Alarmsignal ROT sollte man meinen, wenn man den neuesten DAK-Gesundheitsbericht liest: Immer mehr junge Menschen leiden unter psychischen Belastungen, sind unzufrieden und werden krank.

Eine wichtige Ursache hierfür ist die unstete Arbeitswelt. In dieser haben es Berufseinsteiger immer schwerer. Stellenbefristungen sind inzwischen keine Ausnahme mehr, sondern stellen die Regel dar. Häufiger Jobwechsel, geringe Planbarkeit und oft schlechte Bezahlung tragen dazu bei, dass die psychischen Belastungen in der „Generation Y“ enorm zunehmen: 71% von ihnen finden
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von Thomas am 05.11.2010, 08:47 Uhr , Kategorie: Demografie, Rente

Die Lebenserwartung in Deutschland erreicht einen neuen Höchststand. Laut Statistischem Bundesamt haben neugeborene Jungen eine Lebenserwartung von 77,3 Jahren, neugeborene Mädchen eine von 82,5 Jahren. Eine revolutionäre Entwicklung! Vor 140 Jahren, als man begonnen hatte eine Statistik der Lebenserwartung zu erstellen, lag die durchschnittliche Lebenserwartung bei 35,7 (Männer) bzw. bei 38,5 Jahren (Frauen).

Klar, dass durch die stark wachsende Lebenserwartung auch die Arbeitswelt neue Herausforderungen zu meistern hat. Abgesehen vom erhöhten Renteneintrittsalter müssen auch in anderen Bereichen neue Wege gefunden werden. Insbesondere in der Kranken- und Pflegeversicherung
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Das Lebensalter von Mitarbeitern und deren individuelle Motivation im Job haben nichts miteinander zu tun – so lautet das Ergebnis einer neuen Studie der Universität Bayreuth. Demgegenüber steht das leider sehr verbreitete Vorurteil, dass gerade die älteren Arbeitnehmer, vor allem wenn sie schon länger im Betrieb arbeiten, immer weniger motiviert sind. Dies steht jedoch in keinem unmittelbaren Zusammenhang. Tatsächlich wird durch ganz andere Ereignisse eine Abwärtsspirale hinsichtlich der Motivation in Gang gesetzt. Und dazu gehört vor allem die tatsächlich erlebte aber auch die gefühlte Benachteiligung wegen des eigenen Alters.

Für die Studie der Universität Bayreuth wurden 1.250 Beschäftigte aus sechs deutschen Unternehmen befragt. Das Ergebnis macht aufmerksam: Denn nach Ansicht der Wissenschaftler ist das Alter an sich für eine mögliche mangelnde Leistungsbereitschaft nur wenig verantwortlich. Diese trat vielmehr erst dann ein, wenn
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Während arbeitgeberseitig manche Propagandaabteilungen nach wie vor destruktiv herumnölen, dass junge Menschen, die heutzutage neu auf dem Arbeitsmarkt erscheinen, immer fauler und dümmer seien, gibt es ersten Hoffnungsschimmer, dass ein Umdenken stattfindet. Kein Wunder, denn die demografische Entwicklung zwingt dazu. Bereits im Jahr 2020 droht ein Fachkräftemangel von zwei Millionen Menschen! Und das ist erst der Anfang. Was also liegt näher, als das vorhandene Potenzial so gut wie möglich auszunützen. Bislang konnten es sich die Bestimmer auf dem Arbeitsmarkt leisten, sog. schwer vermittelbare junge Arbeitnehmer links liegen zu lassen. Doch mehr und mehr setzt sich die Erkenntnis durch, dass man auch als „anspruchsvolles“ Unternehmen nicht mehr länger darauf vertrauen könne, wie bisher die Sahnehäubchen der ins Arbeitsleben strömenden Generation einfach so abzuschöpfen.

Fakt ist, dass junge Menschen immer weniger werden. Und somit wird unweigerlich auch die Gruppe der Einser-Schüler und Begabten schrumpfen. Andererseits bleibt der Bedarf an guten Abgängern auf dem Arbeitsmarkt auch zukünftig unverändert hoch. Eine Lösung liegt auf der Hand: Viel mehr Unternehmen als bisher müssen
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Ausbildungsplätze wären an sich genug vorhanden: Mehr als 50.000 freie Stellen für das in Kürze beginnende Ausbildungsjahr gibt es angeblich noch, so Hans Heinrich Driftmann, Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in einem Gespräch mit der Zeitung Welt am Sonntag. Nur können diese nicht besetzt werden, weil es an geeigneten Bewerbern fehle. Moment mal: Fehlt es an Bewerbern oder fehlt es an geeigneten Bewerbern? Würde es generell an Bewerbern fehlen, dann wäre dies ein beunruhigendes Indiz für die beginnende Überalterung unserer Betriebe. Der demografische Wandel, also die Tatsache, dass es immer weniger junge Leute gibt, wirkt sich Jahr für Jahr mehr aus. Fehle es jedoch an geeigneten Bewerbern, dann hieße das nur, dass es durchaus noch junge Menschen gäbe, die man – mühsamer als bisher- anlernen müsste, diese den Betrieben jedoch scheinbar nicht gut genug sind. Genau das wäre der Grund, warum der DIHK nun erneut in eines seiner Lieblingshörner stößt: Dass den jungen Menschen heutzutage die Ausbildungsreife fehle. Mit beeindruckender Regelmäßigkeit wird immer wieder diese Leier herausgeholt und über die Faulheit und Dummheit
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von Peter am 12.04.2010, 08:53 Uhr , Kategorie: Ausbildung, Demografie

