von Ines am 02.01.2015, 15:11 Uhr , Kategorie: Arbeitsmarkt, Rente

Rente mit 63 ist für viele ein Traum – doch es geht auch anders. Da gibt es nämlich noch den anderen Teil der Arbeitnehmer, denen das viel zu früh ist. Die können und wollen arbeiten bis es quasi nicht mehr geht – dürfen aber nicht, weil sie mit 67 gehen müssen. Doch ein nach beiden Seiten flexibler Ausstieg aus dem Erwerbsleben in die Rente ist gar nicht so unrealistisch. Beschäftigte, die fit sind, sollten die Möglichkeit haben, länger arbeiten zu können, so der Chef der Bundesagentur für Arbeit (BA), Frank-Jürgen Weise. Er plädiert angesichts des Fachkräftebedarfs in Deutschland für eine freiwillige Rente mit 70 Jahren und für entsprechende Angebote, um dieses Modell reizvoll zu machen. Das berichtet unter anderen die Süddeutsche Zeitung.

Nach Meinung von Weise würde eine solche Möglichkeit dem Arbeitsmarkt sehr gut tun. Nicht nur dem Arbeitsmarkt! Sondern auch dem noch leistungsfähigen Einzelnen, für den seine Arbeit erfüllend und sinngebend ist.

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von Peter am 17.09.2014, 15:28 Uhr , Kategorie: Demografie, Rente

Was steckt hinter der Forderung nach einer Drei-Tage-Woche für 6o-jährige Beschäftigte? Peter Hausmann, Vorstand der Gewerkschaft IG BCE hatte sie in einem Gespräch mit der Zeitung Rheinische Post aufgestellt. Drei-Tage-Woche? Das klingt für viele paradiesisch. Tatsächlich ging es Hausmann darum: Im Februar 2015 läuft der Tarifvertrag Chemie aus, danach beginnt die Tarifrunde 2015. In diesem Zusammenhang verwies der Gewerkschaftschef auf zukünftige Forderungen nach neuen Demografie-Elemente und flexibleren Übergänge in die Rente.

Für Beschäftigte ab 60 Jahren könnte dabei eine Drei-Tage-Woche oder eine Vier-Tage-Woche angeboten werden. Ziel müsse die Verringerung von Belastungen bei gleichzeitigem Halten der Beschäftigten in den Betrieben sein. Stichwort: Fachkräftemangel. Dazu wäre aber ein gleichzeitiger Lohnausgleich nötig, damit die Arbeit attraktiv bleibt. Hausmann schlägt eine Teilrente ab 60 vor, so wie sie in vielen Bereichen des öffentlichen Dienstes üblich sei.

Im Rentenbereich tat sich in diesem Jahr einiges: Im Mai 2014 beschloss der Bundestag das Rentenpaket, das unter anderem die Rente mit 63 beinhaltet. Bei der Erwerbsminderungsrente und dem Reha-Budget wurden wichtige Änderungen vorgenommen. Speziell für Betriebsräte
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Es wird noch über die Rente mit 63 diskutiert, da wagt sich der DGB schon einen Schritt weiter: Beschäftigte sollten mit 60 statt wie bisher mit 63 Jahren eine Teilrente beziehen können. Bei der Teilrente erhalten Arbeitnehmer zwischen einem und zwei Dritteln der regulären Bezüge und können sich etwas hinzuverdienen. DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach nennt dies die „Brücke vom Erwerbsleben in den Ruhestand“ und verlangt eine Verbesserung der Übergangsbedingungen von der Arbeit in die Rente. Vor allem geht es ihr laut Tagesschau um tarifpolitische Instrumente, die besonders belasteten Arbeitnehmern den Übergang in Rente ohne Absturz ermöglichen“. Das will die Gewerkschaft nun in der von der Bundesregierung angekündigten Arbeitsgruppe zur sogenannten Flexi-Rente verhandeln.

Solche „irrwitzigen Forderungen“ hören die Arbeitgeberseite und die Union gar nicht gern, berichtet u.a Spiegel Online. Hier will man genau das Gegenteil: Das gesetzliche Rentenalter von 67 wenn gewünscht sogar verlängern. Die Arbeitsgruppe sei nicht dafür da, um neue Wege zur Frühverrentung zu besprechen. Außerdem sei es wirklichkeitsfremd, in einer älter werdenden Gesellschaft die Rente mit 60 zu fordern. Die SPD hingegen fordert zumindest, den DGB-Vorschlag zu diskutieren und sich damit auseinander zu setzen, statt eine „gesinnungsgetriebenen Debatte“ zu führen. So warten wir gespannt auf die ersten Berichte aus der Arbeitsgruppe, die sich in den nächsten Tagen zum ersten Mal trifft.

