Vor einem Jahr gab es für viele Männer in diesem Land stillen Grund zur Freude: Familienministerin Kristina Schröder verkündete, dass mittlerweile rund 20 Prozent der Väter die sog. Partnermonate bei der Elternzeit in Anspruch nehmen würden. Und, jetzt kommt’s: Männer, die sich um die Erziehung ihrer Kinder in diesem frühen Stadium kümmern wollten, würden nicht mehr unter gesellschaftlichem Weichei-Verdacht stehen. Deswegen wolle man das Elterngeld auch weiterentwickeln: Die „Vätermonate“ sollen von zwei auf vier verdoppelt werden. So ähnlich stand es auch im Koalitionsvertrag von 2009. Guter Plan!

Diese Pläne sind jetzt leider vom Tisch oder etwas glitschiger ausgedrückt, sie sind „aus finanziellen Gründen derzeit nicht darstellbar„, so der offizielle Regierungssprech aus dem Bundesfamilienministerium. Um vier Milliarden gehe es dabei. Soviel würde eine Verlängerung kosten. Schon klar: Wo Hoteliers massiv um Steuern erleichtert werden, da fehlt solches Geld halt anderswo, etwa bei der Förderung junger Familien. Man kann froh sein, wenn Instrumente wie Elterngeld und Elternzeit nicht völlig demontiert werden! Aber wer weiß das schon?  Bereits letztes Jahr schrieben wir, dass es immer mehr den Anschein habe, dass die Bundesregierung des Elterngeldes überdrüssig zu sein scheine. Vielleicht war bei dieser Weicheier-Geschichte doch nicht alles so ernst gemeint.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Montag, 11. April 2011 um 16:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Elterngeld und Elternzeit abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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