von Ines am 03.08.2010, 10:09 Uhr , Kategorie: Betriebsratswahl, Frauen im Beruf

Wir lesen es in jeder dritten Meldung: Chancengleichheit wird in deutschen Betrieben immer noch ziemlich klein geschrieben. Der Anteil der Betriebe, die Vereinbarungen zur Verbesserung der Chancengleichheit von Männern und Frauen aufweisen, hat sich seit Beginn des Jahrzehnts kaum verändert – Tendenz auch in Zukunft wahrscheinlich eher gleich bleibend. Frauen verdienen noch immer verhältnismäßig weniger als Männer, selbst in gleichen Positionen.´

Auch im Betriebsrat zu sein war früher Männersache. Da saßen nur echte Kerle im Blaumann. Doch erfreulicherweise hat sich das in den letzten Amtsperioden erheblich gewandelt – Tendenz steigend! Das zeigt der Trendreport der Hans-Böckler-Stiftung zu den Betriebsratswahlen 2010. Danach wurden mehr Frauen in die Betriebsräte gewählt als je zuvor. Inzwischen ist nahezu jedes vierte Betriebsratsmitglied weiblich. Die Quote liegt nach den neuesten Erkenntnissen bei 24,78 Prozent. Das sind 0,4 Prozent mehr als vor vier Jahren.

Sicher hat die „Minderheitengeschlechterquote“, die 2001 im Betriebsverfassungsgesetz verankert wurde, ihren Anteil an diesem Ergebnis. Das hat geholfen, qualifizierte Frauen für eine Kandidatur zu gewinnen, die ihre Geschlechtsgenossinnen im Betriebsrat würdig vertreten. Aber längst sind weibliche Arbeitnehmervertreterinnen viel mehr, als lediglich die Erfüllung einer gesetzlichen Vorgabe. In der Betriebsratsarbeit sind sie unverzichtbar. Nicht nur, dass sie Eigenschaften besitzen, die früher noch als „typisch“ männlich galten, etwa Entschlussfähigkeit, die Fähigkeit zum Delegieren, Durchsetzungskraft, Selbstvertrauen und Risikobereitschaft. Darüber hinaus zeichnen sie soziale Kompetenzen wie Teamgeist, Kommunikationsgeschick, Flexibilität oder Kreativität aus. Frauen haben ganz besondere Stärken und sind in einem funktionierenden erfolgreichen Betriebsratsgremium unentbehrlich.

Ines

PS: Liebe Betriebsräte, natürlich hat sich auch das Klischee vom „echten Kerl im Blaumann“ inzwischen geändert. Aber das ist ein andere Geschichte……………!



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 03. August 2010 um 10:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Betriebsratswahl, Frauen im Beruf abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Ich bin auch total für Gleichberechtigung und begrüße solche Entwicklungen aus tiefstem Herzen. Als nächsten brauchen wir die Wehrpflicht für Mädchen, anteilig gleiche Beschäftigung von Frauen etwa bei der Müllabfuhr und der Kanalreinigung, außerdem einen männlichen Gleichstellungsbeauftragten sowie einklagbare Quoten für Männer in Frauendomänen (Arzthelfer, Empfang, Sekretariat usw.).

    Kommentar von: gonsior – am 03. August 2010 um 22:28

  2. P.S.: Oder geht es den Frauen womöglich gar nicht um Gleichberechtigung, sondern mal wieder nur um das anstrengungslose Erlangen von Vorteilen?

    Herzliche Grüße

    Kommentar von: gonsior – am 03. August 2010 um 22:30

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