Jahr für Jahr veröffentlicht das wissenschaftliche Institut der AOK-Krankenkasse seinen sog. „Fehlzeiten“-Report. Dieser will umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft informieren. Da das Institut Zugriff auf die Daten von fast 10 Millionen AOK-Versicherten hat, kann man von einer hohen Genauigkeit dieser Analyse ausgehen. Der neueste Report, der nun Anfang November präsentiert wurde, stellt zentral fest, dass der Krankenstand im letzten Jahr erneut gestiegen ist: Im Schnitt war ein Arbeitnehmer dabei 17,0 Tage krankgeschrieben, im Jahr davor waren es durchschnittlich noch 16,3 Tage. Hauptgrund ist vor allem
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von Peter am 04.11.2009, 17:41 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Auf der Fachmesse „A+A 2009“, die derzeit in Düsseldorf stattfindet und bei der sich alles um die Themen Arbeitschutz und Arbeitsmedizin dreht, wurde vom neuen Bundesarbeitsminister Franz Josef Jung der „Deutsche Arbeitsschutzpreis 2009“ verliehen.

Gewonnen haben diese Unternehmen:

  • ZF Sachs AG aus Schweinfurt
  • Concert GmbH aus Pritzwalk
  • Mönninghoff GmbH & Co. KG aus Senden
  • A.H. Winterberg GmbH & Co. KG aus Wuppertal
  • Schiller Zahntechnik GmbH aus Salzgitter

Der Preis möchte besonders gute Praxisbeispiele betrieblicher Vorsorge bekannt machen. So hat zum Beispiel der Zellulosehersteller Schiller ein umfassendes Gesundheitsprogramm für die dort Beschäftigten ins Leben gerufen und darüberhinaus einen neuen Ausbildungslehrgang zum „Betrieblichen Gesundheitsmanager“ entwickelt.

Weiterführende Infos zu den Preisträgern.

Peter

Die IG Metall berichtet, dass in Betrieben die über einen Betriebsrat verfügen im Schnitt höhere Löhne gezahlt werden als in betriebsratslosen. Die Spanne bewegt sich
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In unserem Nachbarland Frankreich häufen sich die Selbstmorde auf Grund von psychosozialem Stress am Arbeitsplatz. Allein bei der France Télécom haben sich seit Anfang des Jahres mehr als 20 Mitarbeiter das Leben genommen. Auch bei dem Autogiganten Renault hat es mehrere Suizide gegeben.

Die französische Regierung sucht nun nach Mitteln diese schrecklichen Zustände zu verhindern. Geplant ist,
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Werden wir alle immer gesünder? Das könnte man durchaus meinen, denn nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag der Krankenstand in deutschen Betrieben im ersten Halbjahr 2009 bei nur noch 3,24 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Viel Sport, gute Ernährung und wenig Laster also? Verbesserter Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb?

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gibt der Soziologe Ulrich Bröckling einige Erklärungen dazu ab warum dass mitnichten so ist und beschreibt ausserdem recht anschaulich, wie der Trend zu flexibleren und freieren Arbeitszeiten letztlich dazu führen kann, dass der Druck auf die Mitarbeiter stetig zunimmt.

Immer mehr Firmen bieten Annehmlichkeiten wie etwa Freizeitbereiche und ähnliches an. Dazu Bröckling: „Mich interessiert nicht der Kicker oder die Wellness-Oase in einem Betrieb, sondern was den Mitarbeitern abverlangt wird.“

Mit solchen Dingen kann man als Arbeitgeber viel kaschieren und sich ein gutes Image verschaffen. Sicher tun dies nicht alle nur deswegen. Aber man sollte sich dadurch auch nicht blenden lassen. Denn was nützt die noch so schöne freiwillige soziale Leistung oder vermeintlich so tolle Einrichtung, wenn auf der anderen Seite massiv Stress und Druck auf die Mitarbeiter erzeugt wird, was diese letztlich doch nur krank macht.

Peter

von Andrea am 15.07.2009, 16:52 Uhr , Kategorie: Allgemein, Gesundheitsschutz

Der Krankenstand in Deutschland war in 40 Jahren noch nie so niedrig: Gerade mal 3,5 Arbeitstage fehlte der durchschnittliche deutsche Arbeitnehmer im ersten Halbjahr 2009. Aus Angst um den Arbeitsplatz schleppen sich immer mehr Arbeitnehmer krank zur Arbeit oder greifen zu leistungssteigernden Mitteln.
Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) ist angesichts dieser zunehmenden Jobangst beunruhigt. Verschleppte Krankheiten und Doping am Arbeitsplatz würden massive finanzielle Folgekosten für die Unternehmen und die Sozialsysteme bedeuten.

Wenn sie sich schon immer gefragt haben, mit was sich deutsche Arbeitnehmer so dopen: die Financial Times Deutschland hat die meist konsumieren Mittel zusammengestellt und rät, abgesehen von Kaffee, ausdrücklich vom Gebrauch ab:
1. Kaffee
2. Zigaretten
3. Alkohol
4. Ritalin, Ephedrin, Amphetamine
5. Kokain
6. Schlaftabletten

Bei dieser Auflistung wird auch klar, wieso der DGB massive Folgekosten für Unternehmen und Sozialsysteme befürchtet…

Andrea

Halten Sie folgende Situation für abwegig? Ein Mitarbeiter steht nach längerer Erkrankung vor der Rückkehr in den Betrieb. Als Betriebsrat wissen Sie, dass der Arbeitgeber unter Umständen nach dem SGB IX dazu verpflichtet ist, ein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchzuführen. Das ist eine Leistung, die für ein kleineres Unternehmen häufig nicht besonders einfach zu realisieren ist. Und deswegen passiert … gar nichts!

So verhält es sich leider insgesamt recht häufig mit dem Versuch, gesundheitsfördernde Maßnahmen im Betrieb auf die Beine zu stellen: Die Hürden sind hoch und die (Behörden-)Wege oft gepflastert mit Demotivation und Frustration.

Vor allem Betriebsräte in kleinen und mittelständischen Unternehmen aus den Regionen Segeberg, Dresden, Köln, München/Nürnberg und Münster, die sich für eine bessere betriebliche Gesundheitsförderung engagieren möchten, sollten hier jetzt mal etwas genauer lesen:

Das Projekt „Gesunde Arbeit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales sowie der Initiative „Neue Qualität der Arbeit“ (INQA) hat zum Ziel, das Thema betriebliche Gesundheit verstärkt in kleine und mittlere Unternehmen zu bringen und diese zu mehr präventivem Denken und Handeln zu bewegen. In den fünf vorhin genannten Modellregionen gibt es jeweils einen örtlichen Ansprechpartner, der interessierte Betriebe bei der Planung und Durchführung entsprechender Maßnahmen kostenlos berät. Bei Erfolg soll das Projekt bundesweit angeboten werden.

Auf der Webseite www.gesunde-arbeit.net erfährt man alles, was man zur Teilnahme wissen muss, insbesondere auch die direkten Kontakte zu den regionalen Ansprechpartnern.

Peter

pdf-Download der Broschüre „Gesunde Arbeit“

Über psychische Belastungen am Arbeitsplatz und ihre Folgen haben wir in diesem Jahr schon ein paar Mal geschrieben, zum Beispiel hier, dann auch hier und schließlich kürzlich auch hier. Die IG Metall veröffentlicht in ihrer Rubrik „Gute Arbeit“ regelmäßig Tipps für den Arbeitsplatz. Die aktuelle Ausgabe 36 vom Juni 2009 widmet sich nun dem Thema Psychostress auf vier sehr informativen Seiten.

Hier die Broschüre der IG Metall direkt herunterladen (pdf-Datei)

Wer sich als Betriebsrat auf einem Seminar ganz gezielt zu diesem Thema informieren will, für den haben wir dies hier speziell im Angebot:

Psychische Belastungen am Arbeitsplatz Teil I
Psychische Belastungen am Arbeitsplatz Teil II (Aufbauseminar)

Peter

von Peter am 11.05.2009, 18:32 Uhr , Kategorie: Allgemein, Gesundheitsschutz

Jede Menge Sonderkündigungsschutz hat der Gesetzgeber über das Arbeits- und Sozialrecht verteilt. Da gibt es mal vor allem den Betriebsrat, an dieser Stelle glatt überflüssig zu erwähnen, genauso wie weitere bekannte Schutzvorschriften für Schwangere oder Schwerbehinderte. Wehrpflichtige, Abgeordnete?? Hier hört bei vielen schon das Wissen um diese Besonderheiten auf. Wer kennt schließlich schon den Gewässerschutzbeauftragten oder gar denjenigen für den Störfall? Und somit gestehe ich an dieser Stelle öffentlich, dass ich von der folgenden Person noch nie was gehört habe: dem Abfallbeauftragten, also salopp gesagt: der Mann an der Mülltonne. Dieser genießt 1A-Sonderkündigungsschutz nach § 55 Abs. 3 Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetz (welcher wiederum auf § 58 Abs. 2 S.1 Bundesimmissionschutzgesetz verweist).
Eins mal vorweg, damit ich nicht mißverstanden werde: ich stehe voll hinter der Mülltrennung und mehr noch, hinter der Müllvermeidung. Beruflich wie privat. Menschen, die sich damit als Teil ihres Jobs beschäftigen, das find ich super, denn es kann unmöglich auf dieser Welt so weitergehen, dass immer größere Gebirge an Müll entstehen, immer mehr und immer noch mehr und keiner hat einen Plan wohin damit, also verbrennen, im Meer versenken, in die dritte Welt verschiffen oder in den Weltraum schießen. Das kann nicht gut gehen.

Aber wie komm ich auf dieses Thema? Na ja, das BAG hat kürzlich entschieden, dass Abfallbeauftragte nur dann Sonderkündigungsschutz genießen, wenn sie vom Arbeitgeber wirksam schriftlich bestellt worden sind. Die Entscheidung selbst, ja gut, das hätte man sich auch irgendwie denken können, dass das so ist. Und ich will auf dieses Urteil auch gar nicht näher eingehen. Aber ich hatte da einfach diese spontane Assoziation mit dem Müllmann und mit der Tatsache, dass er ja wegen dem Kündigungsschutz mit dem Betriebsrat irgendwie gleichgesetzt werden kann. Und da dachte ich mir noch: das geht ja noch viel weiter und passen tut es wieder wie die Faust aufs Auge: Der Müllmann, der sich um die sinnvolle Entsorgung des ganzen Abfalls kümmert, der auf der Halde landet und weg muss und ihm dann gegenüber der Kollege vom Betriebsrat, der auch nicht so viel anderes macht, nämlich den vielfachen Müll, den manche Arbeitgeber personell, sozial, wirtschaftlich und organisatorisch so fabrizieren, zu sortieren, filtern, kompostieren um irgendwie zu schauen, dass das alles möglichst wenig gesundheitlichen und sonstigen Schaden bei der Belegschaft anrichtet.

Falls hier ein Abfallbeauftragter mitliest: bitte einen Kommentar schreiben, damit ich weiß dass es Euch gibt!

Peter

von Thomas am 28.04.2009, 08:25 Uhr , Kategorie: Allgemein, Gesundheitsschutz

Die Schweinegrippe verbreitet sich. Auch in Europa sind schon Fälle bekannt geworden. In Deutschland hat sich bisher Gott sei Dank noch kein Fall bestätigt. Dennoch ist Vorsicht geraten und zugleich Panik zu vermeiden.

Gestern habe ich mit einem Betriebsrat gesprochen. Dieser hat mir erzählt, dass in seinem Betrieb in München ein Brief der Geschäftsleitung verteilt wurde: Falls irgendwelche Anzeichen für einen grippalen Infekt beständen solle jeder Mitarbeiter sofort einen Arzt konsultieren und auf jeden Fall zu Hause bleiben. Das Prinzip der Geschäftsleitung lautet: Lieber einen Krankheitstag mehr als die Grippe-Gefahr für die ganze Belegschaft.

Wie schaut es denn bei Ihnen im Betrieb aus? Hat Ihre Geschäftsleitung schon Maßnahmen getroffen oder ist die Schweinegrippe noch gar kein Thema?

Thomas