Frau mit Igelball bei SchulterverspannungenNotebooks, Smartphones, Tablets: Die Digitalisierung hat uns fest im Griff, sowohl im Berufsleben als auch im privaten Alltag. Dass diese Entwicklung viele Vorteile hat, steht außer Frage. Doch sie birgt auch Risiken für Körper, Geist und Seele und hat teils schmerzvolle, teils sonderbare Begleiterscheinungen.

Muskel- und Skeletterkrankungen sind nach wie vor die Hauptgründe für krankheitsbedingte Fehlzeiten. Aber: Neben den „Klassikern“ haben mittlerweile noch weitere Leiden ihren Weg an die Spitze der neuen Zivilisationskrankheiten gefunden. Sie werden SMS-Daumen, Tablet-Schulter, Maus-Arm oder auch Handy-Nacken genannt. Was erst einmal witzig klingt, hat einen ernsten Hintergrund: Die einseitige körperliche Belastung beim ständigen Umgang mit Smartphones und die Arbeit am PC machen dem Körper zu schaffen. So sind Verspannungen und chronische Muskelschmerzen bei vielen Menschen die Folge der immer gleichbleibenden Körperhaltung bei der Nutzung der entsprechenden Geräte. Zum Beispiel schaut man meist mit gesenktem Kopf auf das Display seines Smartphones oder Tablets. Dauerhaft führt diese unnatürliche Kopfhaltung zu quälenden Verspannungen (Handy-Nacken). SMS-Daumen und Maus-Arm entstehen durch das permanente Eintippen von Nachrichten auf dem Telefon bzw. durch die pausenlose Bedienung der Maus am PC. Die Sehnen werden überlastet, Schmerzen und Bewegungseinschränkungen sind die Folge.

Experten sind sich einig: Die genannten Erkrankungen sind die Folge von Überlastung, Monotonie und ungesunder Körperhaltung. Zur Vorbeugung empfehlen sie regelmäßige Pausen beim Tippen und Klicken, leichte Dehnübungen sowie kleine Hilfsmittel wie z. B. Gerätehalterungen für Tablets. Außerdem hilft es, bei der Bedienung von Smartphone oder Maus öfter mal den Finger bzw. die Hand zu wechseln. Denkbare Maßnahmen wie Dauerentzug werden dagegen eher schwierig umsetzbar sein.

Bildquelle: @ absolutimages – fotolia.de

Gestresster Arbeitnehmer am Abend mit HandyStellen Sie sich vor, Sie schreiben eine E-Mail, aber sie geht nicht raus. Der Server des Unternehmens blockiert den Versand. Ein kurzer Blick auf den Kalender: Es ist Wochenende. Ach so, wahrscheinlich ein technischer Fehler? Keineswegs! Denn die Blockade erfolgte absichtlich, auf Anweisung des Arbeitgebers.

Was für den zunehmend digitalisierten deutschen Arbeitnehmer kaum vorstellbar ist, wurde für seinen französischen Kollegen zum Jahreswechsel zumindest ein klein wenig zur Realität. Der Gesetzgeber führte ein weltweit einmaliges Gesetz ein: Das „droit à la déconnexion„, übersetzt etwa so wie das Recht auf Abschalten oder auch das Recht auf Funkstille.

Dabei geht es um die Erreichbarkeit bzw. die Nicht-Erreichbarkeit von Beschäftigten. Zu normalen Arbeitszeiten ist das kein Problem. Aber was, wenn der Anruf des Kollegen im Urlaub oder die E-Mail des Chefs am Feierabend kommt? Da entsteht dann plötzlich diese Angst, vielleicht einen beruflichen Nachteil zu haben, wenn man nicht antwortet. Verständlich? Nun, so sind die Zeiten.

In Frankreich macht der Gesetzgeber nun damit Schluss. Oder versucht es zumindest. Wie die „Welt“ berichtet, brauchen Arbeitnehmer in Belle France ab sofort nicht mehr rund um die Uhr erreichbar sein. Ist das die erste Mauer wider die Digitalisierung?

