von Peter am 18.02.2009, 18:10 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt, Wirtschaftskrise

Schon in wirtschaftlich guten Jahren kommt es regelmäßig zu dramatisch anmutenden Verhandlungsszenarien, wenn die Arbeitnehmervertreter ein paar Prozent mehr Lohn von den Arbeitgebern fordern. Nun haben wir aber bekanntermaßen 2009 und es ist das Jahr der ganz großen Krise: unsere Wirtschaftsleistung soll im Sumpf rückläufiger Exportzahlen versinken, die Kurzarbeiterzahlen ver-x-fachen sich von Monat zu Monat und Traditionsunternehmen melden reihenweise Insolvenz an. Und vor diesem Hintergrund begann nun die Tarifrunde 2009.

Gehaltserhöhung auch im Krisenjahr? Hat man da als Arbeitnehmer nicht gleich irgendwie ein leicht mulmiges Gefühl? So nach dem Motto: Bin ich doch mal lieber still und leise und freu‘ mich, dass ich überhaupt noch einen Job hab? Andererseits: guter Lohn für gute Arbeit, oder nicht?

Wie auch immer: Den Automatismus der jährlichen Tarifrunden kratzt dies alles recht wenig. Nur in wahrscheinlich für die Arbeitnehmer noch mageren Ergebnissen als sonst wird sich dieses Jahr zeigen, dass um das Ganze herum ein Rahmen ist, auf dem krakelig das Wort „Krise“ geschrieben steht. Trotzdem: Gerade heuer bin ich besonders gespannt, wie es ausgehen wird.

Zur aktuellen Tarifrunde noch ein paar Informationen:

– die aktuellen Forderungen der Gewerkschaften bewegen sich im Mittel zwischen 5 und 9 Prozent

– erste Tarifabschlüsse liegen vor, so etwa bei der Deutschen Bahn AG, wo die Mitarbeiter 2,5% mehr Lohn zum 01.02.09 und weitere 2% zum 01.01.10 erhalten

– aktuell laufen die Tarifrunden im öffentlichen Dienst der Länder und in der Textil- und Bekleidungsindustrie

– manche Branchen verhandeln dieses Jahr gar nicht, weil sie 2008 eine Regelung für das laufende Jahr mitgetroffen haben, zum Beispiel die Metaller.

Allen Beteiligten, die sich hier für ihre Kollegen einsetzen, viel Erfolg!

Peter



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