Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BauA) sowie das Bundesinstitut für Berufsbildung (BiBB) sind in einer Studie der Frage nachgegangen, wie viele Arbeitnehmer trotz Krankheit zur Arbeit (Präsentismus) gehen. Befragt wurden 20.000 Erwerbstätigen in Deutschland. Darüber berichtet unter anderem das Internetportal arbeitssicherheit.de.

Ergeben hat die Studie laut Pressebericht Folgendes: Jeder zweite Arbeitnehmer geht trotz Krankheit zur Arbeit. Innerhalb der letzten 12 Monate sind die Beschäftigen im Durchschnitt an 11,5 Tagen ihrer Arbeit weiter nachgegangen, obwohl sie gesundheitlich angeschlagen waren. An 17,4 Tagen dagegen sind sie zuhause geblieben. Dieses Verhalten kommt am häufigsten in Berufen der Bau- und Landwirtschaft sowie in Sozial-, Erziehungs- und Gesundheitsberufen vor. Als Begründung wurde besonders häufig angegeben, dass die Befragten sich wegen Leistungs-, Termin- und Zeitdruck auch in schlechter Verfassung zur Arbeit schleppen und sich nicht krankschreiben lassen wollen. Das Pflichtgefühl spielt eine große Rolle, vor allem dann, wenn keine Vertretung vorhanden ist oder psychischer Druck dahinter steckt. Viele Beschäftigte glauben, wer lange oder häufig krank ist, verliert seinen Job.

Folgen des Präsentismus sieht die BAuA vor allem in nachlassender Leistungsfähigkeit und abnehmender Produktivität. Sie warnt vor Langzeitfolgen. Weitere Untersuchungen zeigten, dass die Kosten von Präsentismus mindestens so hoch seien wie die Kosten von krankheitsbedingtem Fehlen.

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Seit 18 Jahren arbeitet Klaus Karmacher (Name geändert) in der Produktion eines westdeutschen Automobilzulieferers. Das Bedienen von Maschinen, der Umgang mit schwerem Gerät war seine tägliche Routineaufgabe. Körperlich sehr anstrengende Arbeit! Fast schon ein Wunder, dass es so lange dauerte, bis im Jahr 2008 sein Rücken massive Beschwerden machte. Der nachfolgende Bandscheibenvorfall führte zu einer längeren Arbeitsunfähigkeit. Es brauchte ein halbes Jahr, bis Karmacher soweit schmerzfrei war, dass er wieder arbeiten konnte. In diesen Monaten machte er sich mehr und mehr Sorgen. Nicht nur um seinen kranken Rücken, auch darum, wie wohl die Rückkehr in den Betrieb sein würde. Er konnte sich beim besten Willen nicht vorstellen, dass er weiter so arbeiten würde wie bisher. Nur: wie sonst? Auch vor Kündigung hatte er Angst. Bis er eines Tages einen  Brief seines Arbeitgebers erhielt, in dem ihm dieser anbot, ein „BEM„, ein Betriebliches Eingliederungsmanagement durchzuführen. Das hörte sich nicht schlecht an, aber gehört hatte er von „BEM“ so gut wie noch nie etwas. Zumindest wusste er überhaupt nicht, was da auf ihn zukommen würde.

Im Jahr 2004 führte der Gesetzgeber über das Sozialgesetzbuch SGB IX das Betriebliche Eingliederungsmanagement ein. Es soll dem Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit dienen und zugleich den Folgen des demografischen Wandels wirksam begegnen. Wichtig zu wissen:
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Spinnenphobie, Höhenangst, Klaustrophobie – alles Ängste, von denen man schon einmal gehört hat. Aber gibt es wirklich auch eine Arbeitsplatzphobie? Leider ja. Prävention aktuell hat darüber mit dem Rehabilitationsforscher und Psychotherapeuten Professor Michael Linden gesprochen und Folgendes herausgefunden:

Eine Arbeitsplatzphobie ist die schwerste Ausprägung von verschiedenen arbeitsplatzbezogenen Ängsten und führt in vielen Fällen zu einer lang andauernden Arbeitsunfähigkeit bis hin zur kompletten Erwerbsunfähigkeit. Der Arbeitsplatz als Ort, sowie bestimmte Situationen, Gegenstände oder Personen, die mit dem Arbeitsplatz oder dem Arbeitsleben in Verbindung stehen, lösen bei Annäherung oder schon beim Gedanken an eine derartige Situation beim Mitarbeiter panikartige Ängste aus. Der tägliche Gang in die Arbeit wird zur Qual – bis es dann zur vielleicht sogar dauerhaften Krankschreibung kommt.