„Arbeitgeber sollen die Freizeit ihrer Angestellten respektieren.“ Dieser Satz stammt aus dem französischen Arbeitsministerium. Und: „Die Balance zwischen Arbeits- und Privat- und Familienleben muss gewährleistet werden.“

Wie aber funktioniert das neue Recht? Betriebe mit mehr als 50 Beschäftigten sind ab sofort dazu verpflichtet, mit den Sozialpartnern eine Lösung zu finden, wie die Beschäftigten vor digitalen Zugriffen geschützt werden. Erst mal eine gute Idee, denn: Das macht individuelle Lösungen auf betrieblicher Ebene möglich. Aber, nun der Nachteil: Erfolgt keine Einigung, bestimmt der Betrieb die Lösung selbst. Und Rechtsfolgen wie etwa Strafen sieht das Gesetz nicht vor. Das macht Bauchweh, bleibt es so letztlich doch sehr oft im Bereich der Freiwilligkeit. Nur: Wenn Unternehmen freiwillig etwas machen sollen, das sie nicht unbedingt wollen, weiß man ja wie das erfahrungsgemäß ausgeht. Es wird dann nicht viel passieren.

Unabhängig davon haben Einzelne schon gehandelt: Konzerne wie Axa Versicherung, Solvay Chemie, Michaelin oder Orange Telecom stellten interne Regeln für den Umgang mit persönlicher Erreichbarkeit auf. Orange zum Beispiel prüft, was man tun kann, um die Belastung der Mitarbeiter durch digitale Vernetzungen zu verringern.

Gesetzliche Vorhaben sind in Deutschland nicht geplant. Aber auch hier handeln Unternehmen. Volkswagen etwa richtete schon vor Jahren eine Sperre ein, die das persönliche E-Mail-Postfach nach Dienstschluss offline setzt. Und das Management der Deutschen Telekom wies die Abteilungsleiter an, Mitarbeitern außerhalb des Dienstes keine E-Mails zu schreiben. Wenn die Großen es vormachen, werden viele andere folgen. Irgendwann haben dann vielleicht auch wir zumindest wieder etwas mehr Funkstille.

Bildquelle: © Bits and Splits – fotolia.com

Kranke Arbeitnehmerin am SchreibtischEin extra Bonus für Mitarbeiter, die sich krank zur Arbeit schleppen? Ist das etwa die dümmste Idee aller Zeiten? Derartige Kommentare kann man gerade auf Facebook lesen (wo sonst?). Gemeint ist die neue Gesundheitsprämie, die der Daimler-Konzern soeben per Betriebsvereinbarung eingeführt hat.

Ist es tatsächlich eine Gesundheitsprämie oder doch mehr eine Bestrafung für Kranke?

Zwei Jahre lang testete Daimler den neuen „Anwesenheitsbonus“ in einem großen Pilotprojekt. Jetzt wird es ernst: Jeder Mitarbeiter, der ein Jahr lang krankheitsbedingt nicht fehlt, erhält eine Extra-Prämie von 200 Euro auf sein Gehalt. Gerade wurde mit dem Betriebsrat eine neue Betriebsvereinbarung geschlossen.

Bereits im Vorfeld schlugen die Wellen hoch. Eine Prämie fürs Nichtkranksein? Was soll das? Welche Anreize werden da gesetzt? Und welche Auswüchse könnte das nach sich ziehen? Kommen Mitarbeiter krank zur Arbeit, um ihren Anspruch nicht zu verlieren? Zumindest eins ist offensichtlich: Die Prämie wird auf 50 Euro pro Quartal geviertelt und ist allein dadurch vermutlich viel zu niedrig, um wirklich Kranke aus dem Bett zu holen. Aber ist sie auch niedrig genug, um zumindest nicht doch mal verschnupft ins Büro oder in die Produktion zu gehen? Hier werden dann die gesunden Kollegen angesteckt, die sich bedanken. aber das ist wieder eine andere Sache.

