Fotolia 37518994 XS Gewerkschaft Vorteil: Gewerkschaftsmitglieder sind besser vor Entlassung geschütztDass an dieser Behauptung tatsächlich etwas dran sein könnte, zeigt das Ergebnis einer Studie zum Zusammenhang von Entlassungen und Gewerkschaftsmitgliedschaft in der Fachzeitschrift “Labour Economics”. Dies berichtet der DGB in einer Pressemitteilung. Danach wird Gewerkschaftsmitgliedern deutlich seltener gekündigt als nicht organisierten Arbeitnehmern. In Zahlen: Letztere müssen jährlich rund 30 % häufiger mit Jobverlust rechnen als ihre organisierten Kollegen.

Wie kommt das? Die Begründung wird in erster Linie im kostenlosen gewerkschaftlichen Rechtschutz gesehen, der Mitgliedern von Gewerkschaften im Streitfall zur Verfügung steht. Dieser erhöhe laut DGB die Bereitschaft juristisch gegen eine Kündigung vorzugehen und dies wiederum steigere das finanzielle Risiko für den Arbeitgeber.

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Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 09. August 2012 um 09:09 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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3 Kommentare »

  1. Na ja, ich will jetzt nicht gegen einen Beitritt in eine Gerwerkschaft aufrufen, aber wenn ich heute in mein berufliches und privates Umfeld schaue, habe von 10 Personen 8 eine private (Familien) Rechtschutzversicherung inkl. Arbeitsrecht. Gruß Ulli

    Kommentar von: Ulli – am 17. August 2012 um 06:39

  2. Hallo Ulli,
    es stimmt schon, dass viele eine private Rechtsschutzversicherung haben. Trotzdem profitiert ein Mitarbeiter, der durch Kündigung bedroht ist, von einer Mitgliedschaft bei der Gewerkschaft. In der Regel ist es doch so, dass Betriebräte gewerkschaftlich organisiert sind und dadurch entsprechende Verbindungen besitzen. Sie wissen meistens, ob der jeweilige Rechtsvertreter der Gewerkschaft kompetent und vor allen Dingen engagiert genug ist, die Vertretung zu übernehmen. Was nützt mir ein RA, wie schon erlebt, der Familienrecht, Strafrecht u.a zu vertreten vorgibt, aber fast keine Ahnung vom Arbeitsrecht hat. Und wer hat schon gleich einen fähigen RA für Arbeitsrecht an der Hand? Also – so ganz von der Hand zu weisen ist der Vorteil nicht. Gruß Joachim

    Kommentar von: Joachim – am 17. August 2012 um 08:35

  3. Was mich an solchen Studien immer etwas stört, ist, dass aus Umfrageergebnissen Kausalzusammenhänge abgeleitet werden, die nicht unbedingt offensichtlich sind.
    Ich unterstelle mal, dass Gewerkschaftsmitglieder vor allem in großen Betrieben zu finden sind, diese sehr stark mitbestimmt sind und wirtschaftlich verhältnismäßig stark da stehen. In diesen kommt es möglicherweise per se seltener zu Kündigungen als in mittelständischen und Kleinstbetrieben ohne Mitbestimmung.
    Möglicherweise hilft tatsächlich auch die Mitgliedschaft in einer Gewerkschaft, den Arbeitgeber im Einzelfall von einer Kündigung abzuhalten, aber um dies in einer Studie zu belegen, müssten mindestens die organisierten mit den nicht organisierten Arbeitnehmern vergleichbarer Betriebe gegenübergestellt werden. Nur wenn diese Studie das berücksichtigt hat, ist sie m.E. aussagekräftig.

    Kommentar von: Kirsten – am 17. August 2012 um 12:45

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