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Das bislang teuerste Vorhaben der großen Koalition wurde am vergangen Freitag (23.05.14) beschlossen. 460 Abgeordnete stimmten für das Paket, das Milliarden kosten soll, 64 stimmten dagegen, 60 enthielten sich. Die schwarz-rote Koalition verfügt insgesamt über 504 Mandate. Die Opposition ist aus verschiedenen Gründen gegen das Rentenpaket. Während den Grünen die Maßnahmen zu weit gehen, gehen sie den Linken nicht weit genug.

Seitdem Frau Nahles ihre Pläne bekannt gegeben hatte, wurde heftig gestritten, diskutiert, in letzter Minute in Sachen Flexi-Rente noch angepasst und nun schließlich vom Bundestag durchgewinkt. Der Bundesrat muss dem Gesetz nicht mehr zustimmen. Es tritt bereits am 1. Juli in Kraft.

Worum es geht, wurde schon vielfach berichtet: wesentliche Bestandteile der Reform sind die Mütterrente, die Rente mit 63, Verbesserungen für Erwerbsgeminderte, eine Erhöhung des Reha-Budgets sowie die Möglichkeit, über das Rentenalter hinaus zu arbeiten. Was sich im Einzelnen ändert, lesen Sie hier.

Was insbesondere für Ihre Arbeit als Betriebsrat oder Schwerbehindertenvertretung interessant und wichtig ist, erfahren Sie auf unseren Tagesseminaren zum neuen Rentenpaket, die im Herbst starten. Melden Sie sich jetzt gleich an und sichern Sie sich Ihren Platz!

http://www.ifb.de/betriebsrat/seminare/thema/rente-aktuell–284.html

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Die Bundesregierung hat das Rentenpaket verabschiedet. Die Nachrichten sind voll mit Begriffen wie Mütterrente, Rente mit 63 und Erwerbsminderungsrente. Aber was bedeutet das genau und was sollten Sie jetzt wissen? Der Betriebsrat Blog erklärt…

Bei der Rente mit 63 geht es um die Frage, ab wann Beschäftigte abschlagsfrei in Rente gehen können. Sie erinnern sich: Im März 2007 hat die damalige Große Koalition die Rente mit 67 beschlossen. Begründet wurde dies mit der allgemein steigenden Lebenserwartung sowie sinkenden Geburtenzahlen. Es gilt: Den vollen Rentenanspruch erhält ein Arbeitnehmer erst, wenn er die sog. Regelaltersgrenze erreicht. Diese lag früher bei 65, seit 2007 bei 67 Jahren (zumindest gilt das für ab 1964 Geborene). Will man eher in Rente, so muss man Abschläge hinnehmen. Wichtig: Bei der Regelaltersgrenze von 67 Jahren wird es auch in Zukunft bleiben. Neu ist:
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Dies ist das traurige Ergebnis einer Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtk). Danach sind 2012 rund 75.000 Versicherte vorzeitig wegen psychischer Probleme in den Ruhestand versetzt worden. Dies macht 42 Prozent aller Frühverrentungen aus. Seit 2001 haben vor allem Depressionen (plus 96 Prozent), Persönlichkeits- und Verhaltensstörungen (plus 74 Prozent) sowie Suchterkrankungen (plus 49 Prozent) als Grund zugenommen. Im Durchschnitt waren die frühverrenteten Versicherten 49 Jahre alt.

Prof. Dr. Rainer Richter, Präsident der BPtk, macht unter anderem einen „Missstand“ für dieses Ergebnis verantwortlich, für den „das deutsche Gesundheitssystem seit Jahren keine angemessene Lösung findet“. Gemeint ist, dass laut BPtk psychisch kranke Menschen in Deutschland rund drei Monate auf einen ersten Termin in einer psychotherapeutischen Praxis warten. Viele geben bei der Suche nach einem Behandlungsplatz auf und bleiben unbehandelt. In Deutschland erhält überhaupt nur jeder dritte psychisch Kranke eine Behandlung. „Dass psychische Erkrankungen so häufig und so früh zu Renten wegen verminderter Erwerbsfähigkeit führen, liegt auch daran, dass psychisch kranke Menschen nicht oder nicht rechtzeitig behandelt werden“, so Richter.

Und das ist leider noch nicht alles: Laut Pressemitteilung haben Menschen, die lange psychisch erkrankt und deshalb arbeits- oder erwerbsunfähig werden, ein hohes Risiko, ein Leben in Armut zu führen. Die Erwerbsminderungsrenten sind seit 2000 stark gefallen. Ihre Höhe betrug 2012 durchschnittlich rund 600 Euro pro Monat. Mehr als ein Viertel der erwerbsunfähigen Rentner lebt in Einkommensarmut.

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In ihrem ersten großen Interview als Bundesministerin für Arbeit und Soziales äußerte sich Andrea Nahles in der Süddeutschen Zeitung ausführlich zu den Themen Mindestlohn und Rente. Den Mindestlohn  will sie so umfassend wie möglich. Die Verbesserungen bei der Rente sollen über höhere Bundeszuschüsse finanziert werden. Das Interview ist soeben in Lizenz auf betriebsrat.de erschienen.

