von Thomas am 29.10.2010, 08:43 Uhr , Kategorie: Gesundheitsschutz

Gestern wurde in Berlin der erste „Deutsche Männergesundheitsbericht“ vorgestellt. Das Ergebnis: Männer sind das vernachlässigte Geschlecht! Ihre Lebenserwartung liegt rund fünfeinhalb Jahre unter der von Frauen, ihre psychischen Erkrankungen bleiben oft unerkannt und ihre Selbstmordrate liegt deutlich höher als beim weiblichen Geschlecht.

Ein Grund für die unerkannten psychischen Erkrankungen liegt laut der Sozialwissenschaftlerin Anne Maria Möller-Leimkühler darin, dass Männer aus Angst vor einer Stigmatisierung keine Hilfe in Anspruch nehmen. Resultate sind dann oft Alkohol- und Drogenabhängigkeit sowie Gewaltausbrüche.

Auch die Arbeitswelt belastet die Männergesundheit. Dies liegt zum Teil daran, dass Männer häufiger in Berufen arbeiteten, in denen es zu Unfällen und Verletzungen kommen kann, hat aber auch damit zu tun, dass bei Männern Selbstausbeutung und Mehrarbeit verbreitet sind.

Bundesfamilienministerin Christina Schröder (CDU) kündigte an, Rahmenbedingungen schaffen zu wollen, damit Männer gesünder leben können. Sie nannte die Förderung von 30- oder 35-Stunden-Wochen in den Arbeitsverträgen und die Bekämpfung der „Präsenzkultur“ – dabei wird vom Arbeitnehmer erwartet, dass er über die festgelegte Arbeitszeit hinaus am Arbeitsplatz verweilt. Männer setzen sich gerade am Arbeitsplatz häufig unter Druck und das schadet der Gesundheit.

Natürlich sind die Männer an ihrer schlechten Gesundheitslage nicht ganz unschuldig. Sie ernähren sich z.B. deutlich ungesünder als Frauen: Sie trinken viel Alkohol und lieben Fast Food; wie eine ebenfalls gestern veröffentlichte Forsa-Umfrage beweist.

Mein Appell: Männer nehmt Eure Gesundheit ernster! Denn wie heißt es so schön: Ein gesunder Mensch hat viele Wünsche, ein kranker nur einen!

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 29. Oktober 2010 um 08:43 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. […] wird (wie beispielsweise im Betriebsrats Blog) natürlich eine spannende Frage aufgeworfen. Sind die Betroffenen selbst an ihrer geringeren […]

    Pingback: Politik setzt Männergesundheit auf die Agenda » News und Tipps für Verbraucher – am 29. Oktober 2010 um 09:26

  2. Natürlich gibt es bei diesen Ergebnissen zur Männergesundheit immer ein Ursachenbündel, ein sowohl als auch, d.h. betriebliche und gesellschaftliche Anforderungen einerseits und die eigenen Vorstellungen vom Mannsein (Männerbilder) und entsprechende Verhaltensweisen andererseits. Viele Frauen machen seit 20 – 30 Jahren zunehmend uns Männern doch vor, welche Chancen Veränderungen in den eigenen Einstellungen und Verhaltensweisen für sie eröffnen. Aber bei der immer noch relativen Männerdominanz in vielen Strukturen und Familien sehen bislang viele Männer leider keine Notwendigkeit, über sich nachzudenken und eventuell etwas an sich zu verändern. Bei nicht wenigen Männenrn erlebe ich als Referent in den ifb – Seminaren immer wieder eher traditionelle Männerbilder und Rollenvorstellungen und -verhalten, z.B. ungesunde Ernährung, Entwertungen von Frauen, typische und vielschichtige Männerdominanz, traditionelle Vorstellungen von Männer- und Frauenrollen etc. Bei Bedarf mache ich es im Seminarkontext dann zum Thema und erlebe in Folge durchaus kontroverse, aber fruchtbare Gespräche und mehr Respekt zwischen den Geschlechtern.
    Ich fände es gut, wenn das ifb das Thema Männergesundheit, Männer verändern sich, Rollenvorstellungen der Männer aufgreifen und zum Thema machen würde.
    Wilhelm Sannemann, Bielefeld

    Kommentar von: Wilhelm Sannemann – am 02. November 2010 um 10:25

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