Würden Sie sich auch manchmal wünschen, nach dem Urlaub kein überquellendes E-Mail-Postfach vorzufinden? Für Daimler-Mitarbeiter geht dieser Wunsch bald in Erfüllung: Wie das Unternehmen am Freitag mitteilte, kann ab 2013 jeder Mitarbeiter bis hin zum Manager die während seiner Abwesenheit eingehenden E-Mails automatisch löschen lassen. Gleichzeitig weist eine Abwesenheitsnotiz den Absender der E-Mail auf den zuständigen Vertreter hin, so dass jedes Anliegen dennoch bearbeitet werden kann. „Diese neue Spielregel zur E-Mail-Abwesenheit ist eine ganz wesentliche Maßnahme, damit unsere Belegschaft in Ruhephasen noch besser abschalten kann“, so Wilfried Porth, Personalvorstand von Daimler.

Der Autobauer hatte zuvor in Zusammenarbeit mit der Universität Heidelberg 6000 Daimler-Beschäftigte zur Vereinbarkeit von Arbeits- und Privatleben befragt, darunter auch Führungskräfte. Der Gesamtbetriebsratsvorsitzende Erich Klemm erklärte, es gehe nun vor allem darum, dass Mitarbeiter die Möglichkeiten „mit aktiver Unterstützung wahrnehmen können“.
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Fast ein Fünftel der Arbeitnehmer in Deutschland wird unterhalb der vorhandenen Qualifikation beschäftigt. Das ist das Resultat einer von der IG Metall Baden-Württemberg in Auftrag gegebenen Studie der Universität Hohenheim. 17,6 % der Arbeitnehmer mit einem berufsqualifizierenden Bildungsabschluss (Facharbeiter) sind als unterwertig beschäftigt beziehungsweise überqualifiziert einzustufen. Bei den Akademikern liegt die Quote mit 18,9 % noch höher. Der Anteil der unterwertig Erwerbstätigen hat sich im Ergebnis seit den 1980er Jahren deutlich erhöht.

Beispielsweise gibt es den Ingenieur, der nicht entwickelt, sondern durch Routineaufgaben in Verwaltung oder Fertigung gebunden ist. Oder den Facharbeiter, dessen eigentliche Qualifikation an Wert verliert, da er an keiner Weiterbildung teilnehmen darf. Gründe für das hohe Ausmaß der Beschäftigung unterhalb des Niveaus der individuellen Qualifikation sowie die ungleiche Betroffenheit gibt es verschiedene, so die Studie. Relevant sind danach
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von Ines am 03.08.2012, 08:51 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Eigentlich soll man sich im Urlaub von der Arbeit erholen, die Batterien aufladen, abschalten. Wie gesagt…….eigentlich!! Denn genau das gelingt vielen Arbeitnehmern nicht.

Eine Studie von Regus mit mehr als 16.000 Teilnehmern in 80 Ländern hat ergeben, dass 48 % der Befragten auch im Urlaub bis zu drei Stunden täglich arbeiten. Vor allem neue Kommunikationsmöglichkeiten wie das mobile Internet und Smartphones seien Treiber dieser Entwicklung. Denn: “Die Entwicklung der technischen Geräte bringt die Möglichkeit mit sich, immer mit dem Arbeitsumfeld verbunden zu sein – damit erliegt man leicht der Versuchung, laufend die e-Mails zu checken und Dinge zu erledigen, die sich daraus ergeben. Smartphones, Netbooks und Internetverbindung an fast jedem Ort der Welt machen es schwer, richtig abzuschalten. Aber um gesund zu bleiben, ist es wichtig, auch Erholung, Familie und Freunden die nötige Zeit zu widmen.“ So Alisa Kapic, Country Manager Austria bei Regus.
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Mit Diensthandy muss man rund um die Uhr erreichbar sein. Deswegen hat man es ja bekommen. Was auf den ersten Blick nicht völlig abwegig klingt, ist auf den zweiten totaler Quatsch! Denn noch vor dem ganzen technischen Segen, den iPhone und Blackberry der Menschheit bescheren, thront das Arbeitszeitgesetz. Und dieses ist unmißverständlich: Zehn Stunden am Tag ist das Maximum für den Beschäftigten, kleinere Abweichungen davon regelt das Gesetz (§3 ArbZG). Wenn sich nun aber viele nicht darum scheren bzw. die geistige Austreibung  einer solch hartnäckig vermuteten Diensthandyverpflichtung nur schwer möglich ist, dann sollte auf anderer Ebene etwas unternommen werden.
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Man stelle sich das vor: In einem Bonner Unternehmen der Luft- und Raumfahrttechnik existiert eine Betriebsvereinbarung zur Durchführung des betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM). Nach dieser soll der Betriebsrat ein Verzeichnis all derjenigen Mitarbeiter bekommen, bei denen die Voraussetzung für ein solches BEM vorlägen. So weit, so gut. Der Arbeitgeber stellte sich im Folgenden jedoch auf den Standpunkt, die Namen der Mitarbeiter nur mit deren Einverständnis herauszugeben.Schließlich sei er ja auch zum Datenschutz verpflichtet. Ergebnis: Der Betriebsrat bekam entweder keine oder nur unvollständige Daten. Seiner gesetzlichen Pflicht zur Überwachung der ordnungsgemäßen Durchfühung des BEM durch den Arbeitgeber gem. § 84 II 7 SGB IX konnte er nicht nachkommen.