Professor Michael Linden sieht das kritisch: „Eine Krankschreibung erscheint zunächst einmal gerechtfertigt, da eine Annäherung an den Arbeitsplatz ja die Symptomatik verschlimmert (…). Die Krankschreibung – also die Vermeidung des Arbeitsplatzes – führt aber leider zu einer Angstverstärkung bei den Betroffenen.“ Er empfiehlt, sich besser aktiv der Angst zu stellen und der Versuchung, sich hinter der Vermeidungshaltung zu verstecken, nicht nachzugeben. „Vermeidung hat etwas Verführerisches, macht aber alles nur schlimmer.“ Laut Linden folgt die Behandlung denselben Regeln wie die Behandlung jeder anderen Angsterkrankung. Wenn möglich, macht er mit den Patienten gezielte Belastungserprobungen am eigenen Arbeitsplatz. Hier liegt es am Therapeuten, auch noch andere kreative Alternativen zu finden. Denn: An den Arbeitsplatz „kommt man nicht immer  so leicht ran wie an ein Kaufhaus oder eine U-Bahn“.

Auch wenn die Forschung über Arbeitsplatzängste noch ganz am Anfang steht, gibt es also bereits Lösungsansätze –  und damit Hoffnung für die Betroffenen. Professor Michael Linden fordert dennoch, dass in diesem Bereich künftig noch sehr viel getan mehr werden muss.

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Würden Sie sich auch manchmal wünschen, nach dem Urlaub kein überquellendes E-Mail-Postfach vorzufinden? Für Daimler-Mitarbeiter geht dieser Wunsch bald in Erfüllung: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, kann ab 2013 jeder Mitarbeiter bis hin zum Manager die während seiner Abwesenheit eingehenden E-Mails automatisch löschen lassen. Gleichzeitig weist eine Abwesenheitsnotiz den Absender der E-Mail auf den zuständigen Vertreter hin, so dass jedes Anliegen dennoch bearbeitet werden kann. „Diese neue Spielregel zur E-Mail-Abwesenheit ist eine ganz wesentliche Maßnahme, damit unsere Belegschaft in Ruhephasen noch besser abschalten kann“, so Wilfried Porth, Personalvorstand von Daimler.

Der Autobauer hatte zuvor in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg 6000 Daimler-Beschäftigte zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben befragt, darunter auch Führungskräfte. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm erklärte, es gehe nun vor allem darum, dass Mitarbeiter die Möglichkeiten „mit aktiver Unterstützung wahrnehmen können“.
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Fast ein Fünftel der Arbeitnehmer in Deutschland wird unterhalb der vorhandenen Qualifikation beschäftigt. Das ist das Resultat einer von der IG Metall Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Studie der Universität Hohenheim. 17,6 % der Arbeitnehmer mit einem berufsqualifizierenden Bildungsabschluss (Facharbeiter) sind als unterwertig beschäftigt beziehungsweise überqualifiziert einzustufen. Bei den Akademikern liegt die Quote mit 18,9 % noch höher. Der Anteil der unterwertig Erwerbstätigen hat sich im Ergebnis seit den 1980er Jahren deutlich erhöht.

Beispielsweise gibt es den Ingenieur, der nicht entwickelt, sondern durch Routineaufgaben in Verwaltung oder Fertigung gebunden ist. Oder den Facharbeiter, dessen eigentliche Qualifikation an Wert verliert, da er an keiner Weiterbildung teilnehmen darf. Gründe für das hohe Ausmaß der Beschäftigung unterhalb des Niveaus der individuellen Qualifikation sowie die ungleiche Betroffenheit gibt es verschiedene, so die Studie. Relevant sind danach
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von Ines am 03.08.2012, 08:51 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Eigentlich soll man sich im Urlaub von der Arbeit erholen, die Batterien aufladen, abschalten. Wie gesagt…….eigentlich!! Denn genau das gelingt vielen Arbeitnehmern nicht.

