von Ines am 13.05.2011, 09:45 Uhr , Kategorie: Leiharbeit

In Angelegenheiten „Frauenquote“ haben wir diskutiert: Frau von der Leyen will diese per Gesetz erzwingen. Das heißt auch: Bei Nichtbefolgen drohen Sanktionen. Steuert das Thema Leiharbeit jetzt in eine ähnliche Richtung? Die Bundesregierung verweigert bisher eine finanzielle Gleichstellung von Leiharbeitern und einen gesetzlichen Mindestlohn von mindestens 8,50 Euro. Doch die Bundesländer steuern nun dagegen und versuchen, mit Initiativen zur sozialen Regulierung des Arbeitsmarktes, der Leiharbeit einen Riegel vorzuschieben.

Aus Thüringen hört man aktuell Folgendes: Wirtschaftsminister Matthias Machnig nutzt die öffentliche Wirtschaftsförderung, um Leiharbeit unattraktiv zu machen. Mit anderen Worten: Durch eine zum 1. April in Kraft getretene Richtlinie sollen nun Unternehmen weniger Wirtschaftförderung erhalten, wenn die Zahl der LeiharbeiterInnen eine bestimmte Quote überschreitet. In einem Interview begrüßte Stefan Körzell, Vorsitzender des DGB-Bezirks Hessen-Thüringen diesen Schritt. Seiner Meinung nach ist das „ein guter Anfang und sollte bundesweit beispielgebend sein. Wer gute Arbeit will und es ernst damit meint, der muss auch handeln. Wenn die Arbeitgeber nicht freiwillig etwas machen, muss das im Idealfall die Regierung übernehmen.

Laut Körzell ist diese Maßnahme auch ein guter Schritt gegen das Fachkräfteproblem, sprich gegen die massenhafte Abwanderung von Fachkräften in den Westen. Aufgrund der niedrigen Löhne, die in Thüringen gezahlt werden, verlässt „alle 40 Minuten ein Thüringer sein Land. Wenn nichts passiert, wird das dramatisch.“ Wie dramatisch das tatsächlich ist, berichtet Armin Schild, Leiter des IG-Metall-Bezirks Frankfurt in der „Jungen Welt“: Um 46,8 Prozent habe die Leiharbeit in Thüringen zuletzt im Jahresvergleich zugenommen. Es soll mittlerweile Fälle geben, in denen fast die gesamte Belegschaft aus Leiharbeitern besteht.

Ines H.

 



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