von Peter am 12.04.2011, 13:11 Uhr , Kategorie: Interview

Was für so manchen Seminarveranstalter eine ziemlich befremdliche Vorstellung sein dürfte, hat die Bochumer Politikwissenschaftlerin Britta Rehder nun in einem Interview mit der taz näher skiziert: „Das Arbeitsrecht erodiert„. Arbeitsrechtliches Denken werde sich in Zukunft verändern, es werde vom rein vertragsrechtlichen Denken abgelöst. Für Arbeitnehmer eine schlechte Nachricht, da die damit verbundene Gleichordnung der beiden Parteien Arbeitgeber und Arbeitnehmer auswegslos zu Lasten der Beschäftigten gehen müsse.

Starke These, schwache Begründung: Rehder macht diese Entwicklung ausschließlich an der Anzahl eigenständiger Arbeitsrechtsprofessuren an deutschen Universitäten fest. Diese seien anteilsmäßig seit dem Ende der 1960er Jahre stark zurückgegangen. Das Arbeitsrecht würde nun von innen heraus erodieren, weil die Ausbildungswege und -inhalte an den Universitäten nicht mehr so sein werden, dass traditionelles Arbeitsrecht erhalten bleiben könne.

Mehr ist da nicht? Also, allein die schon seit langem stetig ansteigende Zahl von Juristen, die sich mit der Materie Arbeitsrecht befassen, dessen Bedeutung in Rechtsprechung und Literatur sprechen da doch eine ganz andere Sprache. In keinem anderen Rechtsgebiet gibt es zum Beispiel mehr Fachanwälte wie hier. Und auch die praktische Relevanz im täglichen Leben, aber auch die gesellschaftliche Verankerung seiner langfristig gewachsenen sozial dominierten Grundsätze ist trotz allem tagespolitischem Hin und Her immer noch absolut überragend. Durchatmen also, Seminarveranstalter! Das dauert noch…

Peter

 



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 12. April 2011 um 13:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Interview abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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