Die Sache ging bis vor das Bundesarbeitsgericht. Dieses stellte im Februar 2012 fest, dass der Betriebsrat berechtigt sei, diese Daten zu verlangen. Der Arbeitgeber dürfe die Herausgabe nicht vom Einverständnis der betroffenen Mitarbeiter abhängig machen (siehe dazu unseren ausführlichen Beitrag).

Der Betriebsrat Blog sprach mit Rechtsanwalt und BEM-Experten Oliver Schmidt-Eicher. Im Interview erläutert und kommentiert der langjährige
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von Peter am 17.02.2012, 11:36 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz

Wann ist man als Arbeitnehmer nicht mehr fleißig, sondern arbeitssüchtig? Dr. Jürgen Glaser kennt die Antwort: „Wenn man mehr arbeitet, als es der Job verlangt und das in einer zwanghaften und exzessiven Weise.“ Im Interview mit der SZ spricht der Psychologe, der am Institut für Arbeitsmedizin der Uni München forscht, über die Ursachen und Folgen von Arbeitssucht. Die Gesundheit der Betroffenen leide, Burn-out und Depressionen können entstehen, auch das private Umfeld sei stark gefährdet.

Das ganze Interview ist im Portal betriebsrat.de erschienen.

Bildquelle: © Otmar Winterleitner – iStockphoto

Arbeitgeber müssen Beschäftigten, die länger als sechs Wochen in Folge erkrankt waren, ein Programm zur Wiedereingliederung in den Betrieb anbieten, § 84 II 1 SGB IX (sogenanntes Betriebliches Eingliederungsmanagement, abgekürzt BEM). Zu kontrollieren, ob der Arbeitgeber dieser Pflicht nachkommt, ist nach § 84 II 7 SGB IX Aufgabe des Betriebsrates. Wie das Bundesarbeitsgericht in einem am 7. Februar 2012 verkündeten Beschluss (Az.: 1 ABR 46/10) bestätigte, ist die Wahrnehmung dieser Aufgabe nicht von der Zustimmung der betroffenen Arbeitnehmer abhängig. Die Richter entsprachen damit dem Antrag eines Betriebsrates, der von seinem Arbeitgeber die namentliche Benennung sämtlicher in Frage kommender Mitarbeiter seines Betriebes gefordert hatte.
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Das ist doch endlich mal ein Statement, bei dem man wieder aufatmen kann. Überall wird nur noch davon gesprochen, wie krank die Arbeit macht, wie viele Menschen Burn-out haben und wie rapide die Krankentage aufgrund von psychischen Belastungen am Arbeitsplatz angestiegen sind. Doch eine Auswertung von Daten und Gesundheitsreporten der Krankenversicherungen durch die Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) zeigt auf, dass es auch anders geht. Denn: Berufliche Belastung führt nicht zwangsläufig zu einem Burn-out. Im Gegenteil! Eine regelmäßige Tätigkeit kann die psychische Gesundheit sogar stärken.

Einen Job zu haben steigert die Lebenszufriedenheit. Arbeitslose leiden bei Weitem häufiger an psychischen Erkrankungen als Erwerbstätige. Der Präsident der BPtK, Prof. Dr. Rainer Richter, gibt zwar zu, dass die moderne Dienstleistungsgesellschaft extrem hohe Anforderungen an die psychosoziale Belastbarkeit am Arbeitsplatz stellt. „Seelisch ist es jedoch noch belastender, keine bezahlte Arbeit zu haben“, so Richter. Insgesamt sind laut dem Bericht Arbeitslose drei- bis viermal so häufig psychisch krank wie Erwerbstätige.

