Da Männer nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit viel häufiger in sog. konjunkturabhängigeren Berufen arbeiten als Frauen, führt die Wirtschaftskrise nun dazu, dass die Arbeitslosenquote dort stärker ansteigt. Im ersten Quartal nahm sie bei Männern um 0,5 Prozent zu, bei den Frauen dagegen waren es nur 0,1 Prozent. Interessant ist dabei in diesem Zusammenhang, welches Phänomen die Rezession gerade in den USA hervorzurufen scheint: Seit Beginn des Wirtschaftsabschwungs haben dort über 5 Millionen Menschen ihren Job verloren, davon 80 Prozent Männer. Und diese drängen nun scheinbar, weil sie nämlich keine Alternative finden, in sogenannte Frauenberufe. Mit mäßigem Erfolg jedoch bislang. Und so kommt es auch, dass immer mehr Frauen zu Alleinverdienern in der Familie werden (müssen). Wenn da nur nicht die Krux wäre, dass viele Frauen standardmäßig in Teilzeit arbeiten und häufig auch noch schlechter bezahlt werden. Mal sehen, wann die ersten Männer in Frauenberufen auftauchen, den vollen Lohnausgleich fordernd…

Peter

Nach einer Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim wirkt sich das Bestehen eines Betriebsrats positiv auf den Geldbeutel der Arbeitnehmer aus.

Ein Vergleich von Unternehmen mit ähnlichen Merkmalen hinsichtlich Branchenzugehörigkeit, Unternehmensgröße etc. zeigt, dass in Unternehmen mit Betriebsrat die Gehälter im Schnitt um gut zehn Prozent höher sind als in Unternehmen ohne Betriebsrat.

Außerdem ist in Betrieben mit Betriebsrat der Abstand zwischen den Gehaltsgruppen kleiner .

Ein weiteres Ergebnis der Studie ist, dass Betriebsräte auch den Gehaltsunterschied zwischen Männern und Frauen verringern. Demnach profitieren Frauen mit geringen Einkommen am stärksten von der Anwesenheit eines Betriebsrats in einem Unternehmen.

Thomas

In den letzten zehn Jahren hat die Teilzeitarbeit laut Statistischem Bundesamt in Deutschland weiter zugenommen.

Insgesamt hatten im vergangenen Jahr fast 5 Millionen Frauen und Männer einen Teilzeitjob mit maximal 20 Stunden pro Woche. Das sind 16 Prozent aller abhängig Beschäftigten. Vor zehn Jahren arbeiteten nur 3,5 Millionen in Teilzeit – rund ein Drittel weniger als heute.

Gründe für diesen Anstieg sind laut dem Bundesamt unter anderem der im Jahr 2001 eingeführte Rechtsanspruch auf Teilzeitarbeit, die Maßnahmen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und die gesetzliche Änderungen zur geringfügigen Beschäftigung.

Für die meisten ist der Hauptgrund für die Teilzeittätigkeit mehr Zeit für familiäre Verpflichtungen zu gewinnen: Über 50% der Teilzeitbeschäftigten üben eine Teilzeittätigkeit aus, weil sie Kinder oder pflegebedürftige Personen betreuen oder anderen familiären Verpflichtungen nachgehen.

Zudem steigt aber auch der Anteil der unfreiwillig in Teilzeit arbeitenden Menschen: Seit 1998 ist dieser von 13 auf 23 Prozent deutlich gewachsen. In den neuen Bundesländern arbeiten sogar 65 Prozent unfreiwillig in Teilzeit, im Westen dagegen nur 17 Prozent.

Auffällig ist, dass die Teilzeitarbeit auch weiterhin eine Frauendomäne ist. 87 Prozent der Beschäftigten mit maximal 20 Stunden in der Woche waren im Jahr 2008 Frauen.

Auf Altersgruppen verteilt ergibt sich eine Zunahme in allen Generationen. Am stärksten ist der Zuwachs jedoch bei den 45- bis 54-Jährigen (plus sechs Prozentpunkte) und am geringsten bei den 25- bis 34-Jährigen (minus acht Prozentpunkte).

Thomas

Am 20. März 2009 ist Equal Pay Day: Frauen müssen rein rechnerisch bis zu diesem Tag arbeiten, um das selbe Einkommen zu erzielen, das Männer mit vergleichbaren Jobs bereits zum Jahresende in der Tasche hatten. Ungleichbehandlung beim Gehalt: Wird es hier jemals Gleichberechtigung geben? Das Thema ist seit vielen Jahren bekannt, aber es tut sich nicht viel. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) stellt fest: „Die Lohnungleichheit zwischen Frauen und Männern hat sich gegenüber dem Stand vor 15 Jahren kaum verändert.“

Innerhalb der Europäischen Union ist Deutschland dabei weit hinten: Während Frauen im EU-Schnitt „nur“ 17 Prozent weniger verdienen als Männer, sind es hierzulande satte 23 Prozent Gehaltsunterschied.

