Fotolia 20216234 XS Schweiz Volksabstimmung: Schweizer sind gegen eine Verlängerung des gesetzlichen MindesturlaubsDa denkt man so leichthin: „Urlaub kann man nie genug haben“. Augenscheinlich nicht so die Schweizer. Denn: Sie haben sich im Rahmen einer Volksabstimmung mit deutlicher Mehrheit (66,5 Prozent) gegen eine Verlängerung des gesetzlichen Mindesturlaubs von vier auf sechs Wochen entschieden. Dies berichtet unter anderem stern.de.

Vertreter des Gewerkschaftsdachverbandes Travail Suisse, auf dessen Initiative dieser Entscheid im März 2012 durchgeführt wurde, zeigten sich über das Ergebnis enttäuscht. Sie hatten argumentiert, Arbeitnehmer bräuchten angesichts eines gestiegenen Leistungsdrucks mehr Zeit für Erholung.

Die Arbeitgeberseite ist dagegen erfreut. Sie hatten im Vorfeld der Abstimmung bereits zur Ablehnung der „Ferieninitiative“ aufgerufen und gewarnt: Eine Verlängerung des Mindesturlaubs würde Milliarden kosten und zur Verlagerung von Arbeitsplätzen in Euro-Länder wie Deutschland führen, wo die Lohnkosten deutlich niedriger seien. Um dies zu unterstreichen starteten sie eine millionenteuere Kampagne mit dem Kernslogan „Mehr Ferien = weniger Jobs“. Die Poster und Videos waren in der Schweiz allgegenwärtig, berichtet das Hamburger Abendblatt.

Die Gewerkschaften kritisierten laut Pressebericht diese Kampagne als „Angstmacherei“, die offensichtlich erfolgreich war. Trotz der Niederlage ist man auf Seiten der Gewerkschaften dennoch „stolz darauf, die Frage nach der Überbelastung am Arbeitsplatz thematisiert zu haben“.

Bildquelle: © Felix Pergande – Fotolia.com

 



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 19. April 2012 um 15:23 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Europa abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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