von Christine am 25.03.2020, 16:01 Uhr , Kategorie: Interview
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ifb-Betriebsrat: Zusammenhalt in Zeiten der Krise

Die Wucht, mit der Corona das Leben in den Unternehmen verändert, ist für viele ein Schock. Wie gehen Betriebsräte damit um? Wir sprachen mit Anna Hackner, die seit zwei Jahren Betriebsratsvorsitzende beim ifb ist.

Liebe Anna, wie erlebst Du als Betriebsratsvorsitzende die Corona-Krise?

Am Anfang unserer Amtszeit hätten wir nie gedacht, dass wir plötzlich vor einer Herausforderung wie Corona stehen könnten. Es trifft viele Unternehmen leider besonders hart in einer Zeit, in der sich schon eine wirtschaftliche Krise abgezeichnet hatte. Hier beim ifb ist es schön zu sehen, wie die Kollegen zusammenhalten. Das ist etwas Besonderes und zeichnete das ifb immer schon aus.

Wie schafft Ihr es als Betriebsrat, die aktuellen Entwicklungen mitzugestalten?

Jeden Tag frage ich mich, ob wir derzeit alles richtig machen als Betriebsrat. Aber das werden wir erst sicher wissen, wenn etwas Zeit vergangen ist. Die Situation ist völlig neu für uns alle. Wir informieren uns auf allen möglichen Kanälen, suchen das Gespräch mit den Kolleginnen und Kollegen und mit unserer Geschäftsleitung, insbesondere wegen der jetzt anstehenden Betriebsvereinbarungen. Unser Vorteil ist, dass wir viele entscheidende Kompetenzen im Gremium haben: Organisationstalente, Analysten, ITler, Psychologen, Juristen und natürlich direkten Zugriff auf den Wissensschatz des ifb.

Wie nehmt Ihr die Kollegen mit, insbesondere bei Ängsten?

Eines ist klar: Die Ungewissheit war lange nicht mehr so groß und es lässt sich nicht sagen, wann wir von einem „nach der Krise“ sprechen können und wie es dann aussieht. Wir möchten Besonnenheit und Ruhe vermitteln. Gespräche – aktuell natürlich meist telefonisch oder über Videoanruf – helfen dabei. Wir möchten gerade, noch mehr als sonst, für die Kollegen da sein und sind froh, etwas tun zu können. Das treibt das ganze Gremium an.

Siehst Du auch Chancen in dieser Krise?

Es ist eine Zeit der großen Solidarität und des füreinander Einstehens. Daraus entstehen neue Ideen und kreative Lösungen. Wir gehen alle mit viel Energie in eine gemeinsame Richtung. Mich fasziniert zu sehen, wie gut das virtuelle Arbeiten funktioniert und wie alle vernetzt sind! Unsere IT hat mit Hochdruck für etliche mobile Arbeitsplätze gesorgt. Ganz automatisch gehen jetzt die Berührungsängste vor digitalen Angeboten verloren und Selbstvertrauen und digitale Kompetenzen wachsen, auch bei unseren Kunden. Und es entstehen mit Begeisterung neue Angebote: Wir haben in Windeseile passgenaue Webinare entwickelt. Die Rückmeldungen unserer Kunden bestärken uns darin, hiermit weiterzumachen.

Wie ist das in den Webinaren? Spürt man dort schon etwas von einem neuen Schulterschluss zwischen den Betriebsräten?

Ja, auch dort ist ein Zusammenrücken deutlich spürbar. Die Krise betrifft jeden Betriebsrat, alle stehen vor den gleichen Fragen. Das Hauptthema lautet: Wie können wir die Krise für die Mitarbeiter und für das Unternehmen am besten mitgestalten? Die Verantwortung ist für uns derzeit enorm. Da hilft es, wenn wir uns zu unseren aktuellen Erfahrungen und guten Lösungsansätzen austauschen und uns in besonders herausfordernden Momenten gegenseitig unterstützen.



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 25. März 2020 um 16:01 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Interview abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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