Die Gesundheitsprämie ist sowohl bei Belegschaften als auch bei Gesundheitsexperten umstritten. Das betrifft nicht nur Daimler, sondern alle Unternehmen, die hier aktiv sind. Der Autobauer tat gut daran, die Sache über Jahre zu testen. Das Ergebnis führte jedenfalls nicht dazu, dass man die Sache wieder abblies.

Die Stuttgarter Nachrichten zitieren den Betriebsratsvorsitzenden Michael Brecht. Er stellt die Zustimmung des Betriebsrats als Teil einer Interessenabwägung dar. Die Mitarbeiter erhielten zukünftig unbefristet einen umfassenden, kostenlosen Gesundheitscheck, wohingegen der Anwesenheitsbonus in zwei Jahren wieder auslaufen werde. Wahre Überzeugung drückt man anders aus.

Gesundheitsförderung und Prävention – es sind gute und richtige Wege im betrieblichen Gesundheitsmanagement. Die Regelung bei Daimler selbst ist tatsächlich viel differenzierter, als sie hier dargestellt wurde. So sind etwa auch Härtefallregelungen vorgesehen.

Beim Stuttgarter Autobauer werden traditionell vergleichsweise hohe Gehälter gezahlt. 50 Euro mehr im Quartal werden da als Antrieb bei den meisten nicht viel bewirken. Darum ist klar: Es geht nicht so sehr um das Geld und die Prämie, sondern um etwas anderes: Die Signalwirkung. „Bleib gesund“ sagt das Unternehmen „und wir geben dir dafür etwas – mehr oder weniger symbolisch“. Dazu gibt es äußerst reale Vorsorgeprogramme, hochwertige medizinische Checks und Gesundheitskurse. Nicht schlecht.

Die Gesundheit der Mitarbeiter scheint bei Daimler weit oben zu stehen – gerade auch wegen dieser umstrittenen Anwesenheitsprämie. Ob sie der Gipfel der Erkenntnis ist, wird sich noch zeigen. Als Teil eines größeren Pakets wird man sie verkraften können.

Und Sie? Kein Job bei Daimler, aber ebenfalls Interesse, die Gesundheit der Kollegen (noch) mehr in den Mittelpunkt zu stellen? ifb-Seminare zum Arbeits- und Gesundheitsschutz weisen den Weg

Bildquelle: ©  Picture-Factory – fotolia.com

Brustimplantate aus SilikonMit dieser pikanten Frage hat sich kürzlich das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen (Urteil vom 23.11.2016, 1 K 2166/14) befasst. Laut der Pressemitteilung lag dem Verfahren folgender Sachverhalt zugrunde: Eine Dame, die aus kosmetischen Gründen Brustimplantate trägt, bewarb sich für die Einstellung in den Polizeivollzugsdienst des Landes Nordrhein-Westfalen. Die polizeiärztliche Untersuchung kam zu dem Ergebnis, sie sei für den Polizeidienst untauglich. Insbesondere bei körperlichen Gewaltanwendungen könne ein Reißen der Implantate nicht ausgeschlossen werden. Bei älter werdenden Implantaten sei bereits bei einem Bagatelltrauma eine Ruptur möglich. Gesundheitliche Komplikationen im Zusammenhang mit den Implantaten könnten eine vorzeitige Dienstunfähigkeit zur Folge haben.

Gegen diese ablehnende Entscheidung des Landes ging die Bewerberin gerichtlich vor. Mit Erfolg! Das Verwaltungsgericht ist auf der Grundlage eines eingeholten Sachverständigengutachtens zu der Bewertung gelangt, dass die Implantate ihre Eignung für den Polizeivollzugsdienst nicht infrage stellen. Eine Untauglichkeit für den Polizeidienst könne nur angenommen werden, wenn eine dauernde Dienstunfähigkeit vor Erreichen der gesetzlichen Altersgrenze oder regelmäßige und erhebliche Ausfallzeiten über Jahre hinweg überwiegend wahrscheinlich sei. Nach Ansicht der Richter lassen die Ergebnisse des Sachverständigengutachtens eine solche Feststellung nicht zu. Danach gebe es keine ausreichenden Daten, die eine verlässliche Prognose über das Risiko für ein verletzungsbedingtes Reißen der Implantate oder für andere gesundheitliche Komplikationen ermöglichten. Daher könne keine belastbare Aussage darüber getroffen werden, mit welcher Eintrittswahrscheinlichkeit Einschränkungen der Polizeidienstfähigkeit im Zusammenhang mit Brustimplantaten auftreten. Verbleibende Zweifel hinsichtlich der Folgewirkungen der Implantate genügten nicht, die gesundheitliche Eignung für den Polizeidienst zu verneinen.

