von Peter am 07.09.2009, 10:09 Uhr , Kategorie: Leiharbeit

Nachdem die rechtlichen Regeln für die Leiharbeit vor einigen Jahren liberalisiert wurden, fand in dieser Branche jobmäßig ein regelrechter Höhenflug statt. Der Höchststand an Beschäftigten wurde im Juli 2008 erreicht, als es nach Angaben des Branchenverbandes BZA über 823.000 Leiharbeitnehmer gab.

Dann kam die Wirtschaftskrise und mit ihr der Absturz: viel schneller, als es vorher bergauf ging, rauschten die Beschäftigten-Zahlen wieder nach unten: Der DGB schätzt, dass es mittlerweile weniger als 500.000 Leiharbeitnehmer gibt. Über 200.000 Jobs gingen somit in einem raktenartigen Tempo wieder verloren.

DGB-Vorstand Annelie Buntenbach: Die Leiharbeit ist keine Wunderwaffe. Die Versprechungen der Branche waren Schall und Rauch. Verleihfirem wollen keine Risiko tragen und verlagern diese lieber auf die Beschäftigten, die Sozialversicherungen und auf den Steuerzahler.“

Die Idee der Leiharbeit ist einfach: Mit ihrer Hilfe sollen kurzfristige Konjunkturspitzen abgefangen werden, weil die Arbeitgeber Angst haben, Beschäftigte einzustellen, für die sie anschließend, wenn die Aufträge wieder nachlassen, keine Arbeit mehr haben. Herausgekommen zu sein scheint jedoch ein Instrument, was vor allem Unternehmen dabei hilft, ihre Rendite zu maximieren. Von sozialer Verantwortung ist nicht viel zu sehen.

Klaus Dörre ist Arbeitssoziologe an der Universität Jena. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung meinte er: „Firmen setzen Leiharbeit mehr und mehr strategisch ein und radikalisieren dadurch das Problem, indem sie Arbeitnehmerrechte wie den Kündigungsschutz systematisch aushebeln. Das System powert die Leute aus.“

Jetzt wäre die richtige Zeit, Korrekturen im System vorzunehmen, für mehr Beschäftigten-Rechte, denn wenn in Kürze bald wieder die Konjunktur anspringt, wie immer mehr Medien melden, dann wird es auch mit den Leiharbeiterzahlen wieder sprunghaft nach oben gehen. Und dann wird sich politisch niemand mehr finden, der für verbesserte Rechte der Leiharbeitnehmer eintritt.

Peter



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