Die Ferienzeit neigt sich dem Ende entgegen und viele Urlauber sind gut erholt wieder zu Hause. Den ein oder anderen Pechvogel hat es aber leider doch erwischt: Krank im Urlaub und zwar so richtig! Wenn nichts mehr nützt, heißt es, den ortsansässigen Arzt aufzusuchen. Der soll das Wohlbefinden wiederherstellen und außerdem den Lohn für die Tage retten, die man auch nach dem Urlaub nicht arbeiten kann. Denn: Nach dem Gesetz hat ein Arbeitnehmer Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Einer der wichtigsten Voraussetzungen hierfür ist, dass der Arbeitnehmer das Kranksein anhand einer ärztlichen Bescheinigung nachweist. Aber reicht dafür eigentlich auch ein ausländisches Attest?

In einem Fall, der dem LAG Rheinland Pfalz zur Entscheidung vorlag, war ein ausländischer Urlauber in seine Heimat gereist und nach Ablauf des Urlaubs nicht wieder zur Arbeit erschienen. Als er wieder auftauchte, legte er das Attest eines örtlichen Krankenhauses vor, in dem er vorübergehend stationär behandelt worden war. Dies enthielt unter anderem die Worte: „30 Tage Bettruhe – und der Arbeitnehmer ist wieder fit„. Der Arbeitgeber glaubte kein Wort und verweigerte die Lohnfortzahlung für die Tage, an denen der Kollege nach dem Urlaub nicht gearbeitet hatte.

Zu Recht, entschieden die Richter. Zwar hat ein ausländisches Attest hohen Beweiswert. Es muss aber „schlüssig“ sein und nachweisen, dass eine Erkrankung vorliegt, die zur Arbeitsunfähigkeit führt. Die bloße Anordnung von 30 Tagen Bettruhe nach einer offensichtlich abgeschlossenen Krankenhausbehandlung reicht dafür nicht aus. Und vor allem: Höchst merkwürdig, dass bei einer so schweren Erkrankung, die eine derart lange Bettruhe erfordert, keine weiteren Kontrolluntersuchungen vorgesehen waren. In diesem Fall waren die Zweifel des Arbeitgebers berechtigt. Der Arbeitnehmer konnte nämlich auch nach Aufforderung nicht nachweisen, was ihm genau gefehlt hatte, welche Behandlungen durchgeführt worden seien und aufgrund welcher Beschwerden er nicht arbeiten konnte. Ganz so leicht, seinen Urlaub um ein paar Tage zu verlängern, ist es eben doch nicht.

Ines



Dieser Beitrag wurde am Montag, 30. August 2010 um 18:27 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Lohn und Gehalt, Urlaub abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

«  –  »

Keine Kommentare »

No comments yet.

Leave a comment