Armin Laschet, Familien- und Frauenminister in Nordrhein-Westfalen, startet nun in Zusammenarbeit mit vier Unternehmen ein Pilotprojekt, bei dem er vor allem auch Betriebsräte auf die Probleme im Zusammenhang mit der Lohnungerechtigkeit sensibilisieren will: „Ein Viertel weniger Lohn für Frauen, das ist ein Zustand, der nicht akzeptabel ist.“ Zusammen mit Führungskräften sollen die Betriebsräte nun in den ausgewählten Firmen neue Beurteilungs- und Lohnkriterien entwickeln. Man darf gespannt sein, was dabei herauskommt.

Um sich die Wartezeit etwas zu verkürzen, kann man als Arbeitnehmer zwischenzeitlich auch selbst aktiv werden und zum Beispiel die Kollegen von der Hans-Böckler-Stiftung bei der Erstellung ihres Lohnspiegels unterstützen. Knapp 25.000 Frauen und Männer haben dies allein seit 2008 bereits getan. Dadurch wurde es möglich, dass das WSI-Tarifarchiv einen Lohn- und Gehaltscheck zu mittlerweile 250 verschiedenen Berufen anbieten kann.

Lohnungleichheit für immer? Oder doch nur bis 2014 wie Dagmar Bischof vom Frauennetzwerk Business and Professional Women (BPW) hofft? Der Equal Pay Day fand dieses Jahr erst zum zweiten Mal statt und ich habe das ungute Gefühl, dass er mangels Erfolgen und Fortschritten noch sehr sehr oft begangen werden muss. Aber wer weiß? Manchmal ändern sich die
Zeiten tatsächlich.

Peter

Ergebnisse der aktuellsten WSI-Gehaltsumfrage vom März 2009

Zur Online-Umfrage von www.frauenlohnspiegel.de der Böckler-Stiftung

Link zum Frauennetzwerk BPW

Das seit dem 01.01.2008 geltende neue Unterhaltsrecht zeigt nun Alltagswirkung:

Gestern entschied der Bundesgerichtshof (BGH), dass geschiedene Ehegatten früher als bisher wieder selbst arbeiten müssen, um ihren eigenen Lebensunterhalt zu finanzieren (BGH vom 18.03.2009 – XII ZR 74/08). Die Bezugsdauer des nachehelichen Betreuungsunterhalts (nicht Kindesunterhalt!) wurde deutlich verringert.

Vor der Reform galt eine Regelung die unter Juristen die „0-8-15-Formel“ genannt wurde. Danach musste der geschiedene Ehegatte, der sich um die Kinder kümmerte (meist die Frau) überhaupt nicht berufstätig sein bis das jüngste Kind acht Jahre alt wurde. Danach sollten sie mehrere Jahre lediglich in Teilzeit arbeiten müssen. Eine Vollzeitstelle musste erst aufgenommen werden, wenn das jüngste Kind seinen 15. Geburtstag gefeiert hatte.

Damit ist nun nach dem Willen von Gesetzgeber und Rechtsprechung Schluss. Der neue § 1570 BGB hat die Dauer des Betreuungsunterhalts grundsätzlich auf drei Jahre begrenzt.

Das heißt im Klartext: nach der Scheidung muss nun jeder Ex-Ehepartner für sich selber sorgen, wenn das jüngste Kind drei Jahre alt ist.

Allerdings verlangt die Neuregelung keinen abrupten Wechsel von der elterlichen Betreuung zu einer Vollzeiterwerbstätigkeit. Denn aus Billigkeitsgründen und vor allem zum Schutze des Kindeswohls ist ein gestufter Übergang bis hin zu einer Vollzeitbeschäftigung möglich.

Es muss nämlich auch dann eine kindgerechte Betreuung gewährleistet sein, wenn der bisher nicht erwerbstätige Ex-Ehepartner nun wieder arbeiten geht. Der Staat will hier mit seiner ausgebauten Kindesbetreuung und Tagespflege helfen und so eine bessere Vereinbarung von Erwerbstätigkeit und Kindeserziehung schaffen. Eine Berufung auf die Notwendigkeit einer eigenen persönlichen Betreuung des Kindes ist deshalb grundsätzlich nicht mehr möglich, wenn es entsprechende (staatliche bzw. kirchliche) Betreuungsmöglichkeiten gibt.

