Noch gar nicht so lange her, dass wir hier verschärft davor gewarnt haben, die überall und stets präsenten berühmten eigenen Partybilder in sozialen Netzwerken wie etwa Facebook zu veröffentlichen. Zu schrecklich, so die damalige Meinung, könnten die potentiellen Folgen für Job-Bewerber sein, denn den Personalern wurde damals nachgesagt, schon genau im Bilde zu sein und wie Luchse durch die Steppen der web-communitys zu schleichen, immer auf der Suche nach dem einen, dem kompromittierenden Bild.

Als jemand, der Facebook selbst seit einiger Zeit nutzt, hab‘ ich mich damals schon gefragt, wie das eigentlich gehen soll, denn es bedeutet ja nur eine Kleinigkeit, das eigene Profil und die persönlichen Fotos nur für wirkliche „Freunde“, also Menschen denen ich durch eine manuelle Freischaltung gezielt die Erlaubnis erteile, sich an meinen wirklich unglaublich unverschämten partypics zu berauschen. Alle anderen kommen da nicht rein! Partybilder Dritter sind wirklich nur einsehbar, wenn jemand so unbedarft ist und das für alle freigibt. Das kann man dort so festlegen, in den persönlichen Einstellungen. Nun gut, so jemandem kann man vermutlich auch sonst nicht mehr viel helfen. Da sollte man lieber überlegen, ob man in den Schulen ein eigenes neues Fach zum Thema „Datenerziehung“ einführt.

Aber nun kommt auch für diese verbliebene Restschar einfältiger Alleshochlader die Entwarnung: Denn die meisten Chefs checken das gar nicht, das Ding mit den sozialen Netzwerken. Die Beratungsfirma IFOK hat 800 Personalverantwortliche befragt und stieß dabei im Bereich der social communitys auf ziemlich verkrustete Strukturen und wenig präsentes Wissen. Immerhin 80 Prozent der Befragten gaben zu, dass sie das Business-Netzwerk XING zumindest schon ein Mal besucht hätten, ohne oder zumindest nicht mit gezielter Schnüffelabsicht. Wobei: Kompromitierende Fotos gibt es da eh keine, im Gegenteil, nur unendlich viele absolut unkompromittierende und massiv aufgehübschte Bewerberprofile. Ob das bei der Bewerberauswahl weiterhilft?

Peter

Alle Infos zur IFOK-Studie „Social Media und Personalarbeit: Potenzial erkannt. Und genutzt?“



Dieser Beitrag wurde am Montag, 30. November 2009 um 18:57 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Datenschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Es stimmt, dass die Vertrautheit mit dem Internet sehr oberflächlich ist. Auch bei Personalern. Das mag in 10 Jahren aber anders aussehen und das Internet hält seine Daten bekanntlich ewig …

    Kommentar von: Michael W. Felser – am 03. Dezember 2009 um 00:58

  2. Hallo Peter,

    diese gesamten Programme übersteigen, sowie so mein Verständnis, deshalb kriegt mich auch keiner dazu bewegt mir ein Internet einzurichten. Sollte mich jemand kennenlernen wollen, so sollte mich diese Person einladen – so auch die Arbeit gebende Person!
    Photos mache ich wie üblich auf einer normalen Kamera und nicht Digital… Wieso sollte ich immer „laptop“ oder dergleichen mitnehmen…
    Viel Spaß bei Deiner/ Ihrer „Verglasung“!

    Einen frohen 4. Advent & viele Grüße V. Szemes

    Kommentar von: Szemes Veronika – am 15. Dezember 2009 um 10:37

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