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Die Legende vom familienfreundlichen Betrieb

Die Bundesagentur für Arbeit hat gemeinsam mit dem IAB-Institut im Jahr 2008 an die 16.000 Betriebe befragt [1], ob und welche Maßnahmen und Vereinbarungen für Frauen- und Familienförderung bei ihnen getroffen worden seien. Stichwort: Familienfreundlicher Betrieb! Das ernüchternde Ergebnis: In 87 Prozent aller Unternehmen gibt es NICHTS dergleichen!

Somit bleibt der „familienfreundliche Betrieb“ ein oft beschworener Mythos, den sich viele zwar gerne auf die Fahne schreiben, wo aber im Endeffekt in der Praxis nichts geregelt und vereinbart wird. Es scheint sich also um eine Legende zu handeln, über die  man gerne spricht, letztlich aber nichts dafür tut. Anders ist das Ergebnis nicht zu erklären.

Ein Problem dabei: Die gut qualifizierten Arbeitnehmer der Zukunft bekommen die Unternehmen in Zeiten des real existierenden Fachkräftemangels und des sich schon in Umrissen bald auf dem Arbeitsmarkt abzeichnenden demografischen Wandels mit so einer Einstellung natürlich  nicht. Denn die werden es sich immer mehr aussuchen können, wo und bei wem sie arbeiten. Randolf Rodenstock, Präsident der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft weiß das längst. In einem Interview mit der Zeitung „Die Welt“ [2] meinte er vor kurzem: „Familienfreundlichkeit ist heute ein Standortvorteil und ein wichtiges Pfund, mit dem mittelständische Betriebe im Wettstreit um die „besten Köpfe“ wuchern können“. Rodenstock verweist weiter darauf, dass eine familienorientierte Personalpolitik das Betriebsklima verbessert. Die Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter werde gesteigert und Abläufe im Unternehmen optimiert.

Na also, sie wissen es längst! Wo liegt dann das Problem, dass 87 Prozent der Unternehmen nicht aktiv werden? Gut ist nur, dass es langfristig der Markt richten wird.

Peter

IAB-Studie (pdf-Download) [3]