Senior mit LaptopRecherchen für eine Antwort auf diese Frage haben ergeben: Es gibt keine Einigung darüber. An eine konkrete Altersangabe traut sich schon gar keiner ran. Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) hat in ihrer Broschüre „Alles grau in grau?“ folgende Definitionen zusammengefasst: Nach der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) gelten als ältere Arbeitnehmer diejenigen, die in der zweiten Hälfte des Berufslebens stehen, das Rentenalter noch nicht erreicht haben sowie gesund und leistungsfähig sind. Das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung der Bundesagentur für Arbeit hingegen sieht eine fließende Grenze zwischen dem 45. und 55. Lebensjahr, ab der ein Arbeitnehmer als älterer Beschäftigter bezeichnet wird. Ganz anders definiert der Wuppertaler Kreis e.V., Bundesverband betriebliche Weiterbildung, den älteren Beschäftigten: Für sie ist das eine Personengruppe, die im Erwerbsleben bzw. auf dem Arbeitsmarkt mit altersbedingten Schwierigkeiten bzw. Risiken konfrontiert ist, weil entweder tatsächlich oder vermeintlich von einer bestimmten Altersgruppe ab die berufliche Leistungsfähigkeit abnimmt.

Wird es in Zukunft vielleicht eine eigene Interessenvertretung für diese Zielgruppe geben? So wie für die Jugendlichen und Auszubildenden die JAV die Vertretung für ältere Arbeitnehmer (ÄAV). Drüber nachdenken könnte man ja mal, wo doch der Altersdurchschnitt in den Belegschaften immer weiter nach oben rückt. Bis dahin entscheiden Sie selbst, ob sie jung, älter oder alt sind – und ob das überhaupt wichtig ist.

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von Peter am 17.09.2014, 15:28 Uhr , Kategorie: Demografie, Rente

Was steckt hinter der Forderung nach einer Drei-Tage-Woche für 6o-jährige Beschäftigte? Peter Hausmann, Vorstand der Gewerkschaft IG BCE hatte sie in einem Gespräch mit der Zeitung Rheinische Post aufgestellt. Drei-Tage-Woche? Das klingt für viele paradiesisch. Tatsächlich ging es Hausmann darum: Im Februar 2015 läuft der Tarifvertrag Chemie aus, danach beginnt die Tarifrunde 2015. In diesem Zusammenhang verwies der Gewerkschaftschef auf zukünftige Forderungen nach neuen Demografie-Elemente und flexibleren Übergänge in die Rente.

Für Beschäftigte ab 60 Jahren könnte dabei eine Drei-Tage-Woche oder eine Vier-Tage-Woche angeboten werden. Ziel müsse die Verringerung von Belastungen bei gleichzeitigem Halten der Beschäftigten in den Betrieben sein. Stichwort: Fachkräftemangel. Dazu wäre aber ein gleichzeitiger Lohnausgleich nötig, damit die Arbeit attraktiv bleibt. Hausmann schlägt eine Teilrente ab 60 vor, so wie sie in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes üblich sei.

Im Rentenbereich tat sich in diesem Jahr einiges: Im Mai 2014 beschloss der Bundestag das Rentenpaket, das unter anderem die Rente mit 63 beinhaltet. Bei der Erwerbsminderungsrente und dem Reha-Budget wurden wichtige Änderungen vorgenommen. Speziell für Betriebsräte
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Das bislang teuerste Vorhaben der großen Koalition wurde am vergangen Freitag (23.05.14) beschlossen. 460 Abgeordnete stimmten für das Paket, das Milliarden kosten soll, 64 stimmten dagegen, 60 enthielten sich. Die schwarz-rote Koalition verfügt insgesamt über 504 Mandate. Die Opposition ist aus verschiedenen Gründen gegen das Rentenpaket. Während den Grünen die Maßnahmen zu weit gehen, gehen sie den Linken nicht weit genug.

Seitdem Frau Nahles ihre Pläne bekannt gegeben hatte, wurde heftig gestritten, diskutiert, in letzter Minute in Sachen Flexi-Rente noch angepasst und nun schließlich vom Bundestag durchgewinkt. Der Bundesrat muss dem Gesetz nicht mehr zustimmen. Es tritt bereits am 1. Juli in Kraft.

