In den Charts der furchtbarsten arbeitsmarktpolitischen Wörter kommt der Begriff „Reallohnverluste“ sicher bis in die Spitzenplätze. Kurzer Hinweis an dieser Stelle: Wer nach Tarif bezahlt wird, kann jetzt weiterklicken, denn zumindest statistisch müsste es bei ihm oder ihr seit dem Jahr 2000 besser gelaufen sein. Zumindest besser als beim Rest! Allerdings: 6,7% Zuwachs beim Reallohn innerhalb eines Zehnjahreszeitraums erscheinen auch nicht gerade sonderlich konsumfördernd. Wo doch immer alle schreien, dass sich das neue deutsche Wirtschaftswunder nicht nur auf den Export beschränken dürfe, sondern auch von der Binnenkonjunktur getragen werden müsse. Nur: Wie soll das funktionieren?

Das WSI-Tarifarchif der Hans-Böckler-Stiftung ist leider oft ein soziales Gruselkabinett des Ist-Zustandes unserer Arbeitswelt, hier laufen die Ergebnisse besonders aussagekräftiger Umfragen zusammen und werden wissenschaftlich auf hohem Niveau ausgewertet. Die jährliche Betriebsrätebefragung ist ein gutes Beispiel dafür. Reinhard Bisping hat als Leiter dieser Einrichtung nun soeben den „Tarifpolitischen Jahresbericht 2010“ veröffentlicht. Dieser besagt unter anderem:

  • Die realen Bruttolöhne sind zwischen 2000 und 2010 um 4,0% gesunken
  • Die realen Tariflöhne sind im gleichen Zeitraum um 6,7% gestiegen
  • Die unbereinigten Arbeitsentgelte sind seit 2000 um 16% gestiegen
  • Die Unternehmens-und Vermögenseinkommen gingen dagegen um satte 45% nach oben

Hauptgründe für die Lohnschwäche seien die schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die Deregulierung am Arbeitsmarkt (Hartz IV-Reformen, Boom der Leiharbeit) gewesen.

Link zur ausführlichen Meldung auf boeckler.de

Peter

Bildquelle: Hans-Böckler-Stiftung



Dieser Beitrag wurde am Freitag, 04. Februar 2011 um 14:29 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Lohn und Gehalt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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