Eine Studie von Regus mit mehr als 16.000 Teilnehmern in 80 Ländern hat ergeben, dass 48 % der Befragten auch im Urlaub bis zu drei Stunden täglich arbeiten. Vor allem neue Kommunikationsmöglichkeiten wie das mobile Internet und Smartphones seien Treiber dieser Entwicklung. Denn: “Die Entwicklung der technischen Geräte bringt die Möglichkeit mit sich, immer mit dem Arbeitsumfeld verbunden zu sein – damit erliegt man leicht der Versuchung, laufend die e-Mails zu checken und Dinge zu erledigen, die sich daraus ergeben. Smartphones, Netbooks und Internetverbindung an fast jedem Ort der Welt machen es schwer, richtig abzuschalten. Aber um gesund zu bleiben, ist es wichtig, auch Erholung, Familie und Freunden die nötige Zeit zu widmen.“ So Alisa Kapic, Country Manager Austria bei Regus.
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Mit Diensthandy muss man rund um die Uhr erreichbar sein. Deswegen hat man es ja bekommen. Was auf den ersten Blick nicht völlig abwegig klingt, ist auf den zweiten totaler Quatsch! Denn noch vor dem ganzen technischen Segen, den iPhone und Blackberry der Menschheit bescheren, thront das Arbeitszeitgesetz. Und dieses ist unmißverständlich: Zehn Stunden am Tag ist das Maximum für den Beschäftigten, kleinere Abweichungen davon regelt das Gesetz (§3 ArbZG). Wenn sich nun aber viele nicht darum scheren bzw. die geistige Austreibung  einer solch hartnäckig vermuteten Diensthandyverpflichtung nur schwer möglich ist, dann sollte auf anderer Ebene etwas unternommen werden.
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Man stelle sich das vor: In einem Bonner Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik existiert eine Betriebsvereinbarung zur Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Nach dieser soll der Betriebsrat ein Verzeichnis all derjenigen Mitarbeiter bekommen, bei denen die Voraussetzung für ein solches BEM vorlägen. So weit, so gut. Der Arbeitgeber stellte sich im Folgenden jedoch auf den Standpunkt, die Namen der Mitarbeiter nur mit deren Einverständnis herauszugeben.Schließlich sei er ja auch zum Datenschutz verpflichtet. Ergebnis: Der Betriebsrat bekam entweder keine oder nur unvollständige Daten. Seiner gesetzlichen Pflicht zur Überwachung der ordnungsgemäßen Durchfühung des BEM durch den Arbeitgeber gem. § 84 II 7 SGB IX konnte er nicht nachkommen.

Die Sache ging bis vor das Bundesarbeitsgericht. Dieses stellte im Februar 2012 fest, dass der Betriebsrat berechtigt sei, diese Daten zu verlangen. Der Arbeitgeber dürfe die Herausgabe nicht vom Einverständnis der betroffenen Mitarbeiter abhängig machen (siehe dazu unseren ausführlichen Beitrag).

Der Betriebsrat Blog sprach mit Rechtsanwalt und BEM-Experten Oliver Schmidt-Eicher. Im Interview erläutert und kommentiert der langjährige
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von Peter am 17.02.2012, 11:36 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Wann ist man als Arbeitnehmer nicht mehr fleißig, sondern arbeitssüchtig? Dr. Jürgen Glaser kennt die Antwort: „Wenn man mehr arbeitet, als es der Job verlangt und das in einer zwanghaften und exzessiven Weise.“ Im Interview mit der SZ spricht der Psychologe, der am Institut für Arbeitsmedizin der Uni München forscht, über die Ursachen und Folgen von Arbeitssucht. Die Gesundheit der Betroffenen leide, Burn-out und Depressionen können entstehen, auch das private Umfeld sei stark gefährdet.

Das ganze Interview ist im Portal betriebsrat.de erschienen.

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Arbeitgeber müssen Beschäftigten, die länger als sechs Wochen in Folge erkrankt waren, ein Programm zur Wiedereingliederung in den Betrieb anbieten, § 84 II 1 SGB IX (sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement, abgekürzt BEM). Zu kontrollieren, ob der Arbeitgeber dieser Pflicht nachkommt, ist nach § 84 II 7 SGB IX Aufgabe des Betriebsrates. Wie das Bundesarbeitsgericht in einem am 7. Februar 2012 verkündeten Beschluss (Az.: 1 ABR 46/10) bestätigte, ist die Wahrnehmung dieser Aufgabe nicht von der Zustimmung der betroffenen Arbeitnehmer abhängig. Die Richter entsprachen damit dem Antrag eines Betriebsrates, der von seinem Arbeitgeber die namentliche Benennung sämtlicher in Frage kommender Mitarbeiter seines Betriebes gefordert hatte.
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