Lassen wir das erst einmal so stehen. Klar, gibt es wieder andere Studien, die gehen noch einen Schritt weiter und sagen:
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Ralf Rangnick gehört dazu, Miriam Meckel, Peter Plate von Rosenstolz, Sven Hannawald und Tim Mälzer. Alles prominente Persönlichkeiten, über die bekannt wurde, dass sie an Burn-out erkrankten. Und natürlich war da noch Robert Enke, der ehemalige Fußball-Nationaltorwart, der sich im November 2009 als Folge einer Depression umgebracht hat. Burn-out-Fälle und Depressionen haben unsere Gesellschaft, so scheint es, mittlerweile fest im Griff!

„Wer heutzutage keinen Stress hat, gilt ja fast schon als Looser, oder?“ Dr. Tatjana Reichhart (links) stellt die Frage provozierend in den Raum. Die psychiatrische Ärztin hält als Gastrednerin den Eröffnungsvortrag auf der Fachtagung „Wenn Arbeit krank macht: Burn-out, Stress und innere Kündigung“, die vom ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten Ende November 2011 in Leipzig veranstaltet wurde. Über 100 Betriebsräte und Personalräte nahmen daran teil. Keiner von ihnen widersprach auf die Frage wegen dem Looser! Mit ihrem Interesse für Burn-out seien alle hier sehr eng am Puls der Zeit, so die Ärztin. Das Thema ihres Vortrags: „Psychische Gesundheit am Arbeitsplatz – Was können Unternehmen dafür tun?“

Arbeitgeber von Tatjana Reichhart ist das Centrum für Disease Management (CFDM), eine klinische Einrichtung der Technischen Universität München. Das CFDM beschäftigt sich intensiv mit dem Thema „Psychische Erkrankungen“: In der Klinik werden akute
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von Peter am 09.12.2011, 16:43 Uhr , Kategorie: Burn-out, Gesundheitsschutz, ifb intern, Seminare

Ersthelfer wissen Bescheid! Bei Erreichen eines Unfalllortes lautet die wichtigste Regel: Safety first! Erst sich selbst absichern, dann erst um die anderen kümmern. Hat nichts mit Egoismus zu tun. Eher mit der Überlegung: Wie soll man anderen helfen, wenn man selbst gleich einbricht?  „Und das bedeutet für den Fall eines Druckverlustes: Immer erst sich selbst die Sauerstoffmaske aufsetzen, dann erst dem Sitznachbarn.“ An dieser Stelle hält die Hamburger Psychologin Andrea Danker (im Bild links) inne. Über 100 Betriebsräte, Personalräte und Mitglieder von kirchlichen MAV-Vertretungen sitzen vor der Burn-out-Expertin im Vortragssaal eines großen Leipziger Hotels. Sie fährt fort: „Für Betriebsräte gilt nichts anderes: Wer sich in seinem Amt um Burn-Out-Betroffene kümmert, der muss auch ganz dringend sich selbst genau im Auge behalten. Denn neben Führungskräften gehören vor allem die Mitarbeitervertreter zur besonders gefährdeten Zielgruppe. Bitte vergessen Sie nicht: Als Betriebsrat haben Sie Vorbildcharakter.“ Die Psychologin weiß aus Erfahrung, dass gerade wegen der häufig vorkommenden Doppel- und Mehrfachfunktion die Belastungen bei Betriebsräten durch Stress überdurchschnittlich hoch sind.

Vier Fachtagungen veranstaltete das ifb Institut zur Fortbildung von Betriebsräten zum Thema Psychische Belastungen am Arbeitsplatz im Jahr 2011.  „Wenn Arbeit krank macht: Burnout, Stress und innere Kündigung„, so der offizielle Titel. Ines Heinsius leitet beim ifb den Fachbereich Arbeits- und Gesundheitsschutz: „Manche meinen ja immer noch, Burn-out sei nur eine Modeerscheinung. Aber von wegen: Nach statistischen Angaben erleiden mittlerweile etwa 25-30% aller Beschäftigten während ihres Arbeitslebens ein Burn-out-Syndrom.“ Manche Branchen seien dabei leider besonders stark betroffen, erläutert die Juristin: „Wir haben überdurchschnittlich viele Teilnehmer aus
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