Ob das nun tatsächlich zum Wohle des Kindes ist, bleibt natürlich dahingestellt. Vielfach war heute in der Tagespresse zu lesen, dass dies tatsächlich gegen das Kindeswohl gehe, wenn „Mutti nun arbeiten müsse“. Auf der anderen Seite ist aber auch das Interesse des erwerbstätigen Ex-Partners zu sehen, der/die nicht dauerhaft für den Unterhalt seiner Ex-Partnerin/ihres Ex-Partners aufkommen will.

Thomas

Bittere Tatsachen über marode Einkommensentwicklungen, die auswuchernde Überhandnahme des Niedriglohnsektors und die lediglich gefühlte Gleichberechtigung in Deutschland: zwei neu veröffentlichte Studien lassen erneut erahnen, dass etliche Dinge scheinbar ziemlich schief laufen in unserem Land.

Los geht es mit dem Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), einem Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit, welches die Entwicklung des sog. Niedriglohnsektors analysiert hat. Das Ergebnis der Studie: Nur jedem Achten, der bereits 1999 in diesem Bereich arbeitete, gelang bis 2004 der Sprung über die Niedriglohnschwelle nach oben. Einmal Niedriglohn, immer Niedriglohn. Dabei hatten es Frauen, na sowas, noch schwerer: nur jede Zehnte war hierbei erfolgreich. Und dazu passt die Information, dass weibliche Arbeitnehmer zwar nur 35% aller Vollzeitbeschäftigten stellen, jedoch 65% der vollzeitbeschäftigten Geringverdiener. Deutlicher geht es kaum.

Dem EU-Sozialkommissar Vladimir Spidla ist dies schon lange ein Dorn im Auge. Bereits 2007 drohte er mit einem neuen EU-Gesetz, auch um das hiesige Lohngefälle endlich zu beseitigen: In Deutschland ende die Gleichberechtigung beim Lohn, monierte er damals. Nun legt er nach: In einem Gespräch mit der „Welt“ stellt er fest, dass in unserem Land der Stundenlohn von Frauen im Schnitt 20 Prozent unter dem der Männer liegt und Deutschland eigentlich, zumindest was diese Ungleichbehandlung betrifft, nur noch von Estland, Zypern und der Slowakei im negativen Sinne getoppt wird. Spidla verlangt deshalb eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, deutlich mehr Frauen in Führungspositionen und eine höhere Akzeptanz des Prinzips „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ bei den Arbeitgebern.

Man kann es aber irgendwie auch nicht mehr hören, oder? Die Süddeutsche Zeitung findet das ganze mittlerweile nur noch peinlich für unser Land, aber warum ändert sich denn dann eigentlich nichts? Fährt unsere Wirtschaft so gut damit? Ist unsere Gesellschaft so behäbig? Deutschland ist die führende Wirtschaftsmacht Europas, wird zudem von einer Frau regiert, warum also ist es so schwierig die Rahmenbedingungen hierzulande positiver zu gestalten? Bessere Ausbildung, bessere Betreuungsmöglichkeiten für Kinder, na klar. Alles schon x-Mal gehört. Nur die Haltung, die Einstellung, die ändert sich einfach nicht, es frustriert.

Dazu passt wunderbar eine weitere Studie, diesmal vom überwiegend von Unternehmerseite finanzierten Institut für Wirtschaft und Gesellschaft (IWG), gegründet übrigens von Kurt Biedenkopf, welches seinen Beitrag zum momentan heiß diskutierten Thema „Ausdünnung der Mittelschicht“ abliefert. Das Institut liebt es zu rechnen, kommt dadurch aber auf eine interessante, ja sogar brisante Spur: Denn von 1996 bis 2006 verschwanden 5,5 Millionen Menschen aus dem Segment der sog. Mittelverdiener. Die Gruppe der Starkverdiener wuchs dagegen um 2,1 Millionen, die der Geringverdiener sogar um bittere 4,1 Millionen. Und, schon nachgerechnet? Richtig, das geht nicht auf. 0,7 Millionen kamen wohl irgendwie aus dem Nichts dazu. Aus dem Nichts? Falsch. Aus dem Ausland. Denn nun geht die Rechnung weiter: In diesen 10 Jahren schrumpfte die Gruppe der Deutschen um 2,8 Millionen, dagegen kamen 3,5 Millionen Migranten aus dem Ausland dazu (schon mal über Deutschland als Einwanderungsland nachgedacht?). Und da sind sie denn auch wieder, die fehlenden 0,7 Millionen. Nur: von diesen 3,5 Millionen neu zu uns gezogenen Menschen, haben sich 2,9 Millionen gleich direkt und unverzüglich in den Niedriglohnbereich begeben. Weg sind sie. Und daraus lässt sich nun wiederum die interessante Schlußfolgerung ableiten, dass sich die Ausdünnung der Mittelschicht als unmittelbare Folge der Migration darstellt und wenn überhaupt, dann höchstens teilweise auf den Abstieg von „eigenen“ Bevölkerungsgruppen. Das Institut prognostiziert dann auch eine Fortführung dieses Trends, solange sich an den Rahmenbedingungen nichts ändert.

