Das Thema Mindestlohn entwickelt sich im Moment zum Wahlkampfschlager. Letzter politischer Widerstand scheint sich dabei aufzulösen. Während die Parteien in der Opposition schon länger für eine allgemeine Lohnuntergrenze plädieren, hört man, vier Monate vor der Bundestagswahl, auch von der Bundesregierung zunehmend Einschlägiges in diese Richtung. So fordert nun der Arbeitnehmerflügel der CDU einen allgemeinen Mindestlohn, ja und sogar die FDP vollzog kürzlich auf ihrem Nürnberger Parteitag einen Kurswechsel und kann sich zukünftig in bestimmten Branchen und Regionen Lohnuntergrenzen vorstellen.

Eine Reportage des SWR bringt in diesem Zusammenhang etwas mehr Licht in den sog. Niedriglohnbereich. Schockierend: Immer mehr Menschen können von ihrem Lohn nicht leben, selbst wenn sie in Vollzeit beschäftigt sind. Sie müssen beim Staat ergänzendes Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) beantragen, obwohl sie arbeiten. Die Zahl dieser sog. Aufstocker lag 2012 bei 1,3 Millionen Haushalten. Der Film zeigt, dass es etliche Unternehmen gibt, die mit Arbeitsmodellen wie Outsourcing, Zeitarbeit, Werkverträgen, Minijobs und Multijobs bestehende Tarifverträge aushebeln.

Nach einer aktuellen Studie des Instituts für Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg-Essen (IAQ) arbeitet mittlerweile bereits knapp ein Viertel aller Beschäftigten im Niedriglohnsektor. Im Durchschnitt werden hier nur 6,68 Euro verdient. „Mit Billigarbeit wird die deutsche Wirtschaft im internationalen Innovationswettbewerb nicht bestehen können“, so Professor Gerhard Bosch vom IAQ-Institut.

„Hungerlohn am Fließband – Wie Tarife ausgehebelt werden“ – Montag, 13. Mai 2013, 20:15 Uhr, Das Erste

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Bildquelle: © Oli_ok – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Montag, 13. Mai 2013 um 11:52 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Hartz IV, Mindestlohn abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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