Eigentlich machen Frauen alles richtig. Dennoch schaffen sie es mit ihren Karrierestrategien nicht an die Spitze der Unternehmen, so das Fazit einer Studie von Soziologen der Technischen Universität (TU) Berlin. Das Ergebnis der Befragung ist paradox: Gerade die vielgepriesenen Soft Skills werden zur Stolperfalle für Frauen.

Frauen setzen demnach zu sehr auf Kooperation statt auf Konkurrenz. Das Absurde daran ist: Frauen sind sich durchaus bewusst, welche Anforderungen die moderne Arbeitswelt an sie stellt und setzten die geforderten Kompetenzen wie Kommunikationsfähigkeit, Kooperationsbereitschaft und Konfliktfähigkeit bewusst und zielgerichtet ein. Das Problem an der Sache ist nur, dass gerade diese Fähigkeiten seit jeher als typisch weiblich gelten. Die Folge: Frauen werden von ihren Vorgesetzten auch heute nicht als Individuum, sondern nur noch als Frau wahrgenommen. So werden ihnen alte Rollenklischees zum Verhängnis. Auch wenn dies wissenschaftlich schon längst widerlegt ist, schwirrt in den Köpfen immer noch herum, Frauen seien weniger produktiv und flexibel, da sie sich um Kind und Familie kümmern müssen. Nicht gerade förderlich für die Aufstiegschancen!

Darüber hinaus macht Karriere nur, wer aus der Masse hervorsticht und sich von den anderen absetzt. Die Fähigkeit, kooperieren zu können, kollidiert aber mit der Anforderung, im Team sichtbar zu werden und sich für eine Beförderung zu empfehlen. Die oberste Sprosse der Karriereleiter erklimmen deshalb nur diejenigen, die ganz selbstverständlich auf Konkurrenz setzen und Platzhirsch spielen. Das sind in den meisten Fällen halt doch die Männer, die im Gegensatz zu den Frauen – so das Ergebnis der Interviews – den Soft Kills für ihre Karriere nicht so viel Bedeutung beimessen.

Also Ellbogen raus und ran an die Karriereleiter? Wenn es doch so einfach wäre, sich in einen röhrenden Platzhirsch zu verwandeln…

Susanne

 

Fotoquelle: © Marem - Fotolia.com

 



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 02. August 2011 um 14:02 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Frauen im Beruf, Gleichberechtigung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Als Mann ohne Hirsch zu sein, fällt es noch schwerer, eine Anstellung zu erhalten (wenn mann nicht gerade Ingenieur ist). Denn überall werden bei gleicher Eignung bevorzugt Frauen eingestellt…..

    Kommentar von: Maik – am 02. August 2011 um 14:45

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