von Thomas am 06.09.2010, 08:55 Uhr , Kategorie: Kündigungsschutz

Wer als Arbeitnehmer eine Kasse führt, muss besonders sorgsam damit umgehen! Dies bekam eine Arbeitnehmerin aus Nordrhein-Westfahlen zu spüren: Sie verwaltete eine Kasse, in der sich dilettantisch gefälschte Geldscheine in der Gesamthöhe von 650,- € befanden. Die „Blüten“ waren ohne Weiteres als solche zu erkennen, da Vor- und Rückseite offenkundig zusammengeklebt waren, die Scheine farblich nicht den echten Geldscheinen entsprachen und die Ränder ungleichmäßig waren.

Deshalb durfte der Arbeitgeber davon ausgehen, dass die Arbeitnehmerin selbst das Falschgeld in die Kasse geschmuggelt hat und den entsprechenden Gegenwert in originalen Geldscheinen entnommen hat. Die Verdachtskündigung ist wirksam (LAG Hamm 26.8.2010, 17 Sa 537/10). Nach Ansicht der Richter ist es auf Grund der jedermann sofort auffallenden Geldfälschungen nicht nachvollziehbar, warum die gekündigte Arbeitnehmerin nicht sofort ihren Arbeitgeber über die Blüten informiert hat.

Thomas



Dieser Beitrag wurde am Montag, 06. September 2010 um 08:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. Problematisch, wie verhält es sich bei Blüten die nicht so leicht zu erkennen sind?

    Kommentar von: DetlefS – am 07. September 2010 um 18:52

  2. Hier geht es ja nicht um die Blüten per se sondern darum das anzunehmen ist, dass sie die Geldscheine selbst gefälscht haben muss.
    Somit liegt hier ein Diebstahl und ein Betrug und keine Sorgfaltspflichtverletzung vor.
    Wenn die Kassiererin eine Blüte annimmt die nicht auf Anhieb als solche zu erkennen ist, wird man sie deshalb auch nicht belangen können.
    Sollte aber ein Prüfgerät an der Kasse sein und die Fälschung darüber zu erkennen sein, hat sie gegen die Sorgfaltspflicht verstoßen und kann, denke ich, bestraft werden.

    Kommentar von: Chrisch – am 26. September 2010 um 02:27

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