von Peter am 11.10.2010, 13:21 Uhr , Kategorie: Leiharbeit, Mindestlohn

Nun scheint die Koalition von der öffentlichen Meinung vollständig umzingelt zu sein. Ausser der FDP spricht sich so gut wie niemand gegen die Einführung eines gesetzlichen Mindestlohns mehr aus. Lediglich bei der Frage, ob er einheitlich oder branchenspezifisch sein soll, gehen die Meinungen noch auseinander. Branchenspezifische Mindestlöhne gibt es mittlerweile recht häufig. Nun haben sich auf dem Deutschen Juristentag, der kürzlich in Berlin stattfand, auch die Top-Juristen des Landes nach kontroverser Debatte für eine allgemeine Lohnuntergrenze ausgesprochen. Ein konkreter Stundenlohn wurde dabei nicht genannt, wobei aber allgemein mit mindestens 7,50 Euro die Stunde gerechnet wird. Jemand der Vollzeit arbeite, so die Juristen, müsse soviel bekommen, dass er davon auch eine Familie ernähren könne und im Alter nicht auf staatliche Unterstützungsleistungen angewiesen sei. Die Juristen empfehlen eine Orientierung an unseren Nachbarstaaten, wie etwa Großbritannien, die schon „erprobte Handlungsmuster“ liefern und ein geeignetes Vorbild darstellen.

Zur Erinnerung: In 20 von 27  Ländern der Europäischen Union existieren bereits allgemeine gesetzliche Lohnuntergrenzen! In Deutschland dagegen weigert sich mittlerweile fast nur noch die FDP vehement gegen deren Einführung. Nachdem sich vor wenigen Tagen nun auch in der Zeitarbeitsbranche die Beteiligten über die Festsetzung eines Mindestlohns einig geworden sind, scheint es nur noch eine Frage der Zeit zu sein, bis die Partei ihren Widerstand endlich aufgibt.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Montag, 11. Oktober 2010 um 13:21 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Leiharbeit, Mindestlohn abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment