Werden wir alle immer gesünder? Das könnte man durchaus meinen, denn nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums lag der Krankenstand in deutschen Betrieben im ersten Halbjahr 2009 bei nur noch 3,24 Prozent und damit so niedrig wie noch nie. Viel Sport, gute Ernährung und wenig Laster also? Verbesserter Arbeits- und Gesundheitsschutz im Betrieb?

In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung gibt der Soziologe Ulrich Bröckling einige Erklärungen dazu ab warum dass mitnichten so ist und beschreibt ausserdem recht anschaulich, wie der Trend zu flexibleren und freieren Arbeitszeiten letztlich dazu führen kann, dass der Druck auf die Mitarbeiter stetig zunimmt.

Immer mehr Firmen bieten Annehmlichkeiten wie etwa Freizeitbereiche und ähnliches an. Dazu Bröckling: „Mich interessiert nicht der Kicker oder die Wellness-Oase in einem Betrieb, sondern was den Mitarbeitern abverlangt wird.“

Mit solchen Dingen kann man als Arbeitgeber viel kaschieren und sich ein gutes Image verschaffen. Sicher tun dies nicht alle nur deswegen. Aber man sollte sich dadurch auch nicht blenden lassen. Denn was nützt die noch so schöne freiwillige soziale Leistung oder vermeintlich so tolle Einrichtung, wenn auf der anderen Seite massiv Stress und Druck auf die Mitarbeiter erzeugt wird, was diese letztlich doch nur krank macht.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 21. Juli 2009 um 17:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gesundheitsschutz, Wirtschaftskrise abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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