Die ZDF-Sendung Frontal 21 berichtete diese Woche über die Situation bei den sog. Mini-Jobbern. Darunter versteht man solche Arbeitsverhältnisse, bei denen Arbeitnehmer maximal 400 Euro verdienen dürfen, ohne dafür Steuern und Sozialabgaben zahlen zu müssen. Geschaffen wurde die Beschäftigungsform von der Regierung Schröder. Der Gedanke damals: Über solche Jobs sollen Arbeitslose den Sprung in den sog. ersten Arbeitsmarkt schaffen. Es kam anders: Feste Arbeitsplätze wurden immer weniger, dafür wuchs die Zahl der Mini-Jobber. Fast sieben Millionen sind es schon. Deutschland entwickelte sich zum Niedriglohnland.

Frank Wynands, Bundesvorstand der IG BAU schildert im Beitrag, wie Arbeitnehmer systematisch unter Druck gesetzt werden: „Da wird mit Mitteln gearbeitet wie im finstersten Mittelalter. Was da passiert, ist der Menschheit unwürdig.“ Interviews mit frühereren Mini-Jobbern machen betroffen: Keine Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, kein Urlaub, dafür massiver Druck und Drohungen. Und natürlich immer schlechte Bezahlung! Von 5,50 Euro Stundenlohn berichtet eine ehemalige Aushilfe. Niemand traut sich aufzubegehren. Denn bei vielen Menschen herrscht die Angst vor, auch noch diesen schlecht bezahlten Arbeitsplatz zu verlieren und das Leben gar nicht mehr bestreiten zu können, so Annelie Schneider von ver.di Chemnitz.

Wenn es in Deutschland kein anderes Selbstverständnis geben wird, zwischen abhängiger Arbeit und der Fürsorgepflicht mit Arbeit umzugehen, so Gewerkschafter Wynands, dann enden wir in einer Katastrophe.

Link zum Video auf der Webseite von Frontal 21

Peter



Dieser Beitrag wurde am Donnerstag, 11. November 2010 um 17:48 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Arbeitsmarkt, Lohn und Gehalt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment