Entwickelt sich Deutschland langsam aber sicher zu einer 400 Euro-Republik? Laut einem Bericht der Süddeutschen Zeitung üben bereits über 7 Millionen Beschäftigte hierzulande einen sog. Minijob aus. Tendenz: Steigend! Laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit sind vor allem im Groß- und Einzelhandel, im Gastgewerbe sowie im Gesundheits- und Sozialwesen 400-Euro-Jobs bereits an der Tagesordnung.

Was genau versteht man unter einem 400 Euro-Minijob?

Ein Minijob ist eine sog. geringfügige Beschäftigung, bei der der Verdienst bis zu 400 Euro pro Monat betragen darf. Für den Arbeitnehmer ist ein solcher Job
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Es ist ein politisch wagemutiger Antrag, den die SPD da in den Bundestag eingebracht hat: Die Entgeltgleichheit von Männern und Frauen soll nun gesetzlich durchgesetzt werden. Weil hier in der Realität einiges im Argen ist und wohl leider auch länger noch so bleiben wird (warum eigentlich?), stützt sich die Partei zur Begründung ihres Vorgehes nun auf das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG), welches ein Verbot der Entgeltdiskriminierung enthalte.

Wie stellt sich die Partei die Umsetzung vor? Das Gesetz soll für die gesamte Privatwirtschaft ab einer bestimmten Beschäftigtenzahl,
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Wenn es um’s Gehalt geht, werden alle plötzlich ganz leise: Denn über Geld spricht man nicht, zumindest nicht in Deutschland. Im Kollegenkreis wird mittlerweile lockerer über Sex gesprochen, als über das, was einem der Arbeitgeber bezahlt. Nur: Warum ist das so? Die Süddeutsche Zeitung ist diesem Phänomen nachgegangen.

Karsten Müller findet es verständlich, dass das Thema so stark tabuisiert ist. Der Professor für Wirtschaftspsychologie erklärt, dass wir beim Gespräch über das Gehalt zwei Nachteile befürchten: Dass sich
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von Thomas am 22.02.2011, 15:51 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt, Streikrecht, Tarifrecht

Das werden sich viele Pendler gedacht haben, als sie erfuhren, dass heute Morgen von sechs bis acht Uhr die Lokomotivführer Gewerkschaft GDL zum Streik aufgerufen hat. Und tatsächlich folgten viele Lokführer dem Ruf ihrer Gewerkschaft: 80 Prozent der Züge sind bundesweit ausgefallen oder waren massiv verspätet.

Glück haben dabei noch diejenigen gehabt, die auf ein anderes Gefährt ausweichen konnten. Pech hingegen diejenigen, die bei bitterer Kälte frierend am Bahngleis stehen mussten, um auf ihren verspäteten Zug zu warten. Die Solidarität mit den streikenden Eisenbahnern wächst dabei nicht gerade.

Aber worum geht es bei dem Streik überhaupt?
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In den Charts der furchtbarsten arbeitsmarktpolitischen Wörter kommt der Begriff „Reallohnverluste“ sicher bis in die Spitzenplätze. Kurzer Hinweis an dieser Stelle: Wer nach Tarif bezahlt wird, kann jetzt weiterklicken, denn zumindest statistisch müsste es bei ihm oder ihr seit dem Jahr 2000 besser gelaufen sein. Zumindest besser als beim Rest! Allerdings: 6,7% Zuwachs beim Reallohn innerhalb eines Zehnjahreszeitraums erscheinen auch nicht gerade sonderlich konsumfördernd. Wo doch immer alle schreien, dass sich das neue deutsche Wirtschaftswunder nicht nur auf den Export beschränken dürfe, sondern auch von der Binnenkonjunktur getragen werden müsse. Nur: Wie soll das funktionieren?

Das WSI-Tarifarchif der Hans-Böckler-Stiftung ist leider oft ein soziales Gruselkabinett
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von Thomas am 20.01.2011, 16:58 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Mit dem Versprechen „mehr Netto vom Brutto“ ist die FDP in den letzten Bundestagswahlkampf gestartet. Eines der wichtigsten Ziele der Liberalen war es, die Arbeitnehmer zu entlasten: Sie sollten mehr Geld für ihren privaten Konsum in der Tasche haben. Nun sind Westerwelle, Brüderle, Rösler und Co. schon eineinhalb Jahre an der Macht, doch mehr Geld finden die Arbeitnehmer keineswegs in ihrem Portmonee. Genau das Gegenteil zeigt sich gerade bei der Januar-Gehaltsabrechnung:
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von Thomas am 10.01.2011, 14:39 Uhr , Kategorie: Hartz IV, Leiharbeit, Lohn und Gehalt, Mindestlohn

In Zeiten, in denen atypischen Beschäftigungsverhältnisse auf dem Vormarsch sind, wundert diese Nachricht nicht: 2011 rechnen Experten laut Focus-Online damit, dass es in Deutschland erstmals mehr als eine Million Leiharbeitnehmer geben wird.

Auf Grund der guten wirtschaftlichen Entwicklung ist der Bedarf an Fachkräften, aber auch an Hilfskräften groß, so der Präsident des Bundesverbands Zeitarbeit (BZA), Volker Enkerts. Im Oktober 2010 waren schon
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von Thomas am 07.01.2011, 10:20 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Auf Grund des anhaltenden Wirtschaftswachstums schließt sich die Mehrheit der Bundesbürger einer zentralen Gewerkschafts-Forderung nach ordentlichen Lohnerhöhungen an. Wie die „Welt“ heute berichtet, hält die Hälfte der Bevölkerung eine Lohnsteigerung um bis zu sechs Prozent für angemessen.

Dieses Meinungsbild wird sicherlich auch bei den kommenden Tarifgesprächen eine wichtige Rolle spielen. Mit der Mehrheitsmeinung im Rücken, können die Gewerkschaften ihre Forderungen besser durchsetzen.

Verdi-Chef Frank Bsirske hat zudem ein weiteres wichtiges Argument parat:
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Das Bundesarbeitsgericht (BAG) sprach das Schlusswort: Nachdem schon Arbeitsgericht und Landesarbeitsgericht Berlin die Tariffähigkeit der CGZP-Gewerkschaft ablehnten, bestätigten die Bundesrichter nun vergangene Woche die Entscheidungen der Vorinstanzen (BAG, Beschluss vom 14.12.2010 – 1 ABR 19/10). Die Tarifgemeinschaft Christlicher Gewerkschaften für Zeitarbeit und Personalserviceagentur CGZP ist nicht tariffähig. Über beide Beschlüsse berichtete der Betriebsrat Blog bereits sehr ausführlich hier (1. Instanz) und hier (2. Instanz).

Diese Entscheidung hat massive Folgen:
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Mit diesem Vorschlag hatte wohl kaum einer gerechnet: Discounter Lidl fordert einen gesetzlichen Mindestlohn in Höhe von 10 Euro pro Stunde. Da brandete sogar bei der Gewerkschaft ver.di spontaner Szenenapplaus auf. Gleich mal eins vorweg: Einen allgemeinen Mindestlohn in dieser Höhe befürworten wir uneingeschränkt, aufmerksame Leser des Betriebsrat Blog kennen uns da gut. An sich würden wir uns deshalb gerne in die Riege der Unterstützer miteinreihen. Wir wissen jedoch, dass gerade die Discounter und ganz besonders Lidl kein Geld zu verschenken haben. Da macht es einen schon etwas stutzig, wenn eine solche Initiative gerade aus der härtesteten Preiskampfecke kommt. Was also steckt hinter diesem Vorschlag? Drei einfache Gedanken dazu:
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