Bildquelle: @branislavp – fotolia.com

Mann mit Schirmmütze schaut mit einem Fernglas aus dem Fenster neben ihm steht eine KameraDie Anzahl der Fehltage in den Unternehmen steigt und steigt – erkältungsbedingt im Winter noch mehr als im Sommer. In der Regel ist klar: Wer krank ist, ist krank. In der Regel! Denn schwarze Schafe gibt es leider überall: Sie melden sich krank, obwohl sie gesund sind. Was erstens bekannt ist und zweitens dazu führt, dass auch Arbeitgeber ihren Mitarbeitern nicht immer glauben, dass sie wirklich krank sind. Erschreckend: Fast ein Drittel (32 %) der Führungskräfte überprüft die Beschäftigten sogar, um sicherzugehen, dass sie nicht simulieren. Das ist das Ergebnis eine Studie von CareerBuilder. Aber wie genau machen sie das?

Laut Pressemitteilung nutzen manche Arbeitgeber Standard-Vorgehensweisen. Sie verlangen eine Krankmeldung vom Arzt (65 %) oder rufen die Mitarbeiter an, um zu überprüfen ob sie wirklich krank sind (36 %). Doch es geht auch weniger orthodox. Weitere Methoden sind:
• am Wohnort des Erkrankten vorbeizufahren (27 %)
• einen anderen Mitarbeiter zu bitten, den kranken Kollegen anzurufen (13 %)
• den Partner oder ein Familienmitglied zu kontaktieren, um sich die Krankheit bestätigen zu lassen (9 %)

15% der Arbeitgeber geben zu, das soziale Netzwerk-Profil ihres Mitarbeiters zu überprüfen, um sicherzugehen, dass dieser die Krankheit nicht vortäuscht. Dies scheint eine erfolgreiche Taktik zu sein: 29 % der Arbeitnehmer, die sich unbegründet krank gemeldet haben, wurden über ihre Social Media Aktivitäten bloßgestellt. 5 % davon wurden gekündigt und weitere 19 % erhielten eine Abmahnung, so die Studie.

Und was ist mit beauftragten Detektiven, die die Mitarbeiter bespitzeln? Dass es das ebenfalls gibt, haben wir schon des Öfteren mitbekommen. Doch darf der Arbeitgeber das überhaupt? Mit dieser Frage hat sich bereits im letzten Jahr das Bundesarbeitsgericht beschäftigt (wir berichteten). Antwort: Ja, er darf – aber nur unter ganz bestimmten strengen Voraussetzungen. Nämlich dann, wenn ein auf Tatsachen beruhender, konkreter Verdacht einer schweren Pflichtverletzung vorliegt.

Bildquelle: @tiero – fotolia.de

 Arbeitsunfaehigkeitsbescheinigung liegt auf schwarzer Tastatur Jedenfalls fordert das laut Focus eine Medizinrechtlerin. Wie bitte? Ist man jetzt bei einer Erkältung nicht mehr krank? Absurd – weiß jeder, den es schon einmal richtig erwischt hat. Aber genau das könnte man beim Lesen der Fragestellung in der Überschrift denken. Doch: Eigentlich ist das, was die Medizinrechtlerin fordert, genau das Gegenteil. Nämlich: Wer wegen einer Erkältung nicht arbeiten kann, sollte nicht mehr vom Arzt, sondern durch sich selbst krankgeschrieben werden. Dies würde Patienten von unnötigen Wegen entlasten und Ärzte von unnötiger Arbeit. Denn nicht jede Erkrankung erfordere tatsächlich eine Betreuung durch einen Arzt, so die Expertin. Insbesondere bei einer „normalen“ Erkältung wisse man, dass das Schlimmste nach ein bis zwei Tagen wieder vorbei ist.

