Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Goslar, Monika Ebeling, verlor ihr Amt. Angeblich hat sie sich zu sehr um die Männer gekümmert und zu wenig um benachteiligte Frauen, so ihre Gegner. Aus diesem Grund stellte vor kurzem die Linke, unterstützt von den Grünen und der SPD im Stadtrat einen erfolgreichen Abwahlantrag gegen Ebeling. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung nahm die 51-jährige Stellung.

Da sie eine „etwas liberalere Haltung zur Gleichstellungsarbeit“ hat, habe sie schon damit gerechnet, dass das Ganze irgendwann eskaliert. Widerstand gegen ihre Arbeit gab es von einigen Frauen vor Ort wohl bereits länger. Trotz intensiver Frauenarbeit hatten sie das Gefühl, Frauen kämen insgesamt zu kurz.

Liberale Haltung heißt für Monika Ebeling, sich für beide Geschlechter einzusetzen, so wie es auch der Gesetzgeber vorsieht: Es geht um die Gleichstellung von Mann und Frau. Moderne Gleichstellungspolitik bedeutet ihrer Meinung nach entsprechend nicht, ausschließlich Frauen zu fördern. Sie habe Empathie in beide Richtungen. Wo Frauen noch immer benachteiligt werden, sieht sie natürlich ihre Aufgabe. Aber es gibt auch genügend benachteiligte Männer, die es zu unterstützen gilt. „Die Mehrheit der Arbeitslosen sind Männer, sie leiden häufiger an Depressionen und haben größere Berufsrisiken. Vor diesen Fakten darf man nicht einfach die Augen verschließen. Daraus ergibt sich auch ein gesellschaftlicher Schaden.“

Monika Ebeling wünscht sich, „dass durch die mediale Debatte die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten in Deutschland auf den Prüfstand kommt. Sie darf nicht weiblich bestimmt sein – dann können wir sie gleich abschaffen.“ Ihrer Meinung nach kann nur die Einbeziehung der Männerpolitik die Gleichstellungspolitik noch retten.

Am alt-feminischtischen Bild der Gleichstellungsbeauftragten halten offensichtlich noch viele fest. Warum haben Frauen in unserer Gesellschaft immer wieder das Gefühl, sie kommen zu kurz? Weil es tatsächlich so ist? Oder weil es eine klassische weibliche Ur-Angst ist? Im Einzelfall ist es manchmal schwer, die wahren Beweggründe zu erkennen.

Ines H.

 



Dieser Beitrag wurde am Montag, 06. Juni 2011 um 09:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gleichberechtigung abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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