Scherze auf Kosten von Kollegen können Arbeitnehmer schnell den Job kosten. Das gilt vor allem dann, wenn der betroffene Kollege durch den Scherz verletzt wird. In einem solchen Fall ist nicht einmal eine Abmahnung erforderlich, wie das Arbeitsgericht Krefeld mit einem am 2. Januar 2013 bekanntgegebenen Urteil (Az.: 2 Ca 2010/12) entschied.

Im vorliegenden Fall hatte ein 41 Jahre alter Gerüstbauer im August 2012 auf einer Baustelle einen Böller in einem Dixi-Klo zur Explosion gebracht, in welchem sich gerade ein Arbeitskollege aufhielt. Der in der Toilette befindliche Kollege zog sich dadurch Verbrennungen am Oberschenkel, im Genitalbereich und an der Leiste zu und war in der Folge drei Wochen arbeitsunfähig. Der Arbeitgeber kündigte daraufhin das Arbeitsverhältnis fristlos.

Gegen die Kündigung legte der Gerüstbauer Kündigungsschutzklage ein. Er verwies dabei auf seine zuvor unbescholtene 15-jährige Mitarbeit in der Firma. Scherze – auch mit Böllern – seien als Stimmungsaufheller unter den Kollegen üblich gewesen.  Der kollegiale Umgang auf Gerüstbaustellen sei auch schon mal etwas ruppiger. Dass es Verletzungen gibt, habe er nicht gewollt.

Aber auch das Arbeitsgericht Krefeld fand der „Scherz“ nicht wirklich lustig und wies die Kündigungsschutzklage ab. Vielmehr bewerteten die Richter den Vorfall als tätlichen Angriff auf den Arbeitskollegen. Nach Ansicht der Richter sei mit erheblichen Verletzungen zumindest zu rechnen gewesen. Dies sei bei nicht sachgerechtem Umgang mit Feuerwerkskörpern allgemein bekannt. Das gelte erst recht, wenn wie hier dem Betroffenen keinerlei Reaktions- und Fluchtmöglichkeit offenstehe.

Einer vorhergehenden Abmahnung habe es angesichts der Umstände des Falls nicht bedurft. Trotz der bereits langen Betriebszugehörigkeit von 15 Jahren sei dem Arbeitgeber hier auch nicht einmal mehr die Einhaltung einer Kündigungsfrist zuzumuten.

Bildquelle: © GaToR-GFX – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 04. Januar 2013 um 12:11 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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