In den deutschen Atomkraftwerken (AKW) werden deutlich mehr Leiharbeitnehmer beschäftigt als in anderen Branchen, berichtet betriebsrat.de. Der Gründe hierfür liegen auf der Hand: Zum einen ist die Beschäftigung von Leiharbeitnehmern für Arbeitgeber billiger, da sie bei der derzeitigen Gesetzeslage einfach den „equal-pay-Grundsatz“ umgehen können. Und zum anderen sind die Beschäftigten in AKWs auf Grund der Strahlenbelastung einem hohen Gesundheitsrisiko ausgesetzt. Dieses möchten die AKW-Betreiber bei der eigenen Belegschaft wohl vermeiden.

Laut Statistik der Bundesregierung waren im Jahr 2009 in den deutschen AKWs knapp 6000 festangestellte Mitarbeiter radioaktiver Strahlung ausgesetzt. Die Zahl der Leiharbeitnehmer in diesem Bereich betrug hingegen über 24.000 Personen.

Doch auch im Rest Europas ist es Gang und Gebe vor allem Leiharbeiter in den Atomkraftwerken zu beschäftigen. Die Linkspartei spricht deshalb schon vom „Strahlenproletariat in deutschen Atomkraftwerken“. In unserem Nachbarland Frankreich ziehen sogar bis zu 30.000 Leiharbeiter von einem Kraftwerk zum anderen. Dort werden sie deshalb als „Nuklear-Nomaden“ bezeichnet.

Thomas

 



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 10. Juni 2011 um 09:56 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz, Leiharbeit abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Nicht nur die AKW-Betreiber schützen das eigene Personal und belasten Leiharbeiter.

    Auch die Bundespolizei als oberste Luftsicherheitsbehörde riskiert keine Bestrahlung des eigenen Personal mit Röntgenstrahlen. Auch hier werden Fremdfirmen mit dem Bedienen der bundeseigenen Röntgengeräte beauftragt. Diese stellt das „geeignetes Personal“ der Bundespolizei zur Verfügung, die diese Geräte bedienen. Die eventuellen Regressansprüche des eigenen Personals sind viel zu kostspielig. Die Regressansprüche der „Beliehenen“ richten sich an den privaten Unternehmer. Und dieser ist im Risikofall insolvent.

    Kommentar von: Berny – am 14. Juni 2011 um 12:30

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