Karin Müller arbeitet als Sachbearbeiterin bei einer großen deutschen Versicherung. Karins Mutter ist knapp 80 Jahre alt. Vor kurzem stürzte sie unglücklich und brach sich das Bein. Seitdem ist die bisher recht rüstige alte Frau körperlich eingeschränkt und benötigt Unterstützung bei vielen Dingen des täglichen Lebens. Für ihre Tochter eine ganz klare Sache: Sie kümmert sich nun verstärkt um die Mama. Nur: Ihr beruflicher Alltag läßt nicht sonderlich viel Flexibilität zu. Und dann ist da auch noch die eigene Familie. Wie gut wäre es, wenn man sich in so einer Situation vorübergehend von der Arbeit freistellen lassen könnte. Nun ja, das geht! Denn das neue Pflegezeitgesetz, das seit 1.1.2015 in Kraft ist, gewährt genau darauf einen Rechtsanspruch. Aber Karin Müller zögert. Sie hat Bedenken, dieses Recht in Anspruch zu nehmen. Sie fürchtet langfristig Nachteile im Job.

So oder ähnlich geht es scheinbar vielen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Dabei setzt das neue Pflegezeitgesetz prägnante Marken. Es erhebt den Anspruch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie deutlich zu verbessern. Und das ist dringend notwendig, denn: Mehr und mehr Menschen sind direkt oder indirekt von Pflegebedürftigkeit betroffen. Zwar gab es auch bisher schon gesetzliche Regeln, die in solchen Lebenssituationen Hilfe boten. Diese wurden aber kaum in Anspruch genommen. Viel zu viel war freiwillig, zu unbestimmt oder in der Realität mit handfesten Nachteilen behaftet.

Ob der neue gesetzliche Rechtsanspruch, den es seit 2015 gibt, viel ändern wird, ist leider fraglich. Zwar sind
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Teilzeitkräfte haben oft schlechte Karten: sie verdienen weniger, ihre beruflichen Aussichten sind schlechter und besonderes Ansehen im Betrieb genießen sie im Normalfall auch nicht. Familienministerin Kristina Schröder meint: Karriere können hierzulande nur diejenigen machen, die in Haushalt und Familie Unterstützung und Hilfe erhalten, denen der Kühlschrank aufgefüllt wird und wo immer der Nachschub an Bügelwäsche sichergestellt ist. Knackpunkt im Berufsleben  ist für viele der Wechsel von Vollzeit in Teilzeit und wieder zurück. Hier bildet das Teilzeitbefristungsgesetz seit dem Jahr 2001 den rechtlichen Rahmen: Beschäftigte dürfen nach Maßgabe von §8 TzBfG ihre Arbeitszeit verringern. Leider steckt der Teufel im gesetzlichen Detail. Denn stehen dem Wunsch des Arbeitnehmers, häufiger wohl der Arbeitnehmerin, sog. „betriebliche Gründe“ entgegen, ist das Ende der Fahnenstange bei der gewünschten Arbeitszeitverringerung schnell erreicht. Solche Gründe zu behaupten und zu konstruieren ist für einen findigen
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Bundesfamilienministerin Kristina Schröder hat neben der flexibleren Gestaltung der 3-jährigen Elternzeit nun auch und eine „Großelternzeit“ gefordert. Das berichtet die Bundesregierung.

Flexiblere Elternzeit hießt: Bisher können maximal zwölf Monate der Elternzeit bis zum Ende des achten Lebensjahres übertragen werden. Diesen Anteil will die Bundesregierung auf 24 Monate erhöhen. So soll Eltern bis zum 14. Lebensjahr des Kindes ermöglicht werden, ihre Arbeitszeit mit Zustimmung des Arbeitgebers zu reduzieren oder zeitweilig auszusteigen.

Doch was ist jetzt die „Großelternzeit“? 
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Vereinbarkeit von Familie und Beruf – fast alle Unternehmen behaupten mittlerweile von sich, familienfreundlich zu sein. Stolze 99 Prozent seien es, so lauten zumindest offizielle Angaben des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall. Im Juli und August 2011 befragte die IG Metall nun mehr als 4.000 Betriebsräte zu ihren eigenen Erfahrungen mit diesem Thema im Betrieb. Und siehe da: Das Ergebnis gibt doch ein etwas anderes Bild ab! Kurz zusammengefasst heißt das:

  • Arbeitgeber fördern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nur unzureichend;
  • Betriebsräte werden vom Unternehmen bei derartigen Maßnahmen kaum unterstützt;
  • die Initiative für solche Maßnahmen gehe zu etwa zwei Drittel vom Betriebsrat aus;
  • Leiharbeitnehmer werden bei dem Thema diskriminiert.

Ein Befragter meinte dazu, dass es immer schwieriger werde,
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Wie die „Welt“ berichtet hat Deutschland mittlerweile die niedrigste Geburtenrate in der gesamten EU. Und dieser Trend verfestigt sich immer mehr, denn auch im vergangenen Jahr 2010 kamen wiederum deutlich weniger Kinder zur Welt als im Vorjahr 2009. In Ostdeutschland fällt der Geburtenrückgang noch deutlich stärker aus als im Westen. Allein der Ausbau der Betreuungsplätze und das Elterngeld führen also nicht zu höheren Geburtenraten.

Inzwischen sind nur noch 16,5% der Einwohner Deutschlands jünger als 18 Jahre. In Frankreich liegt die Quote bei über 22%. Auf Dauer wird die Einwohnerzahl Deutschlands deutlich schrumpfen. Der demografische Wandel hat natürlich auch für die Arbeitswelt und die Sozialsysteme Konsequenzen: Der
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Die Bundesregierung fordert flexiblere und familienfreundlichere Arbeitszeiten. Dafür will sich Angela Merkel (CDU) jetzt einsetzen. Denn: Eine gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist eine wichtige Voraussetzung für einen zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort Deutschland, so die Bundeskanzlerin laut Bericht der Tagesschau am 8. Februar bei einem Treffen mit Wirtschaftsvertretern. Unternehmen können sich durch innovative Arbeitszeitmodelle als interessante Arbeitgeber in Position bringen und beispielsweise auch dem Fachkräftemangel entgegen wirken.

Ein hoffnungsvoller und wichtiger Schritt in die richtige Richtung ist für Merkel eine von Bundesregierung sowie Vertretern der Wirtschaft und der Gewerkschaften unterzeichnete Charta. Darin verpflichten sich alle Beteiligten,
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Das Ziel: Die Zukunft der Arbeit soll familienfreundlicher werden. Diese Worte haben wir schon oft gehört, aber passiert auch etwas? Bei dem Thema sind vor allem Arbeitgeber gefragt. Denn die haben es in der Hand, positive Rahmenbedingungen und Regeln in ihren Unternehmen einzuführen. Nicht verwunderlich erscheint, dass in der breiten Masse letztlich immer noch die Gier nach Profit die Oberhand zu behalten scheint. Dadurch bleiben familienfreundliche Regelungen unweigerlich auf der Strecke. Denn beides verträgt sich nicht so recht. Darum ist es prima, wenn viele an dem Thema dranbleiben und es weiter voranbringen. Um die Erfahrungen von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu ihrer Arbeitszeit besser kennenzulernen, gibt es jetzt eine Online-Umfrage, an der
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In den USA entwickelt sich gerade ein neues Urlaubsmodell, das vielleicht in Zukunft auch in Deutschland Fuß fassen könnte: Jeder Angestellte kann so viel Urlaub nehmen, wie er möchte und wann er möchte.

Die bisherige starr begrenzte Urlaubsregelung ist ein Relikt aus dem Industriezeitalter. Wir brauchen keinen geregelten Urlaub mehr. Wichtig ist allein, was die Mitarbeiter leisten und nicht wie viele Stunden sie arbeiten“, so ein Vorreiter-Arbeitgeber gegenüber Spiegel online.

Die Arbeitgeber wollen mit dem Modell „Urlaub nach Wunsch“
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von Thomas am 13.08.2010, 09:40 Uhr , Kategorie: Allgemein, Familienfreundl. Betrieb, Frauen im Beruf

Kinderkriegen ist für Frauen in Deutschland leider noch immer ein großer Karrierekiller. Dies ergab eine repräsentative Umfrage von Bertelsmann/Emnid, die diese Woche veröffentlicht wurde.

Danach hat jede zweite Frau wegen der Familie mindestens einmal ihre Karrierewünsche aufgeben oder ändern müssen. Das Meinungsbild der Deutschen zu diesem Thema deckt sich übrigens mit der Realität: Denn von den Befragten sind 90 Prozent der Meinung, dass vor allem Frauen durch die Familie im Beruf benachteiligt sind. Hinzu kommt noch, dass mehr als zwei Drittel glauben, dass
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Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit dem IAB-Institut im Jahr 2008 an die 16.000 Betriebe befragt, ob und welche Maßnahmen und Vereinbarungen für Frauen- und Familienförderung bei ihnen getroffen worden seien. Stichwort: Familienfreundlicher Betrieb! Das ernüchternde Ergebnis: In 87 Prozent aller Unternehmen gibt es NICHTS dergleichen!

Somit bleibt der „familienfreundliche Betrieb“ ein oft beschworener Mythos, den sich viele zwar gerne auf die Fahne schreiben, wo aber im Endeffekt
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