von Peter am 12.03.2008, 16:51 Uhr , Kategorie: Lohn und Gehalt

Seit drei Jahren erleben wir eine Phase des konjunkturellen Aufschwungs. Die meisten Arbeitnehmer haben davon jedoch noch nichts gemerkt. Zwei aktuell veröffentlichte Studien liefern ernüchternde Ergebnisse.

Das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung stellt in einer Studie fest, dass die höhere Wirtschaftsleistung ganz überwiegend nur den Unternehmen, Selbstständigen und Aktionären zugute kommt. Die Bruttogewinne liegen hier im Bereich um die 25 Prozent. Dagegen seien die realen Nettolöhne der Arbeitnehmer in diesem Zeitraum sogar um 3,5 Prozent gesunken. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit führt auch nicht zu einem Zuwachs an Beschäftigung. Die Folgen: Da immer weniger Geld bei den Menschen ankommt, wird sich zumindest der Konsum im laufenden Jahr definitiv nicht erhöhen, was für sich genommen schon zu einer abschwächenden Konjunktur führen dürfte.

ßhnliche Ergebnisse liefert eine Studie des unabhängigen Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). Danach sinkt die Anzahl derjenigen, die über Einkommen im mittleren Bereich verfügen, kontinuierlich. Die Zahl der Geringverdiener dagegen steigt stark an und liegt inzwischen schon bei über 25 Prozent der Erwerbstätigen. Als Gründe führt das DIW an, dass unter anderem der Anteil der Teilzeitbeschäftigten und Minijobber immer mehr zunimmt. Nur noch 55 Prozent der Deutschen arbeiten Vollzeit, im Jahr 2000 waren es noch 64 Prozent.

In diesem Zusammenhang ist eine aktuelle Aussage der Bundesregierung interessant, wonach die Arbeitnehmer „einen fairen Anteil am Aufschwung verdient haben“. Deswegen halte sie „auch Lohnabschlüsse für vertretbar, die sich an der Produktivitätsentwicklung orientieren, mit der Preisstabilität vereinbar sind und die zukünftigen Beschäftigungschancen berücksichtigen“.

Da hat sich jemand aber ganz schön viele Türchen offen gelassen. Was Betriebsräte im übrigen konkret zur Lohn- und Gehaltsentwicklung in ihrem Betrieb tun können, erfährt man hier.

Peter



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