Worum es geht, wurde schon vielfach berichtet: wesentliche Bestandteile der Reform sind die Mütterrente, die Rente mit 63, Verbesserungen für Erwerbsgeminderte, eine Erhöhung des Reha-Budgets sowie die Möglichkeit, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Was sich im Einzelnen ändert, lesen Sie hier.

Was insbesondere für Ihre Arbeit als Betriebsrat oder Schwerbehindertenvertretung interessant und wichtig ist, erfahren Sie auf unseren Tagesseminaren zum neuen Rentenpaket, die im Herbst starten. Melden Sie sich jetzt gleich an und sichern Sie sich Ihren Platz!

http://www.ifb.de/betriebsrat/seminare/thema/rente-aktuell–284.html

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Laut Pressemitteilung (vom 06.08.2012) des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat sich die Arbeitsbeteiligung der 60- bis 64-Jährigen in den letzten 20 Jahren mehr als verdoppelt. Während sie im Jahr 1991 noch bei 20,8 Prozent lag, stieg sie bis zum Jahr 2010 auf 44,2 Prozent. Entscheidend dazu beigetragen hat die höhere Erwerbstätigkeit von Frauen. Auch die Verbesserungen im Gesundheitszustand der Älteren sowie die veränderten politischen Rahmenbedingungen bei der Frühverrentung und den Vorruhestandsregelungen begünstigten den Anstieg der Erwerbsbeteiligung bei den Älteren, so das IAB.

Auf diese Weise wird der demografische Rückgang momentan noch ausgeglichen. Langfristig könne aber laut Aussage der Arbeitsmarktforscher auch ein weiterer Anstieg der Erwerbsquoten der Frauen und der Älteren den demografischen Wandel nicht mehr kompensieren. Die Zahl der sogenannten Erwerbspersonen, also die Summe aus Erwerbstätigen und Arbeitsuchenden, werde auf jeden Fall sinken. Bei realistischen Annahmen zur Entwicklung der Erwerbsbeteiligung und zur Zuwanderung werde der Rückgang bis 2025 gut drei Millionen und bis 2050 sogar rund zehn Millionen betragen.

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Teilzeitkräfte haben oft schlechte Karten: sie verdienen weniger, ihre beruflichen Aussichten sind schlechter und besonderes Ansehen im Betrieb genießen sie im Normalfall auch nicht. Familienministerin Kristina Schröder meint: Karriere können hierzulande nur diejenigen machen, die in Haushalt und Familie Unterstützung und Hilfe erhalten, denen der Kühlschrank aufgefüllt wird und wo immer der Nachschub an Bügelwäsche sichergestellt ist. Knackpunkt im Berufsleben  ist für viele der Wechsel von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück. Hier bildet das Teilzeitbefristungsgesetz seit dem Jahr 2001 den rechtlichen Rahmen: Beschäftigte dürfen nach Maßgabe von §8 TzBfG ihre Arbeitszeit verringern. Leider steckt der Teufel im gesetzlichen Detail. Denn stehen dem Wunsch des Arbeitnehmers, häufiger wohl der Arbeitnehmerin, sog. „betriebliche Gründe“ entgegen, ist das Ende der Fahnenstange bei der gewünschten Arbeitszeitverringerung schnell erreicht. Solche Gründe zu behaupten und zu konstruieren ist für einen findigen
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von Ines am 04.04.2012, 15:02 Uhr , Kategorie: Demografie

Die Nation soll wieder einmal zur Kasse gebeten werden. Diesmal um die Kosten der Alterung der Gesellschaft abzufedern. Zu diesem Zweck plant die Union nun eine Demografie-Steuer, einkommensabhängig für alle über 25. Das berichtet die „Welt“. Unionsfraktionsvize Günter Krings meint, wir „müssen jetzt für die Zeit ab 2030 vorsorgen, wenn die Babyboomer der 50er- und 60er-Jahre im Ruhestand sind und für sie mehr Gesundheits- und Pflegekosten entstehen„. Das in den „Alten-Soli“ gezahlte Geld soll dafür verwendet werden, Beitragserhöhungen zu vermeiden. Eine individuelle Auszahlung im Alter ist nicht vorgesehen.