Unwahrscheinlich? Nicht überall? Laut Focus dürfen sich in Norwegen Arbeitnehmer für bis zu drei Tage am Stück ohne ärztliche Bescheinigung selbst krankmelden. In einem Großteil der norwegischen Unternehmen ist die selbstständige Krankmeldung sogar bei Ausfällen von bis zu acht Tagen am Stück und bis zu 24 Tagen im Jahr zulässig.

Warum das bei uns in Deutschland zumindest zur Zeit noch undenkbar ist, sind vor allem auch die gesetzlichen Regelungen z.B. im Entgeltfortzahlungsgesetz. Danach ist der Arbeitnehmer verpflichtet, ab dem 3. Krankheitstag dem Arbeitgeber eine ärztliche Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung vorzulegen (wie berichteten darüber). Darüber hinaus ist der Arbeitgeber jedoch auch berechtigt, die AU-Bescheinigung bereits ab dem 1. Krankheitstag zu fordern.

Bildquelle: @PeJo – fotolia.de

Blaulicht PolizeiDie Krankmeldungen bei der Polizei sind laut Rainer Wendt, dem Chef der Deutschen Polizeigewerkschaft, in der Flüchtlingskrise so stark angestiegen (in manchen Dienststellen um bis zu 20%!), dass dies auf Dauer nicht zumutbar sei. In einem Presseinterview erzählt er: „Tausende Polizisten sind seit Monaten weit weg von ihrem eigentlichen dienstlichen Auftrag eingesetzt. Sie erfüllen Aufgaben, für die sie eigentlich gar nicht ausgebildet wurden, und was auch mit Polizeiarbeit gar nichts zu tun. Das Ganze noch in einer unglaublich psychisch und körperlich belastenden Situation in zwölf Stunden Schichten, in denen ihnen dann auch fürchterliche menschliche Schicksale begegnen. Das alles belastet die Polizisten, vor allen Dingen auch psychisch, es belastet ihre Familien und ihre Gesundheit. Und es ist kein Ende absehbar.“ Wendt fordert den Bundesinnenminister de Maizière auf, jetzt „schnell und kurzfristig für Entlastung zu sorgen“.

Polizisten sind sehr resistent, sonst könnten sie diesen Job gar nicht machen. Aber irgendwann ist Schluss. Wie bei uns allen. Jeder hat seine Grenzen. Auch Polizisten sind bloß Menschen. Es wäre gut, sie schnellstmöglich von der Vielzahl an Sonderaufgaben zu befreien– zu ihrer und zu unserer Sicherheit.

Bildquelle: @ animaflora – fotolia.de

Banner für die Fachtagung GesundheitDer betriebliche Arbeits- und Gesundheitsschutz gehört nach wie vor zu den zentralen Aufgaben des Betriebsrats. Dies zeigt sogar das Ergebnis einer aktuellen Betriebsrätebefragung, die 2015 im Auftrag der Hans-Böckler-Stiftung durchgeführt wurde. 83% der befragten Interessenvertretungen haben sich im vergangenen Jahr intensiv mit diesem Thema befasst – bzw. befassen müssen. Hohe Fehlzeiten wegen erkrankter Mitarbeiter und die immer neuen Herausforderungen durch den raschen Wandel unserer Arbeitswelt sind nur zwei von vielen Gründen, warum in den Betrieben dringender Handlungsbedarf besteht.