Und da kommen die Nächsten ins Spiel und der Bogen wird gespannt, hinüber zur immer größer werdenden Gruppe der Alleinerziehenden. Sie sind, schon deswegen weil sie halt nun mal allein, also ohne Partner sind, immer die wirtschäftlich Schwächeren. Und das wird auch so bleiben. Jemand der alleinerziehend ist und ein Kind unter 14 Jahren hat, müsste schon ein Mindesteinkommen von für viele absolut hypnotischen 1.422 Euro netto im Monat haben, um nicht mehr zu den sog. Geringverdienern zu zählen. So lautet die Definition, da kommt man nicht so leicht raus. Und der Trend Alleinerziehender steigt und steigt. Und damit auch die Einkommensverschiebung in der Bevölkerung insgesamt, leider halt nur in die falsche Richtung. Da hilft es dann auch nur wenig und ist lediglich eine dünne Schlagzeile wert, die deutsche Familie mit Kindern als eigentliche Gewinner in den Mittelpunkt zu stellen, wie manche Presseberichte nach Bekanntwerden der Studie dies getan haben. So etwas hilft nur um kurz mal Luft zu holen, sich einen Moment etwas wohler zu fühlen, zumindest beim Überflug über die Schlagzeile. Der Blick jedoch muss aufs Ganze gehen, und das Ganze geht irgendwie immer weiter abwärts.

Was aber hilft denn überhaupt? Im Kleinen könnte viel erreicht werden. Das Bewusstsein der Familienförderung, das Bewusstsein eines neueren Bildes von Mann und Frau, das endlich auch in der Gesellschaft ankommt, auch von Eltern und Kindern, von anderen möglichen Lebensformen als „Familie“ im Gegensatz zu den bekannten herkömmlichen, die Akzeptanz all dieser Umstände auf breiter Ebene. Wahrlich viel verlangt. In den Betrieben kann damit angefangen werden, jeder kann einen Beitrag leisten, nur im Kopf muss zuerst mal damit begonnen werden und es muss allerschleunigst ein Ende haben mit der finanziellen Ungleichheit, denn die lediglich gefühlte Gleichberechtigung endet in der Realität schnell im Sumpf des Niedriglohns.

Auf der anderen Seite verbleibt es, das Ergebnis einer verfehlten Ausländer- und Integrationspolitik zu begutachten und dann schnellstens zu ändern. Hier muss endlich mit ganz anderen Ansätzen ran, Ausländer müssen deutlich besser integriert werden, sicherlich müssen sie sich auch integrieren lassen, in der Breite brauchen alle eine bessere Bildung und und und. Das sind Themen für ein ganzes Leben…

Und kosten tut das alles sehr viel Geld. Diese Wahrheiten kennt jeder! Aber umgesetzt werden sie nicht. Dann braucht man sich aber auch zukünftig nicht wundern, wenn immer weniger Menschen in unserer tatsächlichen Mitte Platz nehmen, und zwar gesellschaftlich, finanziell und sozial. Und es kann nicht sein, dass das alles nur wegen des Geldes scheitert, denn am Ende würden wir alle verlieren. Und zwar sehr viel.

Peter

von Peter am 21.03.2008, 13:42 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat kürzlich das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ vorgestellt. Dabei geht es um die besondere Unterstützung der Frauen, die ihren beruflichen Wiedereinstieg nach der sog. Familiengründungsphase suchen und das sind immerhin 80 Prozent aller Mütter, die davor schon gearbeitet haben.
Grundlage ist eine Studie des Sinus-Instituts, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Diese zeigt ernüchternde Ergebnisse. Frauen, die wieder zurück in den Beruf wollen, haben eine Vielzahl von Hürden zu überwinden:

  • Der Partner, der selbst beruflich eingespannt ist, seiner Frau somit nicht den Rücken freihalten kann und oft auch gar nicht mit dem Wiedereinstieg der Frau in den Job einverstanden ist.
  • Die Kinderbetreuung, die zu selten vorhanden ist und falls doch, zu viel kostet.
  • Der Beruf selbst, denn überall wird heute Flexibilität gefordert, was gerade von Müttern vielfach nicht zu erbringen ist.
  • Emotionen: Sorge um das betreute Kind, aber auch um sich selbst, da man sich im Betrieb als Mutter oft nicht vollwertig akzeptiert fühlt.
  • Finanzielle Hürden, die durch eine Reduzierung der Stundenanzahl entstehen (48 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeitverhältnissen).

