von Ines am 11.10.2011, 14:24 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Zunehmender Leistungsdruck wohin man auch blickt. Mit erschreckenden Folgen. Ob Schule, Ausbildung oder Beruf: Immer mehr Menschen sind offensichtlich bereit, ihrer Leistungsfähigkeit mit Medikamenten auf die Sprünge zu helfen. Antreiber sind meist der Wunsch, besser sein zu wollen als die anderen oder auch eine ständige Überforderung in der zur Verfügung stehenden Zeit.

Rechtzeitig zum diesjährigen Welt-Anti-Drogentag berichtet die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in einer Pressemitteilung von diesem gefährlichen neuen Trend anlässlich einer repräsentativen Umfrage der Deutschen Angestellten-Krankenkasse (DAK): Ca. 2 Mio. Beschäftige im Alter von 20-50 Jahren (5 % der Befragten) gaben hier an, als Gesunde schon einmal leistungssteigernde und stimmungsaufhellende Medikamente eingenommen zu haben. Ca. 800.000 Beschäftigte (2 % der Befragten) gaben an, dass sie sich regelmäßig und sehr gezielt „dopen“. Ca. 320.000 Beschäftigte (0,8 % der Befragten) nahmen zum Zeitpunkt der Befragung täglich oder mehrmals wöchentlich Arzneimittel zur Leistungssteigerung und Stimmungsaufhellung ein. Und ein Viertel aller Befragten gab an, eine Steigerung ihrer kognitiven Leistungen im Beruf als vertretbar für die Einnahme ohne medizinische Notwendigkeit zu erachten. Außerdem würden mehr als 80 % der befragten Schüler und Studenten einer frei verfügbaren Pille ohne Nebenwirkungen positiv gegenüber stehen, während 11 % dies ablehnen.

Genommen werden meist Mittel zur Steigerung der Konzentration aber auch Präparate gegen Depression (Verbesserung des psychischen Wohlbefindens) oder Demenz (Verbesserung der Gedächtnisleistung). Doch viele dieser Medikamente wirken auf Gesunde genau gegenteilig. Die Konsumenten dieser Medikamente riskieren außerdem Abhängigkeiten, Nebenwirkungen und mögliche Langzeitfolgen. Hirndoping ist daher „sinnlos, riskant und teuer“, so die DHS. Die Experten warnen vor diesem gefährlichen Griff zur Pille und raten, sich Alternativen zu suchen, um das Wohlbefinden zu steigern. Ausreichend Schlaf, Denksport oder eine gute Organisation am Arbeitsplatz etwa gäben dem Alltag Struktur.

Ines H.

 

Bildquelle: © granata68 – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 11. Oktober 2011 um 14:24 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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