbeitsmarkt. Der hochmotivierte Protagonist Ben Kremer wird von Praktikum zu Praktikum weitergereicht, stets angestachelt mit der Aussicht auf eine attraktive Festanstellung. „Machen Sie erst einmal ein Praktikum, dann schauen wir weiter.“ Letztendlich wird der qualifizierte BWLer aber nur als billige Arbeitskraft ausgenutzt.

Was in dem Film „Ein Praktikant fürs Leben“ auf unterhaltsame Weise erzählt wird, ist leider heutzutage kein Einzelfall. Laut Münchner Merkur
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von Ines am 12.10.2010, 13:38 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Für entscheidende Beiträge zum Verständnis des Arbeitsmarktes ging der Wirtschaftnobelpreis in diesem Jahr an die beiden US-Amerikaner Peter A. Diamond und Dale T. Mortensen sowie der Brite Christopher A. Pissarides. Darüber berichtet unter anderem die FAZ.

Durch ihre Arbeit haben die drei Forscher laut Zeitungsberichten wesentlich zum Verständnis bezüglich der Entstehung und Entwicklung von Arbeitslosigkeit beigetragen. Durch die von ihnen entwickelten Modelle lässt sich beispielsweise erklären, warum es trotz hoher Arbeitslosigkeit häufig eine große Zahl offener Stellen gibt. Zudem liefern sie Antwort auf die Frage, warum Arbeitslosigkeit sich oft hält, obwohl wirtschaftlicher Aufschwung eingesetzt hat. Kurz: Warum Angebot und Nachfrage nicht immer zueinander finden. Übrigens sollen die Ergebnisse dieser „Suchtheorien“ auch auf andere Märkte anwendbar sein. Hierzu gehört unter anderen der Immobilienmarkt. (Hoffnung der Autorin: Auch der Heiratsmarkt???)

Die diesjährigen Preisträger teilen sich ein Preisgeld von umgerechnet rund einer Million Euro.

Ines

von Peter am 08.10.2010, 13:10 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Höchste Flexibilität – das ist es, was den Premium-Arbeitnehmer heutzutage angeblich besonders auszeichnet. Im Klartext: Häufiger Wechsel des Arbeitgebers als A und O. Heute hier, morgen dort. Das muss so sein, weil es der moderne Arbeitsmarkt erfordert. Dazu passen jedoch diese neuen Zahlen des IAB-Institutes überhaupt nicht: Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung der Arbeitsagentur für Arbeit vermeldet, dass die durchschnittliche Dauer der Betriebszugehörigkeit von Arbeitnehmern in Deutschland bei 10,8 Jahren liegt. In anderen europäischen Ländern sei dies ähnlich. Ein allgemeiner langfristiger Abwärtstrend ist nicht erkennbar. Auch von einem „Turbo-Arbeitsmarkt“ kann laut IAB keine Rede sein. Alles in Butter also? Bilden wir es uns vielleicht nur ein, dass es
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von Thomas am 01.10.2010, 09:36 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Gesundheitsschutz, Lohn und Gehalt, Tarifrecht, Wirtschaftskrise

Das Ende der Wirtschaftskrise macht sich auch auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar – sogar deutlicher und schneller als erwartet. So ist die Zahl der Arbeitslosen auf knapp über drei Millionen Menschen gesunken, was einer Arbeitslosenquote von 7,2 Prozent entspricht.

Dies erfreut natürlich auch den Chef der Bundesagentur für Arbeit Frank-Jürgen Weise. Sein Kommentar
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Dies ist eine zentrale Forderung von Prof. Dr. Gregor Thüsing (Uni Bonn), Vorstandsmitglied des Deutschen Juristentages.

Nach Meinung des Wissenschaftlers ist das deutsche Arbeitsrecht veraltet. Unsere arbeitsrechtlichen Gesetze passen nicht mehr in die moderne Gesellschaft. Grund dafür ist, dass atypische Beschäftigungsverhältnisse wie z.B. Zeitarbeit, befristete Stellen und Teilzeitarbeitsplätze immer weiter zunehmen.

Hierauf muss der Gesetzgeber reagieren. Insbesondere muss darauf geachtet werden, dass Arbeitnehmer von ihrem Verdienst auch leben können. Die wirtschaftlichen
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von Ines am 30.08.2010, 09:41 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt

Die Deutsche Post will bei der Zustellung sparen: Aus Kostengründen prüft der Konzern eine vollständige Auslagerung der Paketlieferung an preiswertere Unternehmen, berichtet die FAZ. Damit könnten zwar bis zu 140 Millionen Euro im Jahr gespart werden – aber auch bis zu 8000 Arbeitsplätze wegfallen.

Bereits in der vergangenen Tarifrunde hatte die Post eine Ausweitung der Fremdvergabe durchgesetzt. Bis Ende 2011 kann sie in rund tausend Bezirken Partnerfirmen mit der Paketzustellung beauftragen, Tendenz in den Jahren darauf steigend. Die Angst der Mitarbeiter im Zustellservice ist groß,
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von Thomas am 24.08.2010, 09:00 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Lohn und Gehalt

Nach der Flaute der vergangenen Monate ist die Wirtschaft in Deutschland wieder richtig in Schwung gekommen. Wirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) spricht von einem „Aufschwung XL“. Ökonomen reden bereits von einem „kleinen Wirtschaftswunder“ und erwarten, dass Deutschland zum Wachstumsmotor Europas wird, berichtet die Welt.

Das Positive für die Arbeitnehmer: Nach Meinung der Volkswirte ergeben sich Dank der guten Lage auf dem Arbeitsmarkt endlich Spielräume, um die Löhne deutlich
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Beim iPhone-Hersteller Foxconn in China sollen sich seit Beginn des Jahres 13 Arbeiter das Leben genommen haben. Unter anderem stürzten sie sich von einem der Fabrikgebäude in Shenzhen in den Tod. Der Grund: unerträgliche Arbeitsbedingungen, niedrige Löhne, militanter Führungsstil, soziale Isolation der Mitarbeiter. „Wir werden nicht wie Menschen sondern wie Maschinen behandelt“, erzählt ein ehemaliger Foxconn-Mitarbeiter dem Fernsehsender RTL. „Während der Arbeit dürfen wir nicht mit Kollegen sprechen und abends fällt man nur noch todmüde ins Bett. Das ist doch nicht lebenswert.“
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