geschäftsmann im büro mit ventilator im hintergrundWir sind bereits mitten im Sommer angekommen: Die Tage sind lang, die Laune ist bestens, die Sonne scheint … und es wird heißer und heißer und heißer. Sie kennen das sicher: Bei den wirklich hohen Temperaturen, die an diesen Tagen auch bei uns in Deutschland herrschen, wird es an so manchem Arbeitsplatz nahezu unerträglich warm. Vielleicht sogar unzumutbar warm? Was kann bzw. muss der Arbeitgeber tun, damit wir bei der Arbeit nicht einem Hitzschlag erliegen?

Welche Raumtemperaturen am Arbeitsplatz grundsätzlich zulässig sind, regelt die Arbeitsstättenverordnung. Sie klärt die Mindestvoraussetzungen für die Sicherheit und den Gesundheitsschutz der Beschäftigten beim Einrichten und Betreiben von Arbeitsstätten. Eine entsprechende Norm findet sich in § 3a Absatz 1, die jedoch so allgemein formuliert ist, dass sich damit auf den ersten Blick nicht viel anfangen lässt: „Der Arbeitgeber hat dafür zu sorgen, dass Arbeitsstätten so eingerichtet und betrieben werden, dass Gefährdungen für die Sicherheit und die Gesundheit der Beschäftigten möglichst vermieden und verbleibende Gefährdungen möglichst gering gehalten werden.“

Aha! Und was sagt uns das jetzt über die Raumtemperatur? Nicht viel? Oder doch? Die praktische Umsetzung der Arbeitsstättenverordnung erfolgt durch die „Technischen Regeln für Arbeitsstätten“ (ASR). Speziell um die Raumtemperaturen geht es in den Technischen Regeln für Arbeitsstätten – Raumtemperatur ASR A3.5. Danach soll die Lufttemperatur in Arbeitsräumen 26°C nicht überschreiten. Aber was, wenn es doch heißer wird? Auch das ist geregelt: Überschreitet die Außenlufttemperatur 26°C und wird trotz entsprechender Sonnenschutzmaßnahmen auch eine Raumlufttemperatur von 26°C überschritten, sollen zusätzliche Maßnahmen ergriffen werden. Was genau hier in Frage kommt, wird in der ASR aufgeführt: z.B. die Nutzung von Gleitzeitregelungen zur Arbeitszeitverlagerung, die Lockerung der Bekleidungsregelungen oder die Bereitstellung geeigneter Getränke. Liegt die Raumlufttemperatur über 30°C sind diese Maßnahmen zwingend zu ergreifen. Wird sogar eine Raumlufttemperatur von 35°C überschritten, dann müssen technische (z.B. Luftduschen, Wasserschleier), organisatorische (z.B. Entwärmungsphasen) oder persönliche (z.B. Hitzeschutzkleidung) Maßnahmen getroffen bzw. geeignete Pausen eingelegt werden.

Die gute Nachricht: Mit der ASR A3.5 hat der Arbeitgeber je nach Erreichen der Schwellenwerte der Lufttemperaturen bestimmte Verhaltenspflichten. Er hat Gestaltungsbeispiele, wie er im Interesse seiner Mitarbeiter auf eventuelle Sommerhitzewellen reagieren kann. Die schlechte Nachricht: Ein echtes „Hitzefrei“ ist dann doch eher unwahrscheinlich.

Bildquelle:© contrastwerkstatt – adobe stock



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 13. Juli 2017 um 14:59 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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