Das Aktionsprogramm will an verschiedenen Stellen unterstützend ansetzen: So wird es ein Internetportal geben, dass auf die Bedürfnisse der jobwilligen Mütter zugeschnitten ist und regionale Beratungsangebote vermittelt. Weiterhin sollen mit EU-Geldern Projekte unterstützt werden, die Berufsrückkehrerinnen besser integrieren möchten. Und schließlich sollen auch auf lokaler Ebene bestehende Strukturen mehr auf Frauen ausgerichtet werden. Die Regierung spricht hier von Lokalen Bündnissen für Familie, Mehrgenerationenhäusern und die „Infobörsen für Frauen“.

Alle Maßnahmen, die geeignet sind, Mütter die in den Beruf zurückkehren, zu unterstützen sind voll und ganz zu begrüßen. Die Partner in den Familien sind mit am meisten gefordert: Männer müssen die Möglichkeiten, die die Elternzeit bietet, mehr in Anspruch nehmen. Denn auch dadurch entlasten Sie ihre Frauen. Dann: Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb können ebenfalls das ihre tun, indem sie Rückkehrerinnen entsprechend unterstützen und sie deutlich spüren lassen, dass sie „vollwertige“ Kolleginnen sind. Und die Arbeitgeber: Diese müssen damit aufhören, vielfach nur Aufgaben zweiter Klasse zu verteilen und die Mütter, so heißt es in der Studie wortwörtlich, dadurch in „diskriminierender Weise zu schonen“! Bleibt noch der Betriebsrat. Für diesen kann es ebenfals einiges zu tun geben. Was genau, darüber kann man sich etwa auf dieser Schulung ein genaueres Bild machen.

Peter

von Andrea am 08.02.2008, 11:55 Uhr , Kategorie: Familienfreundl. Betrieb, Frauen im Beruf, Rechtsprechung

Eine 38-jährige Arbeitnehmerin hat ihren Arbeitgeber, eine große Versicherungsgesellschaft, auf 500.000 ? Schadensersatz wegen Geschlechtsdiskriminierung verklagt, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Hintergrund ist die ?stille Kündigung? durch den Arbeitgeber, als dieser von der Schwangerschaft erfuhr. Die studierte Germanistin wollte lediglich drei Monate Mutterschutz nehmen, da ihr Einkommen die Familie ernährt. Bereits am letzten Arbeitstag wurde ihr Nachfolger vorgestellt. Als sie am Ende ihres Mutterschutzes zurückkehren wollte, drängte der Arbeitgeber sie dazu, Elternzeit zu nehmen. Die Klägerin bestand jedoch auf ihre Rückkehr. Der Arbeitgeber entzog ihr daraufhin die Zuständigkeit für den bisherigen umsatzstarken Bezirk und gab ihr stattdessen einen anderen Bezirk, der nur einen Bruchteil des Umsatzes eingebracht hat. Als der Arbeitgeber dann noch den Email-Zugang gesperrt und eine Schulung versagt hat, sei der Beschluss gefallen, den Arbeitgeber auf Schadensersatz zu verklagen.

Die Klägerin ist auch überzeugt, dass ihre türkische Herkunft eine Rolle gespielt hat, obwohl sie Deutsche ist. Sie hat daher ihren Arbeitgeber zugleich wegen ?ethnischer Diskriminierung? verklagt.

Ihre Anwälte Prof. Dr. Alenfelder, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Antidiskriminierungsrecht, der für das ifb über das Thema AGG referiert, und sein Kollege Frank Jansen, legen in ihrer Klageschrift ausführlich dar, warum die Schadensersatzforderung bei einem Bruttomonatsgehalt von 3.600 ? gerechtfertigt ist. Vom AGG werden abschreckende Strafen, die über den rein materiellen Schaden hinausgehen, ausdrücklich vorgesehen. In anderen angelsächsischen Ländern werden in solchen Fällen weitaus höhere Schadensersatzsummen zugesprochen.

Es bleibt abzuwarten, ob auch in Deutschland künftig höhere Schadensersatzsummen zugesprochen werden.

Andrea

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