von Christine am 28.04.2020, 08:05 Uhr , Kategorie: Kurzarbeit
Kurzarbeit beim Bundesliga Verein Schalke 04
Bild: Pixabay

Debatte um Geisterspiele ist in vollem Gang

Auf’m Platz ist derzeit niemand – wegen der Corona-Pandemie bangen auch zahlreiche Bundesligavereine um ihre Existenz. Viele wünschen sich, die Saison zu Ende spielen zu können, wenigstens als „Geisterspiele“ ohne Zuschauer. Derweil hat der FC Schalke 04, einer der wenigen Profifußball-Vereine mit Betriebsrat, für einen Teil seiner rund 600 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet – und das Kurzarbeitergeld aufgestockt.

Geisterspiele? Was für manche angesichts der aktuellen Pandemie völlig überzogen daherkommt, wäre für andere ein Lichtblick. Denn was vielen nicht bewusst ist: Auch in der Bundesliga ist Kurzarbeit ein Thema: Der FC Schalke 04 hat jetzt für einen Teil seiner rund 600 Mitarbeiter Kurzarbeit angemeldet.

Debatte um Bundesliga-Neustart

Die Zahl der Kritiker in der Debatte um die Fortsetzung der Bundesliga-Saison wächst. Nachdem die Deutsche Fußball Liga ein Hygienekonzept zur Durchführung von Geisterspielen vorgelegt hatte, kam Zustimmung der Ministerpräsidenten Armin Laschet (NRW) und Markus Söder (Bayern). Andere halten die Wiederaufnahme des Spielbetriebs für ein falsches Signal, wie z. B. der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach. Auch Jüngere könnten an Corona sterben; außerdem wisse man noch zu wenig über die Langzeitfolgen, meinen Wissenschaftler.

Gewerkschaft der Polizei warnt

Auch die Gewerkschaft der Polizei warnt. Geisterspiele könnten zu Fan-Ansammlungen vor den Stadien führen – so geschehen am 11. März. Das Spiel Borussia Mönchengladbach gegen den 1. FC Köln fand zwar ohne Zuschauer statt, viele Fans versammelten sich trotzdem vor dem Stadion.

Thema Existenznot

Die Vereine selbst sind getrieben von Existenznot, liest man immer wieder. BVB-Chef Hans-Joachim Watzke warnte im Focus, dass „die ganze Bundesliga absäuft“, wenn die Pause mehrere Monate dauert.

Dem widerspricht Helen Breit, Sprecherin der Fan-Gemeinschaft „Unsere Kurve“, im Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Die Pandemie sei nicht der einzige Grund für die Not der Profi-Fußballclubs in Deutschland: „Im Fußball werden jedes Jahr Umsatzrekorde verkündet. Jetzt bringen neun Spieltage, die auszufallen drohen, nicht wenige Vereine in eine existenzbedrohende Situation. Die Vereine sind gefragt, offen zuzugeben, dass nicht Corona sie in eine prekäre Situation gebracht hat – durch Corona wurde die Situation erst sichtbar.“

Und wie steht’s bei Schalke?

Bei Schalke sind die Profis mit einer Gehaltskürzung einverstanden. Wie die Bild-Zeitung berichtet, verzichten die Spieler auf 33,3 % ihrer Prämien, weitere 33,3 % werden gestundet. Kapitän Omar Mascarell erklärte gegenüber der WA, dass es dabei vor allem um die Mitarbeiter in der Geschäftsstelle ging.

In vielen Bereichen bei Schalke gibt es derzeit Kurzarbeit, wie etwa im Fanshop oder im Catering. Und das Kurzarbeitergeld für die betroffenen Beschäftigten konnte auf 100 % aufgestockt werden. Zuvor hatte der Klub bekannt gegeben, dass durch den Verzicht auf Teile des Gehalts und Prämien eine monatliche Entlastung „im Millionenbereich“ erzielt werde, um die Liquidität in der fußballfreien Zeit zu sichern.

Denn wann es wieder losgeht mit dem Profifußball, das ist derzeit noch völlig ungewiss.



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