Lohnungleichheit bei Birkenstock gehört der Vergangenheit an

Der selbe Job am selben Ort zur selben Zeit. Und alle arbeiten unter den gleichen Bedingungen. Nur ein einziger Unterschied besteht. Diesen kann niemand sehen: Die männlichen Arbeiter bekommen 9,86 Euro die Stunde, die Kolleginnen nur 8,72 Euro.

So sieht sie aus, die reale Lohnungleichheit zwischen Männern und Frauen. Ein Euro 24 mehr pro Stunde, einfach nur weil man ein Mann ist. Wobei dieser Fall schon der Geschichte angehört: Noch bis 2012 hatten Mitarbeiterinnen einer Tochterfirma des Familienunternehmens Birkenstock lohntechnisch das Nachsehen. Der bekannte Schuhhersteller schaffte diese Ungleichbehandlung ab. Vorher unterlag er jedoch vor dem Arbeitsgericht Koblenz und dem LAG Mainz. Eine Arbeiterin verklagte das Unternehmen auf Nachzahlung der Lohndifferenz sowie Schadensersatz und erhielt in beiden Instanzen Recht.

Beim Schuhhersteller Birkenstock zog eine Mitarbeiterin vor das Arbeitsgericht und gewann, danach wurde die Lohnungleichheit im Betrieb beendet.

Die Birkenstock-Manager, die sich reumütig zeigten, verteidigten später übrigens den Lohnunterschied mit einem interessanten Argument: Die unterschiedlichen Löhne würden aus einer Zeit stammen, in der Männer körperlich schwerere Arbeiten ausgeführt hätten.

Dass man für unterschiedliche Arbeit auch ungleich bezahlt wird, ist aber nicht das Thema. Ein kistenhebender Mann darf gerne mehr verdienen als eine kassierende Frau. Oder umgekehrt. Üben Männer und Frauen jedoch die gleiche oder zumindest eine gleichwertige Tätigkeit aus, so ist für unterschiedliche Bezahlung kein Raum. Tatsächlich liegt die Differenz immer noch bei 22 Prozent. Männer verdienen mehr, weil sie Männer sind, ganz einfach.

Am 20. März ist wieder Equal Pay Day. An diesem Tag wird bundesweit durch Aktionen auf die bestehende Lohnungerechtigkeit hingewiesen. Über den Equal Pay Day und darüber was ein Betriebsrat aktiv tun, um Lohnungerechtigkeit im Betrieb vorzubeugen, äußert sich Sonja Saffer, die Betriebsratsvorsitzende des ifb im Interview:

Video mit Sonja Saffer – bitte auf diesen Link klicken

Quelle: beck-blog /// Bildquelle: © chargerv8 – istockphoto

 



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 18. März 2015 um 08:55 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gleichberechtigung, Lohn und Gehalt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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