 

von Ines am 25.10.2013, 11:35 Uhr , Kategorie: Rente

Fast 465 000 Rentner waren im vergangenen Jahr auf Hilfe vom Staat angewiesen. Das sind 6,6 Prozent mehr als im Jahr davor. Ein neuer, trauriger Rekordwert, von dem unter anderen Focus Online unter Berufung auf das Statistische Bundesamt berichtet. Und ein Ende ist nicht in Sicht.

Für die Freunde der Statistik: Besonders Frauen sind laut Pressebericht betroffen und auf die Grundsicherung angewiesen: Zum Jahresende 2012 bezogen in den alten Bundesländern 33 von 1000 Frauen über 65 Jahren und 25 von 1000 Männern dieses Alters Leistungen der staatlichen Grundsicherung. In den neuen Bundesländern (einschließlich Berlin) waren es 21 von 1000 Frauen und 18 von 1000 Männern.

Gewerkschafter sprechen von einem „sozialpolitischen Skandal“. und der drohenden Altersarmut „als Massenphänomen in Deutschland“, dass sich nicht abwenden lässt. Der DGB warnte gemäß Focus Online zudem vor versteckter Armut: Weil sich viele Ältere schämten und keine Grundsicherung beantragten, müsse von deutlich mehr armen Rentnern ausgegangen werden.

Gründe für die steigende Altersarmut werden in dem genannten Medienbericht nicht erläutert. Aber man kann sie sich auch selbst zusammenreimen: Bei den Frauen wird es beispielsweise an den Fehlzeiten und Teilzeitjobs aufgrund der Kindererziehung liegen. Im Allgemeinen wird mitunter der Eintritt von bleibender Arbeitslosigkeit in den letzten Arbeitsjahren vor der Rente die Ursache sein und natürlich die „Rentenreformen“. Aber letztendlich sind die Gründe fast schon irrelevant, wenn man Prognosen liest, die aussagen, dass irgendwann auch die betroffen sind, die durchgehend gearbeitet haben: „Alle, die weniger als 2500 Euro pro Monat verdienen, müssen mit dem Tag des Renteneintritts den Gang zum Sozialamt antreten“, wird die Arbeitsministerin Ursual von der Leyen unter anderen die „Welt“. Also die vielen Geringverdiener, die trotz Vollzeitstellen Niedriglöhne beziehen. Schreck lass nach! Wo soll das noch hinführen?

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von Ines am 31.08.2012, 09:18 Uhr , Kategorie: Allgemein, Rente

Die Beiträge zur Gesetzlichen Rentenversicherung sollen im kommenden Jahr sinken. Das beschloss das Bundeskabinett am Mittwoch, wie die Bundesregierung in ihrer Pressemitteilung berichtet. Ab 1. Januar 2013 soll der Beitragssatz in der Rentenversicherung um 0,6 % sinken und wird dann bei 19 %liegen. Das ist das Ergebnis der erfreulichen konjunkturellen Entwicklung in Deutschland. Die Bundesregierung kommt mit diesem Beschluss Forderungen nach, die schon seit geraumer Zeit erhoben werden (wir berichteten).

Mit der vorgesehenen Absenkung werden Beschäftigte und Arbeitgeber ab dem kommenden Jahr um jeweils rund 2,7 Milliarden Euro jährlich entlastet, so die Pressemitteilung. Das bedeutet für die Arbeitnehmer real mehr Nettoeinkommen und lässt positive Auswirkungen auf die Konsumnachfrage erwarten. Bei den Arbeitgebern sinken die Arbeitskosten.

Mit dem Kabinettsbeschluss ist die Grundlage für die Änderung gelegt. Die genaue Höhe der Beitragssatzsenkung kann erst nach Vorliegen der Daten der Deutschen Rentenversicherung im November festgelegt werden. Dann liegen weitere Berechnungen zur Lage der Rentenkassen vor und es kann gegebenenfalls im parlamentarischen Verfahren nachjustiert werden. Mal schauen, ob sich an den geplanten 0,6% noch etwas ändert.

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von Ines am 29.12.2011, 09:38 Uhr , Kategorie: Allgemein, Rente

Als ich noch ein Kind war, hatte ich den Eindruck, dass es allen Rentnern gut geht und sie sich ein schönes Leben leisten können. Inzwischen ist das anders – und das ist nicht nur ein Eindruck: In Deutschland steigt die Altersarmut immer weiter an. Laut einer Studie des Sozialverbandes VdK sind über drei Millionen Rentner arm oder von Armut bedroht, oder sie leben am oder unter dem Existenzminimum.

Immer mehr ältere Menschen kommen nur mit einem Nebenjob finanziell über die Runden. Unter anderem berichtet der VdK, dass im vergangenen Jahr rund 660 000 Menschen im Alter zwischen 65 und 74 Jahren nebenher einer geringfügigen Beschäftigung oder einem Minijob nachgegangen seien.
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