Umweltschutz rückt in der Gesellschaft immer mehr in den Fokus – und das ist gut so! Heute beschäftigt uns daher die Frage, was Sie als Betriebsrat konkret tun können, um das Thema auch in Ihrem Betrieb voranzubringen.

© kamasigns – stock.adobe.com

Kurz vor dem nächsten UN-Klimagipfel warnen 11.000 Forscher aus 153 Ländern in einem gemeinsamen Appell vor einem weltweiten „Klimanotfall“, so berichtete gestern u.a. die Tagesschau. Wenn jetzt nicht grundlegende Veränderungen angegangen werden, sei durch den Klimawandel mit „unsäglichem menschlichen Leid“ zu rechnen. Die bestehenden Klimapläne der meisten Staaten reichten nicht aus, so das Fazit der Wissenschaftler.

Klar scheint: Die Regierungen müssen handeln. Damit das passiert, ist jedoch noch eines wichtig. Nämlich ein Umdenken in der ganzen Bevölkerung. Nur dann können auch unliebsame Veränderungen durchgesetzt werden. Wir alle können durch umweltfreundliches Verhalten unseren Teil dazu beitragen, ein Umdenken anzustoßen. Als Betriebsrat haben Sie sogar noch größere Einflussmöglichkeiten: Sie können genau dort einen Beitrag leisten, wo es drauf ankommt: in den Unternehmen, die einen Großteil der Treibhausgase verursachen.

Die Rolle des Betriebsrats beim betrieblichen Umweltschutz

Tatsächlich haben Sie als Betriebsrat sogar die Pflicht, den Umweltschutz im Unternehmen zu fördern. Die Aufgabe des Betriebsrats, über die umweltschützende Gestaltung der betrieblichen Abläufe zu wachen und sich für Maßnahmen des betrieblichen Umweltschutzes einzusetzen, ist im Gesetz festgehalten (§§ 80 Abs. 1 Nr. 1 u. 9, 89 Abs. 1 S. 1 BetrVG).

Was genau können und müssen Sie als Betriebsrat tun, um den betrieblichen Umweltschutz zu gewährleisten?

Zum einen geht es darum, Umweltgefährdungen durch das Unternehmen möglichst gering zu halten. Zu den Fragen, die Sie zunächst klären sollten, gehören zum Beispiel:

  • Gibt es bestimmte Umweltschutzvorschriften oder Auflagen, an die sich Ihr Betrieb halten muss?
  • Sind Höchstwerte festgelegt, die nicht überschritten werden dürfen?
  • Wie sieht es mit der Entsorgung von Abfällen aus? Wird der Müll richtig getrennt?
  • Entsprechen vorhandene Techniken zur Filterung, wenn Stoffe an die Luft abgegeben werden, den aktuellen Standards?
  • Gibt es für eventuelle Störfälle einen Notfallplan, um Umweltgefahren zu reduzieren?

Gerade in größeren Betrieben ist es sinnvoll, gemeinsam mit dem Arbeitgeber einen paritätisch besetzten Umweltausschuss zu bilden, der sich mit diesen und weiteren Fragen befasst. Möglich ist auch, einen Umweltschutzbeauftragten im Betrieb zu ernennen, der den Umweltausschuss berät und den jährlichen Umweltbericht mit dem aktuellen Stand des Umweltschutzes im Unternehmen erstellt.

Neben den rein überwachenden Aufgaben (ob sich also der Betrieb an vorgeschriebene Standards hält), kann der Umweltausschuss auch Vorschläge zur Verbesserung des Umweltschutzes machen und z. B. Maßnahmen für die Entwicklung umweltfreundlicher Produkte anstoßen.

Welche weiteren Initiativen können den betrieblichen Umweltschutz verbessern?

Eine ganze Reihe von kleineren Maßnahmen können viel ausmachen: Denken Sie z. B. an Einsparungen bei Energie und Papierverbrauch, an geförderte Job-Tickets für Pendler, an regionale oder biologisch angebaute Waren in der Betriebskantine, an Elektroautos oder E-Bikes als Dienstwagen bzw. Dienstfahrräder, an die Nutzung von Ökoreinigungsmitteln und vieles mehr. Denkbar sind auch Initiativen, die von den Mitarbeitern selbst angestoßen werden, z. B. Mitfahrzentralen, Tauschbörsen für Lebensmittel oder Plogging-Laufgruppen, die während der Laufrunde Müll einsammeln.

Betriebsvereinbarung zum betrieblichen Umweltschutz

In einer freiwilligen Betriebsvereinbarung können Sie Ihre gemeinsamen Ziele und Vorgehensweisen festhalten. Hier wird z. B. notiert, wie sich der Umweltschutzausschuss zusammensetzt, was unter betrieblichem Umweltschutz verstanden hat und welche Aufgaben der Umweltschutzbeauftragte hat.

Natürlich wäre es naiv, zu glauben, dass allein diese Schritte reichen, um die globalen Klimaziele z. B. des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Trotzdem sollten wir den Einfluss, den wir als Arbeitnehmer und den Sie als Betriebsrat haben, wenn es um den Umweltschutz geht, nicht unterschätzen.

Seminare zum Thema:
Betrieblicher Umweltschutz und Energiemanagement: Arbeitsschutz und Umweltschutz sinnvoll miteinander verknüpfen



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 06. November 2019 um 14:41 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsschutz, Gesundheitsschutz, Umweltschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

Noch keine Kommentare.

Kommentar hinterlassen