von Ines am 22.02.2011, 06:47 Uhr , Kategorie: Kündigungsschutz

Als Arbeitnehmer muss man sich ganz schön viel gefallen lassen – aber eben doch nicht alles. Beleidigungen muss man zum Beispiel nicht hinnehmen. Ganz im Gegenteil! Man darf sogar unmissverständlich deutlich machen, dass eine Fortsetzung oder weitere Verbreitung von Beleidigungen nicht hingenommen wird, ohne dass man gleich mit arbeitsrechtlichen Konsequenzen rechnen muss. So ging es auch einem Dachdecker in dem Fall, den das Landesarbeitsgericht Köln (Az.: 5 Sa 825/10) zu entscheiden hatte.

Dieser Kollege hatte Streit mit einem Vorgesetzten. In einer verbalen Auseinandersetzung bezeichnete besagter Junior-Chef die Ehefrau des Mitarbeiters als „asozial„. Der ging daraufhin auf sein Gegenüber zu mit den Worten: „Pass auf, was du sagst, Junge„. Anschließend erhielt er die Kündigung.

Grundsätzlich zu unrecht, so die Richter am Landesarbeitsgericht. Denn: Der Junior hatte sich einer Beleidigung schuldig gemacht. Diese musste der Dachdecker, auch wenn es nicht um ihn selbst ging, nicht hinnehmen und durfte dies auch deutlich zum Ausdruck bringen. Die Äußerung stellte eine eindeutige Warnung an die Adresse des Junior-Geschäftsführers dar und war nach Ansicht der Richter zulässignicht zu beanstanden und den Umständen angemessen.

Trotzdem Pech für unseren Dachdecker. Das Arbeitsgericht beurteilte die fristlose Kündigung zwar als unwirksam. Die fristgemäße Kündigung ging jedoch – mangels Anwendbarkeit des Kündigungsschutzgesetzes – durch.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Dienstag, 22. Februar 2011 um 06:47 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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