Zum Jahresanfang ein skurriler Fall aus den USA: Dort hatte ein Zahnarzt aus Iowa nach 10 Jahren Zusammenarbeit plötzlich seine Zahnarzthelferin entlassen. Der Grund: Sie sei “zu unwiderstehlich” und deshalb eine Gefahr für seine Ehe. Das wollte sich die Frau nicht bieten lassen und zog vor Gericht. Dort erlebte sie jedoch die zweite Überraschung: Das Gericht lehnte ihre Diskriminierungsklage ab!

Der Zahnarzt hatte seine Assistentin neun Jahre lang korrekt behandelt, doch dann fing er eines Tages an, sich über ihre (angeblich zu enge) Kleidung zu beklagen, da diese ihn völlig aus dem Konzept bringe. Einmal teilte er ihr mit, sollte sie verdächtige Ausbeulungen seiner Hose bemerken, dann wisse sie, dass ihre Kleidung zu freizügig sei. Ein anderes Mal kommentierte er das unregelmäßige Sexleben der Zahnarzthelferin mit ihrem Mann: „Das ist wie einen Lamborghini in der Garage zu haben und ihn nie zu fahren.“

Die Ehefrau des Zahnarztes, die in derselben Praxis tätig ist, empfand die junge Blondine als Bedrohung für die Ehe und zwang ihren Mann zur Entlassung. Mit einem  Priester im Schlepptau (!) kam er der Forderung nach. Die Klägerin, selber verheiratet und Mutter zweier Kinder, sah sich dadurch als Frau diskriminiert. «Wäre ich ein Mann gewesen, wäre ich nicht arbeitslos geworden», so die Zahlarzthelferin.

Zwar verbieten die Gesetze in Iowa die Geschlechterdiskriminierung am Arbeitsplatz, doch sah das – im Übrigen ausschließlich männlich besetzte – Gericht in dem Verhalten des Zahnarztes keine Diskriminierung. Vielmehr habe der Mann sie entlassen, um keinen Ehebruch zu begehen – und das sei nicht verwerflich, sondern löblich. Für die Anwältin der Klägerin ein handfester Skandal, für die Vertedigung hingegen ein „Sieg für die familiären Werte“ und die Ehe: Es ermögliche künftig auch anderen Arbeitgebern, ihre Angestellten zu entlassen, um ihre Ehe zu retten.

Bildquelle: © Peter Atkins – Fotolia.com



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 02. Januar 2013 um 13:35 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Kündigungsschutz abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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2 Comments »

  1. […] Berichtet hatten u.a. die ZEIT und der Betriebsrats-Blog. […]

    Pingback: „Sollten Sie Ausbeulungen in meiner Hose bemerkt haben…“ | reuter-arbeitsrecht.de – am 02. Januar 2013 um 16:42

  2. […] und dann war da noch der US-Zahnarzt, der die unwiderstehliche Assistentin gefeuert hat. […]

    Pingback: Wochenspiegel für die 1. KW., das war(en) der Strafprozess im Wandel, die Weltuntergangspartys und die unwiderstehliche Assistentin - JURION Strafrecht Blog – am 06. Januar 2013 um 11:39

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