Fotolia 20434509 XS Friseur Lehrling bringt sich wegen Facebook Status um AusbildungsplatzAlle wissen es, die Medien warnen verstärkt davor (auch wir, z.B. hier, hier und hier!) und abgesehen davon sagt es einem eigentlich schon der gesunde Menschenverstand – und doch passiert es immer wieder, dass Arbeitnehmer über Facebook & Co stolpern. Wie jüngst eine Auszubildende, die sich erst krank meldete und dann Urlaub und Party machte. Dummerweise hatte sie nicht damit gerechnet, dass auch ihr Arbeitgeber hin und wieder mal auf Facebook vorbeischaut. Und so hinterließ die Auszubildende, während sie krankgeschrieben war, gleich mehrere Nachrichten, die ihren Urlaub dokumentierten. Was mit viel Spaß für die Auszubildende begann, endete letztlich mit viel Ärger vor dem Arbeitsgericht Düsseldorf (Az: 7 Ca 2591/11).

Nach Ansicht ihres Ausbilders hat die Auszubildende die Arbeitsunfähigkeit nur vorgetäuscht. Auf ihrer Facebook-Seite hatte sie nämlich den folgenschweren Satz „Ab zum Arzt und dann Koffer packen“ gepostet und entschwandt dann nach Mallorca. Weiteren Facebook-Einträgen ist zu entnehmen, dass sie während ihrer angeblichen Arbeitsunfähigkeit zudem in einer Düsseldorfer Disco feierte und sich ein Tattoo stechen ließ. Und so flatterte der angehenden Friseurin nach ihrem Urlaub die fristlose Kündigung ins Haus. Vor dem Arbeitsgericht behauptete sie rotzfrech, der Aufenthalt sei ihr vom Arzt ans Herz gelegt worden, um die Heilung zu fördern. Das Gericht empfahl den Parteien einen Vergleich, wonach das Ausbildungsverhältnis beendet werden und die junge Frau noch 150 Euro ausgezahlt bekommen soll.

Man kann es nicht oft genug sagen: Wer Chef oder Arbeitskollegen in der Freundesliste von Facebook hat, sollte auf Facebook alles unterlassen, was in irgendeiner Weise den Job gefährden oder einen schlechten Ruf erzeugen kann. Und abgesehen von den moralischen Überlegungen, die jeder Arbeitnehmer anstellen sollte, gilt im Arbeitsrecht immer: mit Krankenschein ist alles zu unterlassen, was in irgendeiner Art und Weise die Genesung gefährdet! Ansonsten kann schnell eine böse Überraschung folgen – und das ist so ein bisschen Spaß dann doch nicht wert.

Susanne

Bildquelle: © fovito – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Montag, 29. August 2011 um 13:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Ausbildung, Gerichtsmassig, Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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