Die schwarz-gelbe Koalition will das Elterngeld für Reiche streichen, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Wer ein jährliches Einkommen von mehr als 250 000 Euro hat und entsprechende Reichensteuer zahlt, wird die Zulage nach einem Beschluss des Haushaltsausschusses demnächst nicht mehr bekommen. Nach Schätzungen des Familienministeriums betrifft das aber lediglich 2200 Eltern. Hier wird der Staat insgesamt 3,8 Millionen Euro im Jahr sparen. Das sei „minimal“, so die Süddeutsche.

Damit sich die Sparmaßnahme dennoch lohnt, geht die Regierung noch anderen an den Kragen: Im Zusammenhang mit dem geplanten Sparpaket taucht die Meldung auf, dass auch Langzeitarbeitslose kein Elterngeld mehr erhalten sollen. Hier beträgt die Ersparnis des Staats satte 350 Millionen Euro. Gegensätzlicher geht es wohl kaum noch. Die Reichen sind auf das Elterngeld nicht angewiesen, ihnen tut diese Entscheidung nicht weh. Aber was ist mit den Hartz-IV-Empfängern – darunter übrigens ca. 50.000 alleinerziehende Mütter? Da bleibt einem das Wort soziale Gerechtigkeit erst mal im Halse stecken.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 28. Oktober 2010 um 09:58 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Elterngeld und Elternzeit abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. ist halt ein mathematisches Problem, es gibt nur wenige Reiche und viele Arme. Hier liegt schon das Grundübel der sozialen Ungerechtigkeit 😉
    Und wie jeder weiss, „die Masse macht’s“. Was wären also die Alternativen?
    a) nur bei den Reichen sparen
    b) wie a) aber Grenze noch niedriger ansetzen
    c) so lassen wie es ist

    Wenn wir mal davon ausgehen, dass das Ziel „Sparen“ und nicht „soziale Gerechtigkeit“ lautet, dann bringt a) und selbst b) einfach zu wenig Kohle. Ist schade, ist aber so. A) wäre klasse, wenn man nur Symbolpolitik machen will (was eigentlich eine Spezialität unserer Regierung ist, und damit meine ich alle Farben!), nutzt aber nichts, wenn irgendwo im Finanzsystem jemand sein Geld wieder haben will, das er für deutsche Staatsanleihen rausgeschmissen hat.
    Ich bin selbst kein Reicher und auch kein „Freund“ der Reichen, aber ich bin Realist … und die Realität gewinnt immer. Das werden sowohl unsere Politiker als auch die Menschen in der gesamten EU zeitnah noch schmerzlich feststellen.

    Kommentar von: peter – am 28. Oktober 2010 um 10:56

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