Seit es Jugendliche gibt, gibt es das Gejammer über deren angebliche Faulheit und Dummheit. Das war schon immer so und das wird wohl auch immer so sein. Eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelstages, DIHK, unter 15.000 Unternehmen liefert nun neuen Zündstoff. DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben verwies darauf, dass den Schulabgängern immer öfter die Grundvoraussetzungen für eine Ausbildung fehlen würden: Rechnen minus, Lesen minus, Schreiben ach herje. Die Kinder besäßen heutzutage keine „Alltagskompetenz“, etwa 20 Prozent eines Jahrgangs seien nicht einmal mehr „ausbildungsreif“.

Klingt schrecklich, aber: Ist es denn wirklich so schlimm? Der eigentliche Grund des Jammerns könnte ein anderer sein, etwa der sich immer deutlicher auf den Arbeitsmarkt auswirkende demografische Faktor: Immer mehr Alte und viel zu wenig Junge, die nachrücken. Deswegen müssen die Unternehmen sich langsam was einfallen lassen. Eine vielversprechende Taktik könnte dabei sein:
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Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit dem IAB-Institut im Jahr 2008 an die 16.000 Betriebe befragt, ob und welche Maßnahmen und Vereinbarungen für Frauen- und Familienförderung bei ihnen getroffen worden seien. Stichwort: Familienfreundlicher Betrieb! Das ernüchternde Ergebnis: In 87 Prozent aller Unternehmen gibt es NICHTS dergleichen!

Somit bleibt der „familienfreundliche Betrieb“ ein oft beschworener Mythos, den sich viele zwar gerne auf die Fahne schreiben, wo aber im Endeffekt
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Wie sieht es aktuell auf dem Lehrstellenmarkt aus? Die Industrie- und Handelskammern haben deutsche Unternehmen befragt und herausgefunden, dass im kommenden Herbst voraussichtlich zehn Prozent weniger Lehrstellen angeboten werden. Die Wirtschaftskrise wird somit auch zur großen Herausforderung für den Ausbildungsmarkt, so DIHK-Chef Martin Wansleben. Besonders betroffen sollen Regionen sein, die stark vom Export abhängig sind, wie etwa Bayern und Baden-Württemberg. Jedes vierte Unternehmen plant angeblich eine Verringerung der Anzahl der Ausbildungsplätze.

Aber vielleicht macht das ja gar nichts? Denn auf Grund der geburtenschwachen Jahrgänge (Stichwort: Demografischer Wandel) geht auch die Zahl der Bewerber aktuell zurück. In Ostdeutschland etwa gibt es 2009 15,5 Prozent weniger Schulabsolventen als noch im Vorjahr. Martin Wansleben dazu: „Der demografische Wandel ist da und wird konkret.“

Dass es hier zu einer Art „Nullsummenspiel“ kommt, kann sich Ingrid Sehrbrock, stellvertretende DGB-Vorsitzende dagegen nicht vorstellen. Sie sorgt sich über den prognostizierten Rückgang der Lehrstellen und will kaum glauben, dass sich die Zahlen hier die Waage halten werden. Stattdessen fordert sie die Industrie- und Handelskammern auf, tatkräftig bei den Arbeitgebern um Lehrstellen zu werben.

Letztes Jahr wurden im Rahmen des Ausbildungspaktes über 86.000 zusätzliche Lehrstellen geschaffen. Das war der richtige Weg. Der Ausbildungsbonus, über den in diesem Blog schon hier und auch hier geschrieben wurde, ist von den Unternehmern dagegen nur schleppend angenommen worden. Ich bin der Meinung, man darf bei diesem ganzen Thema Ausbildung kein bißchen nachlassen. Gute und umfassende Ausbildungen sind das A und O der persönlichen beruflichen aber auch unserer gemeinsamen wirtschaftlichen Zukunft. Bei der Umfrage der DIHK kam heraus, dass jedes siebte Unternehmen sogar Ausbildungsplätze aufbauen will. Trotz der Krise! Genau das ist der richtige Weg. Natürlich nur, solange die Azubis nicht als Billig-Arbeitskräfte mißbraucht werden. Und das ist leider oft der Fall. Die Krise entbindet Arbeitgeber nämlich nicht von ihrer sozialen Verantwortung. Auch wenn dies sicherlich momentan sehr verlockend erscheint. Betriebsräte sollten deshalb ihren Arbeitgebern beim Thema Ausbildung weiterhin genau auf die Finger schauen. Auch wenn es in vielen Unternehmen einen Einstellungs-Stopp gibt: Dies sollte nicht für den Ausbildungsbereich gelten. Die Folgen wären langfristig für uns alle fatal!

Peter

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