von Ines am 16.05.2011, 09:04 Uhr , Kategorie: Frauen im Beruf

Die meisten Deutschen haben kein Verständnis für Mütter, die kurz nach der Geburt ihres Kindes wieder arbeiten gehen. Das hat eine Umfrage der GfK Marktforschung laut Bericht der Süddeutschen Zeitung ergeben. Demnach sind 88 % der Bundesbürger der Meinung, dass sich junge Mütter in den ersten 12 Lebensmonaten „voll und ganz“ um ihr Baby kümmern sollten. Dass das Kind ebenso so gut vom Vater betreut werden kann, glauben 54%. Die Frage nach der Kinderversorgung müssen Eltern aber für sich entscheiden, sagen 85% der Befragten. Weder Verwandte noch die Gesellschaft haben sich hier einzumischen, so die Studie.

Richtig oder falsch gibt es in dieser Hinsicht wohl nicht. Sicher hat es Vorteile, wenn die Mutter so lange wie möglich bei ihrem Kind bleibt, gerne auch bis zur Kindergartenzeit. Aber sind denn nicht oft die Familien auf beide Gehälter angewiesen? Und ist es wirklich schlecht für ein Kind, ganz früh soziale Kontakte zu anderen Kindern zu haben und so auch zeitig den Weg in die Selbständigkeit zu lernen? Niemand kann hier eine allgemeingültige Regel festlegen. Und in einem Punkt hat die Studie recht: Die Frage nach der Kinderbetreuung müssen Eltern ganz allein für sich entscheiden – hoffentlich immer zum Wohle des Kindes.

Ines H.

 



Dieser Beitrag wurde am Montag, 16. Mai 2011 um 09:04 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Frauen im Beruf abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Ob es Vorteile hat, dass die Mutter (wieso eigentlich nur die?) möglichst lange mit dem Kind zu Hause bleibt, finde ich gar nicht so eindeutig. Insbesondere für die Entwicklung von Einzelkindern ist der soziale Kontakt wesentlich. Und was ist mit der Mutter? Insbesondere bei hochqualifizierten Frauen bedeutet der jahrelange Ausstieg aus dem Beruf oft eine endgültige Entscheidung über den weiteren Berufsweg. Der Verlust der Qualifikation ist nicht mehr aufzuholen.

    Aus meiner Sicht geht es nicht darum, Müttern und Vätern die individuelle Entscheidung zu überlassen, wer auf seine Karriere verzichtet und bei dem Kind zu Hause bleibt. Ziel muss es sein, gute Kinderbetreuungsmöglichkeiten zu haben und gleichzeitig die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass Frauen und Männer sich um ihre Kinder kümmern können und gleichzeitig voll berufstätig sein können.

    Ganz nebenbei: ich habe meine Berufstätigkeit und die Kindererziehung nebeneinander gehabt. Ich bin ungeheuer stolz auf meine großartige Tochter, die heute sehr erfolgreich studiert und hohe soziale Kompetenzen hat. Auch der Vater meiner Tochter hat mich immer unterstützt. Genervt haben nur die Verwandten, die mir in aller Freundlichkeit doch immer deutlich zu verstehen gegeben haben, dass ich eigentlich eine egoistische Rabenmutter bin – und die sich heute wundern, wie erfolgreich meine Tochter ist.

    Dorothea

    Kommentar von: Dorothea – am 04. Juli 2011 um 11:16

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