SPD und Grüne lehnen dagegen diese Belastungen ab. „Deutschland braucht keine Sonderabgabe. Wenn anständige Löhne gezahlt werden, kommt auch genug Geld in die Sozialkassen„, so der frühere Vizekanzler und SPD-Chef Franz Müntefering  in der „Welt“. Auch Grünen-Fraktionschefin Renate Künast ist gegen eine Rücklage. „Solidarisch ist das nicht. Die Union will künftige Lasten einseitig bei den Versicherten abladen„. Ihrer Meinung nach ist
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Über die Forderung nach einer Frauenquote in deutschen Führungsetagen haben wir bereits berichtet. Das Thema ist noch lange nicht vom Tisch und doch kommt schon wieder etwas Neues: Die „Seniorenquote“, gerne auch „Ü-60-Quote“ genannt. In der Politik gibt es seit geraumer Zeit Pläne, den Unternehmen in Deutschland mit Blick auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), eine solche aufzuerlegen. Das berichtete unter anderen die „Badische Zeitung“. Danach verlangt der CDU-Politiker Otto Wulff eine Mindestquote für ältere Beschäftigte über 60 Jahre einzuführen. Diese Vereinbarung sollten Geschäftsleitung und Betriebsrat treffen. Damit könne unter anderem der drohende Mangel an qualifizierten Arbeitskräften teilweise abgefedert werden.

Doch kann so eine Seniorenquote gesetzlich verankert werden?
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„Der demografische Wandel stellt sich mit seinen immer deutlicher werdenden Folgen als eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben dar und ist in seiner gesellschaftlichen Dimension vielleicht nur mit dem Klimawandel vergleichbar.“

So lautete eine der zentralen Aussagen, die von Experten auf der ifb-Fachtagung „Demografischer Wandel im Betrieb“ Ende Oktober 2011 in Düsseldorf getroffen wurden. Mehr als 100 Betriebsräte nahmen an der Veranstaltung des Instituts zur Fortbildung von Betriebsräten teil und erhielten zahlreiche Informationen und wichtige Impulse für ihre Arbeit.

Gemeinsam die Zukunft gestalten, nur wie? Dr. Winfried Kösters lieferte Antworten auf diese Frage. In seinem einstündigen Eröffnungsvortrag forderte der Politik- und Publizistikwissenschaftler (links oben im Bild) dazu auf, dass
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Darin sind sie sich ja fast alle einig, die hiesigen Arbeitgeber: Sobald die Sprache auf das Thema Fachkräftemangel kommt, setzt unverzüglich großes gemeinsames Wehklagen ein, wie dramatisch die Situation in der Realität schon sei. Jedoch: Dass es um das Thema nicht so arg bestellt sein kann, lassen die Ergebnisse zweier Studien vermuten, die sich mit den Aussichten der sog. Generation 50plus auf dem Arbeitsmarkt befasst haben. Siehe da: Je älter jemand ist, desto geringer sind seine Chancen auf eine neue Beschäftigung. Na, das hätte man zumindest zu Zeiten nachvollziehen können, als noch sehr viele junge Menschen auf den Arbeitsmarkt drängten. Aber heute? Müsste man da als Arbeitgeber nicht ganz massiv auch ältere Arbeitnehmer weiter qualifizieren und versuchen, den angeblichen Bedarf erstmal mit deren Hilfe zu decken?
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Der Begriff stammt aus dem Themenbereich Demografie. Weil es in unserer Gesellschaft immer weniger junge und immer mehr ältere Menschen gibt, stehen wir auch in der Arbeitswelt vor einer großen Herausforderung. Das „Haus der Arbeitsfähigkeit“ bietet hier einen umfassenden Ansatz für die alters- und alternsgerechte Gestaltung von Arbeit. Denn: Wenn die älteren Kollegen länger arbeiten können, kann einem Arbeitskräftemangel vorgebeugt werden.

Das Haus der Arbeitsfähigkeit, mitentwickelt von dem finnischen Demografie-Experten Prof. Ilmarinen, vereinigt verschiedene Faktoren unter einem Dach.

Die Basis des Hauses bilden die Bereiche Gesundheit und Leistungsfähigkeit. Bei der Gesundheit spielen physische, psychische und soziale Belange die entscheidende Rolle. Denn diese Faktoren sind die Voraussetzung für die Leistungsfähigkeit eines Menschen im Arbeitsleben.

Diese Basis kann das Haus aber nur dann tragen, wenn
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