Stehen Sie vor ähnlichen Problemen? Bestimmen Überstunden, Leistungsdruck oder eine zu geringe Personaldecke Ihren Arbeitsalltag? Muss auch in Ihrem Betrieb dringend etwas passieren, damit nicht noch mehr Kolleginnen und Kollegen krank werden? Dann sind Sie auf unserer Fachtagung „Arbeit gesund gestalten – Kollegen vor Gefahren schützen“ genau richtig. Ob gesunde Führung, Gefährdungsbeurteilung oder bewusste Gesundheitsförderung: Nutzen Sie jetzt die Gelegenheit, sich in kurzer Zeit über die wichtigsten Themen im Arbeits- und Gesundheitsschutz zu informieren. Besuchen Sie vier von Ihnen gewählte Workshops und seien Sie bei den spannenden Vorträgen unserer Gastredner dabei. Tauschen Sie sich mit unseren Experten und unter Kollegen zu aktuellen Trends nachhaltiger Gesundheitsarbeit aus.

Übrigens: Auch eine Fachtagung, die die notwendigen erforderlichen Inhalte vermittelt, gilt als Schulungsveranstaltung im Sinne des § 37 Abs. 6 BetrVG! Das hat das Landesarbeitsgericht Hamburg (Beschl. v. 04.12.2012 – 4 TaBV 14/11) entschieden.

Wir freuen uns auf Sie!

Arbeit am Notebook mit HandverletzungWelches Körperteil am häufigsten bei Arbeitsunfällen in den Branchen Energie, Textil, Elektro und Medienerzeugnisse verletzt wird, verrät eine aktuelle Unfallstatistik der zuständigen Berufsgenossenschaft BG ETEM. Danach sind nicht der Kopf oder der Rücken, sondern die Hände der Spitzenreiter und zwar mit 22.705 Fällen im vergangenen Jahr. Das entspricht in etwa 40 % aller erfassten 57.000 meldepflichtigen Arbeitsunfälle des Jahres 2014. Die Verletzungen erfolgen dabei meistens durch das Einwirken von Werkzeugen und laufenden Maschinen und Männer sind dabei häufiger betroffen als Frauen. Platz zwei in der Unfallstatistik belegen Knöchel und Füße gefolgt von Kniegelenk und Unterschenkel.

Unfälle sorgen nicht nur für Schmerzen und Leid, sie verursachen auch Kosten: Für die medizinische Behandlung und anschließende Rehabilitationsmaßnahmen aller meldepflichtigen Arbeitsunfälle, Wegeunfälle sowie der Berufskrankheiten hat die BG ETEM nach eigenen Angaben im  Jahr 2014 gut 814 Millionen Euro ausgegeben.

Bildquelle: © RioPatuca Images – fotolia.de

In einem Tischkalender ist am 2. November das Wort Spätschicht eingetragenLaut der Auswertung einer aktuellen amerikanischen Studie haben zumindest Nachtschichten negative Folgen sowohl auf die Gesundheit als auch auf die Lebensdauer und seien „mit einem leichten Anstieg der Sterblichkeit verbunden“. Ein internationales Forscherteam hatte im Rahmen dieser Langzeit-Expertise die möglichen Auswirkungen von rotierenden Nachschichten auf die Wahrscheinlichkeit von Sterblichkeit, Herzkreislauf- und Krebserkrankungen untersucht. Dafür wurden rund 75.000 Krankenschwestern über einen Zeitraum von 22 Jahren beobachtet. Andere Risikofaktoren wie Alkoholkonsum, hohes Alter, Rauchen, wenig Bewegung oder Übergewicht wurden in der Studie berücksichtigt. Das berichtet unter anderen das Ärzteblatt.

Natürlich könnte man jetzt denken, dass gerade Krankenschwestern allein durch ihre Tätigkeit schon so vielen Gefahren ausgesetzt sind, dass das Ergebnis eigentlich kein Wunder sei. Doch so ist es nicht. Bereits im Jahr 2007 hatte laut Ärzteblatt die  Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) Schichtarbeit als „wahrscheinlich krebserregend“ eingestuft. Doch warum das alles?

Medizinisch tiefer gehende Details können unter dem angegebenen Link des Ärzteblatts nachgelesen werden. Hier wollen wir es einfach halten:
mehr »

  1. Seiten:
  2. 1
  3. 2
  4. 3
  5. 4
  6. 5
  7. 6
  8. 7
  9. 8
  10. 9
  11. 10