Jahr für Jahr veröffentlicht das wissenschaftliche Institut der AOK-Krankenkasse seinen sog. „Fehlzeiten“-Report. Dieser will umfassend über die Krankenstandsentwicklung in der deutschen Wirtschaft informieren. Da das Institut Zugriff auf die Daten von fast 10 Millionen AOK-Versicherten hat, kann man von einer hohen Genauigkeit dieser Analyse ausgehen. Der neueste Report, der nun Anfang November präsentiert wurde, stellt zentral fest, dass der Krankenstand im letzten Jahr erneut gestiegen ist: Im Schnitt war ein Arbeitnehmer dabei 17,0 Tage krankgeschrieben, im Jahr davor waren es durchschnittlich noch 16,3 Tage. Hauptgrund ist vor allem die Zunahme psychischer Erkrankungen, bei denen die Genesung im Vergleich zu „konventionellen“ Krankheiten wie etwa Erkältung oder Grippe überdurchschnittlich lange dauert.

Einen Schwerpunkt setzte der Report diesmal auf das Thema „Wirtschaftskrise“: Die Analyse belegt, dass die Verunsicherung im Hinblick auf den eigenen Arbeitsplatz häufig mit höherem Arzneimittelverbrauch, vermehrtem Alkoholkonsum, aber auch mit weniger sozialen Kontakten verbunden sei. Und auch ein relativ neues Phänomen verstärke sich zusehends: Die Arbeitnehmer schleppen sich krank zur Arbeit. Über 70 Prozent handeln mittlerweile so oder warten zumindest noch das Wochenende ab, um sich dort zu erholen. Der Grund dafür ist offensichtlich: Die Angst vor Arbeitsplatzverlust!

Dazu der stellvertretende Leiter des Instituts, Helmut Schröder: „Ein Arzt schreibt niemanden leichtfertig krank. Wer trotz akutem Leiden arbeiten geht, wird statistisch gesehen längerfristig häufiger krank und müsse früher in Rente.“ Das sag bitte mal den Menschen, die Angst um ihren Job haben! Ein echter Teufelskreis.

Peter

Hier kann man den „Fehlzeiten-Report“ kostenpflichtig bestellen.



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 06. November 2009 um 17:14 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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