von Peter am 21.03.2008, 13:42 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf

Bundesfamilienministerin Ursula von der Leyen (CDU) hat kürzlich das Aktionsprogramm „Perspektive Wiedereinstieg“ vorgestellt. Dabei geht es um die besondere Unterstützung der Frauen, die ihren beruflichen Wiedereinstieg nach der sog. Familiengründungsphase suchen und das sind immerhin 80 Prozent aller Mütter, die davor schon gearbeitet haben.
Grundlage ist eine Studie des Sinus-Instituts, die von der Bundesregierung in Auftrag gegeben wurde. Diese zeigt ernüchternde Ergebnisse. Frauen, die wieder zurück in den Beruf wollen, haben eine Vielzahl von Hürden zu überwinden:

  • Der Partner, der selbst beruflich eingespannt ist, seiner Frau somit nicht den Rücken freihalten kann und oft auch gar nicht mit dem Wiedereinstieg der Frau in den Job einverstanden ist.
  • Die Kinderbetreuung, die zu selten vorhanden ist und falls doch, zu viel kostet.
  • Der Beruf selbst, denn überall wird heute Flexibilität gefordert, was gerade von Müttern vielfach nicht zu erbringen ist.
  • Emotionen: Sorge um das betreute Kind, aber auch um sich selbst, da man sich im Betrieb als Mutter oft nicht vollwertig akzeptiert fühlt.
  • Finanzielle Hürden, die durch eine Reduzierung der Stundenanzahl entstehen (48 Prozent der Frauen arbeiten in Teilzeitverhältnissen).

Das Aktionsprogramm will an verschiedenen Stellen unterstützend ansetzen: So wird es ein Internetportal geben, dass auf die Bedürfnisse der jobwilligen Mütter zugeschnitten ist und regionale Beratungsangebote vermittelt. Weiterhin sollen mit EU-Geldern Projekte unterstützt werden, die Berufsrückkehrerinnen besser integrieren möchten. Und schließlich sollen auch auf lokaler Ebene bestehende Strukturen mehr auf Frauen ausgerichtet werden. Die Regierung spricht hier von Lokalen Bündnissen für Familie, Mehrgenerationenhäusern und die „Infobörsen für Frauen“.

Alle Maßnahmen, die geeignet sind, Mütter die in den Beruf zurückkehren, zu unterstützen sind voll und ganz zu begrüßen. Die Partner in den Familien sind mit am meisten gefordert: Männer müssen die Möglichkeiten, die die Elternzeit bietet, mehr in Anspruch nehmen. Denn auch dadurch entlasten Sie ihre Frauen. Dann: Die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb können ebenfalls das ihre tun, indem sie Rückkehrerinnen entsprechend unterstützen und sie deutlich spüren lassen, dass sie „vollwertige“ Kolleginnen sind. Und die Arbeitgeber: Diese müssen damit aufhören, vielfach nur Aufgaben zweiter Klasse zu verteilen und die Mütter, so heißt es in der Studie wortwörtlich, dadurch in „diskriminierender Weise zu schonen“! Bleibt noch der Betriebsrat. Für diesen kann es ebenfals einiges zu tun geben. Was genau, darüber kann man sich etwa auf dieser Schulung ein genaueres Bild machen.

Peter



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