von Ines am 28.05.2019, 11:18 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz
Kaspars Grinvalds – Fotolia

Seit Jahren diskutieren Fachleute, wie Burnout definiert wird und ob es überhaupt eine Krankheit ist. Bisher war es das jedenfalls nicht, und entsprechend auch nicht in der Internationalen Klassifikation der Krankheiten (ICD) aufgenommen, an der sich auch Ärzte bei ihrer Arbeit orientieren. Die Weltgesundheitsversammlung der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat diese Debatte nun beendet und Burnout als Krankheit anerkannt – dachten wir zunächst. Dies berichtete unter anderen SPIEGEL ONLINE. Ab 2022 sollte Burnout im neu beschlossenen Katalog (ICD 11) enthalten sein und dort als Syndrom aufgrund von „Stress am Arbeitsplatz, der nicht erfolgreich verarbeitet werden kann“ definiert werden.

Doch jetzt berichten die Medien, dass das so nicht ganz richtig sei: Die WHO hatte zwar zunächst im Falle von Burnout von einer Krankheit gesprochen, diese Angaben inzwischen aber präzisiert.

Die Experten haben Burnout lediglich als einen Faktor eingestuft, der die Gesundheit beeinträchtigen kann. Das Gefühl der Erschöpfung resultiere aus chronischem Stress am Arbeitsplatz, der unter anderem zu einer negativen Einstellung zum Job und geringerer Leistungskraft führen könne, so ein Teil der nun neuen WHO-Definition. Wichtig ist der Zusammenhang zum Arbeitsleben.

Burnout ist bisher ohne offizielle Definition gewesen. So ist er zwar jetzt mit einer Beschreibung im Katalog der 55.000 Krankheiten, Symptome und Verletzungsursachen aufgelistet, als Krankheit aber wohl doch nicht anerkannt. Schade! Das hätte den Zustand, der jahrelang als Modekrankheit verschrien war, rehabilitiert. Und viele Betroffene wahrscheinlich auch.

Wegen Burnouts kam es in Deutschland im vergangenen Jahrzehnt zu einer Verdreifachung der Arbeitsunfähigkeitsfälle. Hochgerechnet auf alle gesetzlich krankenversicherten Beschäftigten ergeben sich laut Statistik für 2017 rund 166.000 Burnout-Betroffene. Dabei fielen rund 3,7 Millionen Krankheitstage an.



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