Das sind ja hammermäßige Nachrichten! Der Streit zwischen der Discounter-Kette Schlecker und der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di ist beigelegt, man hat sich auf einen Tarifvertrag für die rund 34.000 Beschäftigten in den AS-Filialen und in den neuen XL-Märkten geeinigt. Ab dem 1. Juli 2010 soll bundesweit für alle Arbeitnehmer nach dem Einzelhandelstarif Baden-Württemberg bezahlt werden, auch die Leiharbeit will man eindämmen. Was ist denn da passiert? Gerade Schlecker ist in den letzten Jahren zunehmend in die Kritik gekommen: Miserable Arbeitsbedingungen, ja fast schon Ausbeutung, so lauteten einige der heftigsten Vorwürfe. Zuletzt kam dann noch die Sache mit den XL-Märkten: Normale Filialen wurden geschlossen, Angestellte gekündigt, gleich nebenan wurde ein neuer „XL-Markt“ eröffnet, bei dem die gekündigten Angestellten über eine interne Leiharbeitsfirma wieder eingestellt wurden, natürlich zu wesentlich niedrigeren Bezügen. Skandalöse Methoden, anders konnte man das nicht mehr bezeichnen.

Schlecker scheint mittlerweile erkannt zu haben, dass man sich mit dieser Strategie langfristig in einer Sackgasse befindet. Welche Motivation nun tatsächlich dahinter steckt, da kann man nur spekulieren. Aber sei’s drum. Faire Arbeitsbedingungen für Schlecker-Mitarbeiter? Seit gestern keine Utopie mehr. Jetzt heisst es aber genau hinschauen, wie das Unternehmen in Zukunft mit der Institution Betriebsrat umgehen will. Denn das wird der nächste wichtige Prüfstein sein und dann wird man schon bald erkennen, ob und wieviel Substanz diese mögliche Veränderung des bislang eisigen Schlecker-Klimas wirklich haben wird.

Peter



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 02. Juni 2010 um 09:50 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Leiharbeit, Lohn und Gehalt, Tarifrecht abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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1 Kommentar »

  1. Da hat Schlecker wohl doch auf die Öffentliche Meinung reagiert, denn heut zu Tage kann sich kein Unternehmen eine schlechte Publicity leisten. Das zeigt uns Arbeitnehmer, dass man sich immer wehren kann.
    Gerade im Handel ist der Konkurenzkampf groß und Umsatzeinbußen empfindlich bei schlechter Publicity. Das ist schlimmer als ein Strike der MA.
    Dies gilt genauso bei großen Konzenen, die ja auch viel auf ihr Image halten.

    Kommentar von: Siegfried – am 02. Juni 2010 um 11:46

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