Mann und Frau sitzen auf Schreibtischen, über dem Mann regnet es Geld, bei der Frau nichtDas sind ja Aussichten: Die komplette weltweite Gleichstellung von Frauen und Männern wird wohl erst in 170 Jahren stattfinden. Dann schreiben wir das Jahr 2186 und wer weiß, wie die Welt aussehen wird: Gibt es überhaupt noch Arbeitsplätze, die mit denen von heute auch nur ansatzweise vergleichbar sind? Eins zumindest wissen wir schon jetzt: Geht es mit dem Tempo weiter so schleppend voran wie bisher, werden das gerade mal unsere Ur-Ur-Enkel erleben.

Jedes Jahr veröffentlicht das Weltwirtschaftsforum seinen Gleichstellungsreport. Der Global Gender Gap Report untersucht, wie es um die Chancen der verschiedenen Geschlechter bestellt ist. Zentral geht es um die Gesundheit und Lebenserwartung, um Bildung, die Teilhabe an politischen Ämtern sowie Einkommen und Vertretung im Management. Ausgehend von bestimmten Daten wird berechnet, wann das Ziel „Gleichstellung“ zumindest theoretisch erreicht sein wird. Letztes Jahr prophezeite man, dass das voraussichtlich „schon“ im Jahr 2133 der Fall sein werde. Nun wurde die Ankunftszeit auf 2186 korrigiert. Hoppla, aber das kennt man ja vom eigenen Navi im Auto. Da steht dann ohne jede Vorwarnung, dass man eine Stunde später ankommt. Löst sich der Stau, der zumeist dafür verantwortlich ist, schneller auf als erwartet, erfolgt die Korrektur der Korrektur und der Fahrer freut sich: Das Ziel wird nun doch eher erreicht.

Danach sieht es bei der Gleichstellung leider nicht aus. Zwar gilt der Wert weltweit und Deutschland steht international auf einem vorderen, dem 13. Platz. Nur geht der Trend auch hierzulande nach unten: Letztes Jahr belegte man immerhin noch Position 11. Abgerutscht um zwei Positionen also.

Regelmäßige Aktionen wie der Equal Pay Day erinnern mit großem Aufwand daran, wie Frauen vor allem im Bereich der Löhne benachteiligt sind. Und tatsächlich werden schrittchenweise auch Verbesserungen erreicht – nur kleine wohlgemerkt. Denn der Unterschied ist immer noch gewaltig: Der jährliche Durchschnittsverdienst von Männern liegt hierzulande bei umgerechnet 55.000 USD im Jahr, der von Frauen bei nur 37.000. Eine Riesenkluft, durch nichts zu rechtfertigen.

Immerhin: Die Gehaltslücke wird laut Weltwirtschaftsforum gerade bei den Dienstleistungsjobs zunehmend geschlossen. In diesem Bereich arbeiten sehr viele Frauen. Ist mal eine gute Nachricht. Wenn jetzt auch noch das Lohnniveau steigen würde…

Wie zeigt man als Betriebsrat bei Equal Pay und Chancengleichheit im Betrieb Flagge? So geht’s.

Bildquelle: © pathdoc – fotolia.com

 



Dieser Beitrag wurde am Mittwoch, 26. Oktober 2016 um 14:42 Uhr veröffentlicht und wurde unter der Kategorie Gleichberechtigung, Lohn und Gehalt abgelegt. Du kannst die Kommentare zu diesen Eintrag durch den RSS-Feed verfolgen. Du hast die Möglichkeit einen Kommentar zu hinterlassen, oder einen Trackback von deinem Weblog zu senden.

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